Agrararten - Ackerwildkräuter
Acker-Gauchheil

Rote Blüte des Acker-Gauchheil

Foto: F. Mayer

Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis), Familie: Primelgewächse (Primulaceae)

Auf Lehmböden wächst der Acker-Gauchheil. Er blüht von Juni bis Oktober meist hellrot, manchmal aber auch blau. Die Blüten haben 5 Kronblätter und einen Durchmesser von 1 bis 1,5 cm. Die Blätter sind spitz, oval und stehen gegenständig an einem vierkantigen Stängel. Der Acker-Gauchheil wächst niederliegend oder aufsteigend und wird 5 bis 15 cm hoch.
Er hat ein geringes Konkurrenzpotential.

Acker-Gauchheil: Pflanze mit hellroten Blüten

Foto: F. Mayer

Acker-Gauchheil: Pflanze mit hellroten und blauen Blüten

Foto: F. Mayer

Acker-Gauchheil: Pflanze mit hellroten Blüten

Foto: F. Mayer

Blauer Gauchheil: Pflanze mit kleinen blauen Blüten

Ähnliche Art, Foto: F. Mayer

Blauer Gauchheil: Pflanze mit kleinen blauen Blüten

Ähnliche Art, Foto: F. Mayer

Blauer Gauchheil: Pflanze mit kleinen blauen Blüten

Ähnliche Art, Foto: F. Mayer

Ähnliche Arten

Blaublütige Formen des Acker-Gauchheils (Anagallis arvensis) werden oft mit dem Blauen Gauchheil (Anagallis foemina) verwechselt. Blauer Gauchheil (Anagallis foemina) blüht stets blau. Die Blüten erreichen maximal einen Durchmesser von 1 cm und sind vorne gezähnt; sein Gefährdungsstatus laut Roter Liste ist: "Gefährdet" (RL3).
Der Blaue Gauchheil wird 5 bis 30cm hoch. Im Gegensatz zum Blauen Gauchheil sind beim Acker-Gauchheil die Blütenstiele länger als das Tragblatt. Auch die Kronblätter sind größer (5 bis 7 mm lang und 6 mm breit) und an der Spitze fast ganzrandig mit 40-70 Drüsenhaaren.

Steckbrief: Blauer Gauchheil

Verbreitung

Der Acker-Gauchheil kommt in ganz Bayern vor, außer im äußersten Süden und im Bayerischen Wald.

Wissenswertes

Der Acker-Gauchheil wird auch Roter Gauchheil, Hühnerdarm, Nebelpflanze, Weinbergsstern oder Wetterkraut genannt. In allen Teilen ist er schwach giftig. Er wurde in der Vergangenheit auch als Heilpflanze verwendet. Daher kommt auch der Name: Der mittelhochdeutsche Ausdruck "Gauch" bedeutet übersetzt "Kuckuck", wurde aber auch im Sinn von "Narr" verwendet. Bei als geisteskrank eingestuften Menschen setzte man den Acker-Gauchheil als Heilkraut ein.
Die Blüten des Acker-Gauchheils werden durch einige Insekten bestäubt, vor allem durch Fliegen-Arten. Die Pflanze wirkt aufgrund des Geruches ihrer ätherischen Öle aber abwehrend auf die meisten Insekten.

Lebensraum – Anforderungen an Bewirtschaftung/Pflege (Maßnahmen)

  • Der Acker-Gauchheil ist ein Lehmzeiger.
  • Er kommt in allen Kulturen vor.
  • Mehrjährige Brachen z.B. Blühflächen wirken sich negativ auf den Bestand blühender Ackerwildkräuter aus. Sie sind auf eine regelmäßige Bewirtschaftung angewiesen und werden bei mehrjähriger Brache durch konkurrenzstärkere Arten verdrängt.
  • Kurzfristige Ackerbrachen können den Bestand fördern, müssen aber spätestens nach einem Jahr wieder umgebrochen werden.

Literatur

  • Ackerwildpflanzen – erkennen und beurteilen
  • Hofmeister, H., Garve, E. (2006): Lebensraum Acker. Verlag Kessel, Remagen, 2. Aufl.
  • Holzner, W., Glauninger, J. (2005): Ackerunkräuter - Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung. Leopold Stocker Verlag, Graz.

Maßnahmen, von denen der Acker-Gauchheil profitiert

Feld mit blühendem Randstreifen

Ackerrandstreifen (nfM), Foto: B. Schönberger

Ackerbrache im Winter

Ackerbrache (ÖR1a), Foto: S. Heinz

Überschwemmter Maisacker

Feldvogelinseln (K60), Foto: B. Gleixner

Getreidefeld mit rechteckigen Aussparungen

Lerchenfenster (nfM), Foto: P. Wechselberger

Blühende Ackerwildkräuter in einem Getreidefeld

Wiederansiedlung blühender Ackerwildkräuter (nfM), Foto: F. Mayer

KULAP

Ökoregelung

Nicht förderfähige Maßnahmen

  • Ackerrandstreifen
  • Lerchenfenster
  • Brachen, Schwarzbrache, Selbstbegrünung
  • Wiederansiedelung