KULAP Erosionsschutzstreifen
Erosionsschutzstreifen, z.B. als erweiterter Gewässerrandstreifen (KULAP K 50)

Graben mit Erosionsschutzstreifen

K50 - Erosionsschutzstreifen

Erosionsschutzstreifen müssen mit Gras, Leguminosen, Kräutern oder Mischungen aus diesen bewachsen sein (kein Blühflächensaatgut). Der Bestand kann durch gezilte Einsaat begründet werden oder aus dem bestehenden Bewuchs beibehalten werden. Der Streifen wird digitalisiert. Die Mindeststreifenbreite beträgt 10 m, maximal sind 30 m Streifenbreite förderfähig. Die Förderfläche ist begrenzt auf max. 3 ha pro Maßnahme und Betrieb. Auf dem Streifen ist jegliche Düngung (ausgenommen Kalkung) sowie flächendeckender chemischer Pflanzenschutz untersagt. Der Streifen muss sich optisch von der übrigen Feldstücksfläche abheben. Bei der Anlage des Streifens vor der Aussaat ist eine Bodenmodellierung z. B. zur Anlage von "beetle banks" förderunschädlich zulässig. Während des Verpflichtungszeitraums ist die Fünfjahresfrist zur Dauergrünlandentstehung im Förderrecht unterbrochen. Das bedeutet, dass während des Verpflichtungszeitraums förderrechtlich kein Dauergrünland entstehen kann. Somit wird eine Fläche, die z. B. im Jahr 2021 erstmals als Kleegras (Nutzungscode 422) beantragt wurde und in 2025 bis 2029 mit den förderfähigen Nutzungscodes in die Maßnahme K50 einbezogen ist, frühestens im Jahr 2031 zu Dauergrünland.

Lebensraum

Erosionsschutzstreifen bilden im Acker durch die dauerhafte Grasnarbe einen Rückzugsraum für Insekten aber auch Wirbeltiere z.B. wenn auf dem Acker nach der Ernte und Bodenbearbeitung eine weitgehend kahle Fläche entsteht. Werden sie nicht gemulcht sondern ein bis zweimal im Jahr gemäht und der Aufwuchs abgefahren, können sich kräuterreiche Bestände entwickeln, die ein wichtiges Blütenangebot und damit Nahrung für Insekten bilden. Die Streifenform macht den Erosionsschutzstreifen zu einem verbindenden Element, das als Wanderweg genutzt werden kann. Mehrjährige Lebensräume
Gewässerrandstreifen am Bach

Gewässerrandstreifen am Bach

Kleinteilige Kulturlandschaft

Kleinteilige Kulturlandschaft. Foto: S. Heinz

Natürlicher Bachlauf mit angrenzenden beispielhaften Gewässerrandstreifen

Gewässerrandstreifen. Foto: F. Nüßlein

Zielgerichtete Planung mit Mehrwert

Pflege des Erosionsschutzstreifens
Um vor Abschwemmungen zu schützen, muss ein Erosionsschutzstreifen mit einer möglichst geschlossenen Grasnarbe bedeckt sein. Wie artenreich der Bestand ist hängt wesentlich von der Pflege des Streifens ab. Wird gemäht oder beweidet statt zu mulchen kann sich eine deutlich artenreichere Grasnarbe, in der auch viele Kräuter wachsen, etablieren. Ideal ist es, wenn der Aufwuchs im Betrieb genutzt werden kann. Manchmal kann auch eine Kooperation mit anderen Landwirten helfen, so dass einer für mehrere Nachbarn mäht und den Aufwuchs nutzt
Wildlebensraum vernetzten
Erosionsschutzstreifen können z.B. entlang von Gewässern oder auch entlang von Wegen oder Hecken verschiedene Lebensräume vernetzten. Hier lassen sich natürlich auch verschiedene Maßnahmen z.B. aus den Ökoregelungen (1a-d) oder Biodiversitätsstreifen (K51) auf benachbarten Ackerflächen kombinieren. So können Korridore für die Wanderung z.B. von Tagfaltern oder anderen Insekten entstehen aber auch Nahrungshabiitate und Rückzugsräume für Vögel wie die Feldlerche oder die Wachtel.

Arten, die von Erosionsschutzstreifen profitieren können

Feldlerche sitzt auf einem Feld

Feldlerche. Foto R.Martin

Schafstelze

Schafstelze. Foto: C. Moninig

Ein Aurorafalter sitzt auf einer weißen Blüte.

Aurorafalter (Anthocharis cardamines). J. Knitel

Gamander Ehrenpreis (Veronica chamaedrys)

Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys). Foto:S. Heinz

Säugetiere

  • Mauswiesel

Vögel

  • Bluthänfling
  • Feldlerche
  • Goldammer
  • Neuntöter
  • Rauchschwalbe
  • Stieglitz (Distelfink)
  • Wachtel
  • Wendehals
  • Wiesenschafstelze

Lurche

  • Erdkröte

Heuschrecken

  • Gemeine Sichelschrecke
  • Zweifarbige Beißschrecke
  • Feldgrille
  • Bunter Grashüpfer
  • Rote Keulenschrecke
  • Wiesengrashüpfer

Tagfalter

  • Mädesüß-Perlmutterfalter
  • Gelbwürfeliger Dickkopffalter
  • Weißbindiges Wiesenvögelchen
  • Goldene Acht; Weißklee-Gelbling
  • Schachbrett
  • Schwalbenschwanz

Laufkäfer

  • Buntfarbener Putzläufer
  • Körnerwanze
  • Goldschmied
  • Metallfarbener Schnelläufer
  • Sechspunktiger Putzläufer

Hautflügler

  • Gelbbindige Furchenbiene
  • Steinhummel
  • Bunthummel
  • Blauschwarze Holzbiene
  • Mai-Langhornbiene
  • Knautien-Sandbiene
  • Dreizahn-Mauerbiene
  • Rainfarn-Seidenbiene

Gefäßpflanzen

  • Wiesen-Glockenblume
  • Wiesen-Flockenblume
  • Wiesen-Pippau
  • Wilde Möhre
  • Karthäuser-Nelke
  • Echtes Mädesüß
  • Echtes Labkraut
  • Wiesen-Witwenblume
  • Gewöhnlicher Hornklee
  • Wiesen-Schlüsselblume
  • Kleine Braunelle
  • Wiesen-Salbei
  • Großer Wiesenknopf
  • Kuckucks-Lichtnelke
  • Gamander-Ehrenpreis