KULAP Maßnahmen für Vögel der Agrarlandschaft, Feldvogelinseln
Maßnahmen für Vögel der Agrarlandschaft, Feldvogelinseln (KULAP K60)

Mais

K60 - Maßnahmen für Vögel der Agrarlandschaft, Feldvogelinseln

Feldvogelinseln zeichnen sich durch eine Bewirtschaftungsruhe vom 15.03. bis zum 30.06. aus. In dieser Zeit dürfen auch keine Pflanzenschutzmittel oder Dünger ausgebracht werden. Weiterhin ist vom 01.04.-15:08. das Mähen oder Zerkleinern des Aufwuchses verboten. Vor der Bewirtschaftungsruhe muss Rohboden geschaffen werden, z. B. durch Bodenbearbeitung wie Grubbern, Eggen oder Pflügen. Die einzelne Feldvogelinsel hat eine Größe von 0,5 bis 2,0 Hektar Die Förderfläche ist begrenzt auf maximal 5 ha pro Maßnahme und Betrieb. Dabei kann die Maßnahme nur gebucht werden, wenn die Fläche in der Feldvogelkulisse Kiebitz oder in der Wiesenbrüterkulisse liegt. Ob eine Fläche in einer der beiden Kulissen liegt, kann im iBALIS im Kulissen-Layer nachgeschaut werden. Die Feldvogelinseln sind zu digitalisieren und als Brache zu codieren. Eine wie auch immer geartete Kombination mit anderen Brachen (Konditionalität, Förderung) ist nicht zulässig.

Lebensraum

Feldvogelinseln sind kurzzeitig stillgelegte Flächen innerhalb von Äckern. Bearbeitungsruhe und Verzicht auf PSM führen dazu, dass die Kurzzeitbrachen sich - wenn auch oft lockerwüchsig - selbst begrünen und für eine ganze Reihe an Feldvogelarten geeignete Lebensräume sind. Sie bieten gute Bedingungen für die Anlage der Nester sowie Deckung und Nahrung für die Aufzucht der Jungvögel. Sie helfen anderen teils bedrohten Vogelarten, wie zum Beispiel Flussregenpfeifern, Feldlerchen, Braunkehlchen, Bachstelzen, Wiesenschafstelzen, Bluthänflingen, Grau- und Goldammern. Sie sind auch die effektivste Maßnahme zum Schutz des Kiebitzes im Ackerland. Ebenso können mobile Insekten die temporären Strukturen und die aufwachsenden Pflanzen als Sommerhabitat (z. B. Laufkäfer und Hummeln) und zur Nahrungsaufnahme (z.B. Schmetterlinge) nutzen. Saisonale Lebensräume.

Zielgerichtete Planung mit Mehrwert

Nassstellen einbeziehen

Es ist sinnvoll, die Feldvogelinseln an oder in bekannten Nassstellen anzulegen. Dadurch entsteht günstigenfalls ein Mosaik von Wasser, offenen Bodenstellen und niedriger Vegetation. Dies hilft Feldlerchen, Wiesenschafstelzen sowie nicht zuletzt Kiebitzen und anderen Arten, die feuchte Flächen bevorzugen. Hohe Grundwasserstände verbessern das Potenzial von Feldvogelinseln und es können etwa auch durch Verbesserungen des Landschaftswasserhaushalts (Grundwasseranhebung) Feldvogelinseln optimiert werden.

Größe und Form

Je größer Feldvogelinseln sind, desto höher ist ihr Wert. Der Förderrahmen von 2 Hektar ist hier die obere Größenbegrenzung. In der Form ist ein Quadrat besser als ein schmales Rechteck.

Umgebung

Nicht nur bei Feldlerchen weiß man, dass Sie hohe Strukturen, wie zum Beispiel Waldränder und Feldgehölze in der Nähe meiden. Eine Anlage von Feldvogelinseln möglichst weit vom Waldrand entfernt (am besten mind. 150 m) stellt sicher, dass alle Vogelarten der offenen Kulturlandschaft die Feldvogelinseln optimal nutzen können.
Eine räumliche Vernetzung oder Verzahnung von Feldvogelinseln mit der KULAP-Maßnahme verspätete Aussaat (K61) erhöht den Wert der Maßnahme vor allem für den Kiebitz. Kiebitze, die auf Brachen brüten, können ihre Jungen auf nahegelegene Feldvogelinseln führen.

Gelegeschutz/Nestschutzmaßnahmen

Bei Fokus auf Kiebitz sind Gelegeschutz (Ausstecken der Nester) in der Umgebung und temporäre Zäunungen von Feldvogelinseln sehr sinnvolle Begleitmaßnahmen.

Quellen

  • Cimiotti, Dominic; Bähker, Ulf; Böhner, H.; et al. (2022): Wirksamkeit von Maßnahmen für den Kiebitz auf Äckern in Deutschland. Ergebnisse aus dem Projekt "Sympathieträger Kiebitz" im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. In: Natur und Landschaft 97 (12), S. 537–550.
  • Schmidt, Jan-Uwe; Eilers, Alexander; Schimkat, Madlen; Krause-Heiber, Jonas; Timm, Andreas; Siegel, Stefan et al. (2017): Factors influencing the success of within-field AES fallow plots as key sites for the Northern Lapwing Vanellus vanellus in an industrialised agricultural landscape of Central Europe. In: Journal for Nature Conservation 35 (Suppl. 2), S. 66–76. DOI: 10.1016/j.jnc.2016.12.001.

Arten, die von Feldvogelinseln profitieren können

Bluthänfling

Bluthänfling, Foto: C. Moning.

Stieglitz

Stieglitz, Foto: C. Moning.

Säugetiere

  • Mauswiesel

Vögel

  • Bluthänfling
  • Feldlerche
  • Goldammer
  • Rauchschwalbe
  • Rebhuhn
  • Wachtel
  • Wiesenschafstelze

Laufkäfer

  • Buntfarbener Putzläufer
  • Körnerwanze
  • Goldschmied
  • Metallfarbener Schnelläufer
  • Sechspunktiger Putzläufer

Ackerwildkräuter

  • Rote Schuppenmire