KULAP mehrjährige Blühfläche
Mehrjährige Blühflächen – Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur (KULAP B48)

B48/B61 – Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur

Fünfjährige Blühfläche. Die Förderfläche ist im Frühjahr des ersten Verpflichtungsjahres mit speziellem Saatgut gemäß der "Qualitätsblühmischungen Bayern" (QBB) einzusäen. Nach der Aussaat sind während des gesamten Verpflichtungszeitraums weder ein Befahren, Bearbeiten noch eine Nutzung (z. B. Futternutzung, Verwertung in Biogasanlagen) zulässig. Eine Nach- bzw. Neuansaat ist zur Vermeidung einer starken Verunkrautung bzw. beim Auftreten von Problemunkräutern und nach Zustimmung des zuständigen AELF erlaubt. Die Förderfläche beträgt mindestens 0,2 ha und maximal 3,0 ha je Betrieb und Maßnahme sowie grundsätzlich mindestens 0,2 ha pro Feldstück.

Lebensraum

Mehrjährige Blühflächen bieten auf Ackerstandorten ganzjährig ein Angebot an Struktur und Rückzugsraum. Die angesähten Arten sorgen für Blüten und Samen als Nahrung für Insekten und Vögel. Besonders im Winter bieten die trockenen Stängel und Halme Deckung z. B. für Hasen und Feldvögel. Stehende Stängel und Halme bieten auch für zahlreiche Insekten die nötige Struktur für Eier, Larven und Puppen für die Überwinterung. Mehrjährige Kernlebensräume.
Mehrjährige Blühfläche im Frühjahr.

Mehrjährige Blühfläche im Frühjahr

Sommeraspekt einer mehrjährigen Blühfläche.

Sommeraspekt
Foto: B. Schönberger

Mehrjährige Blühfläche im Herbst.

Blühfläche im Herbst
Foto: Ch. Janko

Winteraspekt einer mehrjährigen Blühfläche.

Blühfläche im Winter
Foto: Ch. Janko

Zielgerichtete Planung mit Mehrwert

Kombination mehrerer Blühflächen unterschiedlichen Alters
Benachbarte Blühflächen sollten möglichst zeitlich versetzt anlegt werden. Der Bestand verändert sich im Laufe der Jahre. Am Anfang bilden einjährige Kräuter einen bunten Blühaspekt, Dann folgen zwei- und mehrjährige Arten. Je nach Standort nehmen ab dem dritten Standjahr die Gräser zu. Liegen unterschiedlich alte Blühflächen nebeneinander, ergänzen sich die verschiedenen Stadien. Wird die Blühfläche nach fünf Jahren umgebrochen, können viele Arten auf die benachbarte Blühfläche ausweichen.
Form und Größe von Blühflächen
Größere Blühflächen und kompakte Formen bieten vielen Arten einen besseren Lebensraum als schmale Streifen. Die Größe der Blühfläche ist positiv mit der Artenzahl korreliert.

Faunistische Evaluierung von Blühflächen. LfL-Schriftenreihe 1/2014.

Kombinationen mit weiteren Maßnahmen
Die Wirkung von mehrjährigen Blühflächen für die Artenvielfalt lässt sich durch die Kombination mit anderen Strukturen in der Kulturlandschaft noch verstärken z. B. durch die Anlage entlang von Hecken, Waldrändern, Wegrändern und Gewässern. Im offenen Gelände, z. B. auf einer Kuppe, schaffte eine Kombination von mehrjähriger Blühfäche mit direkt angrenzender einjähriger Blühfläche und/oder Schwarzbrache günstige Bedingungen für die Brut und Jungenaufzucht für Feldvögel wie das Rebhuhn. Speziell für das Rebhuhn sollte die Kombination aus einjähriger und mehrjähriger Blühfläche mindestens 300 m Abstand zum Wald haben, am besten auf einer Kuppe liegen und mindestens 20 m breit sein.

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Potentielle Konflikte – Ackerwildkräuter erhalten
Auf Äckern mit geringer Bodenzahl können blühende Ackerwildkräuter die bessere Option statt einer Blühfläche sein. Auf mageren Standorten sollte zunächst überprüft werden, ob im Boden noch Samen von blühenden Ackerwildkräutern vorhanden sind. Hier können seltene Pflanzenarten und viele angepasste Insekten unterstützt werden. Es gibt auch Möglichkeiten, Ackerwildkräuter wieder anzusiedeln. Hier kann eine Beratung vor Ort helfen.
Pflanzenbau
Schläge mit starker Belastung mit Problemunkräutern wie Ackerkratzdistel, Quecke oder Stumpfblättrigem Ampfer eignen sich weniger als Blühflächen. Nach der Ansaat der Blühmischung könnten sie sich stark ausbreiten. Eine Regulierung ist während der fünfjährigen Förderung nur auf Antrag und in Teilbereichen möglich.

Blühflächen: Das A und O der Aussaat

Arten, die von Blühflächen profitieren können

Feldhase im Kornfeld.

Feldhase (Lepus europaeus)
Foto: M. Schaef

Goldammer.

Goldammer
Foto: M. Schaef

Rebhühner.

Rebhuhn (Perdix perdix)
Foto: M. Schaef

Erdhummel.

Dunkle Erdhummel
Foto: Ch. Janko

Säugetiere

  • Mauswiesel

Vögel

  • Bluthänfling
  • Feldleche
  • Goldammer
  • Neuntöter
  • Rauchschwalbe
  • Rebhuhn
  • Rotmilan
  • Wiesenschafstelze
  • Feldsperling
  • Stieglitz (Distelfink)

Heuschrecken

  • Gemeine Sichelschrecke
  • Große Goldschrecke
  • Kleine Goldschrecke

Tagfalter

  • Hauhechel-Bläuling
  • Großes Ochsenauge

Laufkäfer

  • Buntfarbener Putzläufer
  • Körnerwanze
  • Goldschmied
  • Metallfarbener Schnellläufer
  • Sechspunktiger Putzläufer

Hautflügler

  • Steinhummel
  • Bunthummel
  • Blauschwarze Holzbiene
  • Knautien-Sandbiene
  • und viele mehr