KULAP Schnittzeitpunkt 15. Juni / 1. Juli
Extensive Grünlandnutzung mit Schnittzeitpunkten (15. Juni/1. Juli) (KULAP K16/K17)

K16/K17 - Schnittzeitpunkt im Grünland
Mit der Schnittzeitpunktauflage sollen Lebensräume für Wildtiere geschaffen werden. Auf der geförderten Einzelfläche gilt ein Nutzungsverbot bis 15.6. (K16) bzw. bis 1.7. (K17). Förderfähig sind Wiesen und Mähweiden, sowie Wechselgrünland (NC 428, 441, 442, 451, 452)..Die Förderfläche ist begrenzt auf max. 3 ha pro Maßnahme und Betrieb.
Lebensraum
Auf spät gemähten Wiesen haben Kräuter und Gräser Zeit zur Blüte zu kommen und Samen zu bilden, oft sind die Bestände artenreich. Bis zur ersten Mahd werden so Blüten und Samen als Nahrung für Insekten und Vögel zur Verfügung gestellt. Einige wiesenbrütende Vögel können ihre erste Brut vor der späten Mahd abschließen. Neben Insekten finden auch kleine Säugetiere hier einen Rückzugsraum, wenn rundum bereits gemäht wird. Typische Wiesenkräuter können sich hier entwickeln und bieten oft einer ganzen Gruppe von Insekten Nahrung und Unterschlupf. Da der Boden nicht bearbeitet wird, bieten v.a. licht bewachsene Stellen Insekten die Bodenröhren anlegen wie. z.B. vielen Wildbienenarten die Möglichkeit zur Fortpflanzung. Mehrjähriger Lebensraum.
Zielgerichtete Planung mit Mehrwert
Kombination mit Altgrasstreifen
Während der Mahd bieten stehen gelassene Altgrasstreifen einen sicheren Rückzugsraum für Wirbeltiere und Insekten. Gräser und Kräuter setzen Samen an, die als Nahrung dienen und das Angebot im artenreichen Grünland zusätzlich bereichern. Zahlreiche blütenbesuchende Insekten benötigen für die Eiablage oder die Überwinterung hohe Grasbestände, abgestorbene Pflanzenstängel oder Brachflächen. So legt der in artenreichen Wiesen häufig vorkommende Schachbrettfalter (Melanargia galathea) seine Eier in hochwüchsigen Grasbeständen ab, wo sie auch überwintern. Auch die Bunthummel (Bombus sylvarum) nutzt Altgrasstreifen für den Nestbau.
Neben Altgrasstreifen können auch naturnahe Böschungen und angepasste Mahdkonzepte für die Ränder der Feldwege für geeignete Nistplätze sorgen.
Neben Altgrasstreifen können auch naturnahe Böschungen und angepasste Mahdkonzepte für die Ränder der Feldwege für geeignete Nistplätze sorgen.
Kombination mit biodiversitätsschonender Mahd
Bei der Mahd nimmt der Einsatz entsprechender Technik, aber auch die Fahrtgeschwindigkeit und Mahdrichtung entscheidenden Einfluss auf das Überleben von Insekten und auch von Wirbeltieren. Viele Insekten sterben im Aufbereiter. Wird bei günstiger Witterung der Aufbereiter abgeschaltet, leistet das einen großen Beitrag zur Artenvielfalt, ohne Verluste beim Ertrag und ohne zusätzliche Kosten. Einen Überblick über Maßnahmen der biodiversitätsschonenden Mahd gibt der "Mäh-Knigge".
Artenanreicherung
Nicht alle spät genutzten Grünlandflächen sind artenreich. Wenn eine intensive Nutzung beendet wird, kehren die typischen Wiesenarten oft nicht von allein zurück. Hier kann eine Artenanreicherung durch Mahdgutübertragung oder Ansaat helfen, die Artenvielfalt zu erhöhen. Bei einer streifenweisen Artenanreicherung können vorhandene Arten erhalten und neue angesiedelt werden. Ein kurzes Merkblatt und ein Praxisleitfaden wurden im Projekt "Transfer – Artenanreicherung im Wirtschaftsgrünland" erarbeitet.
Pflanzenbau
Artenreiches Grünland weist einen höheren Anteil Kräuter und Leguminosen auf. Durch eine schonende Mahd zum Beispiel mit einem Doppelmessermähwerk, möglichst seltenes und schonendes Wenden und Schwaden beispielsweise mit einem Kammschwader und ggf. Nachtrocknung des Heus können die Bröckelverluste deutlich reduziert werden. Wichtige Nährstoffe werden im Futter konserviert.
Arten, die von Extensiver Grünlandnutzung mit Schnittzeitpunkten (15. Juni/1. Juli) profitieren können
Vögel
- Bluthänfling
- Dorngrasmücke
- Feldlerche
- Goldammer
- Neuntöter
- Rauchschwalbe
- Rotmilan
- Wendehals
- Wiesenschafstelze
Lurche
- Erdkröte
Heuschrecken
- Gemeine Sichelschrecke
- Langflügelige Schwertschrecke
- Zweifarbige Beißschrecke
- Feldgrille
- Alpine Gebirgsschrecke
- Große Goldschrecke
- Kleine Goldschrecke
- Bunter Grashüpfer
- Rote Keulenschrecke
- Sumpfschrecke als Nasszeiger
- Wiesengrashüpfer
Tagfalter
- Goldene Acht; Weißklee-Gelbling
- Schachbrett
- Schwalbenschwanz
- Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
- Hauhechel Bläuling
- Rotklee-Bläuling
- Baldrian Scheckenfalter
- Frühlings-Mohrenfalter
- Großes Ochsenauge
- Aurorafalter
Laufkäfer
- Buntfarbener Putzläufer
- Körnerwanze
- Goldschmied
- Metallfarb. Schnelläufer
- Sechspunktiger Putzläufer
Hautflügler
- Gelbbindige Furchenbiene
- Steinhummel
- Bunthummel
- Blauschwarze Holzbiene
- Mai-Langhornbiene
- Knautien-Sandbiene
- Dreizahn-Mauerbiene
- Rainfarn-Seidenbiene
Weichtiere
- Weinbergschnecke
Wiesenkräuter
- Wiesen-Glockenblume
- Wiesen-Flockenblume
- Wiesen-Pippau
- Wilde Möhre
- Karthäuser-Nelke
- Echtes Mädesüß
- Echtes Labkraut
- Wiesen-Witwenblume
- Gewöhnlicher Hornklee
- Wiesen-Schlüsselblume
- Kleine Braunelle
- Wiesen-Salbei
- Großer Wiesenknopf
- Kuckucks-Lichtnelke
- Gamander-Ehrenpreis
- Kleiner Odermennig
- Mittlerer Klee
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