Agrararten – Ackerwildkräuter
Blauer Gauchheil
Foto: Franziska Mayer
Blauer Gauchheil (Anagallis foemina), Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Auf meist steinigen und humusarmen Lehmböden wächst der Blaue Gauchheil. Er blüht von Juni bis September in durchblätterten, lockerblütigen Trauben. Die Blüten sind blau und in der Mitte rot gefärbt. Die Blütenblätter sind bis 3,5 mm breit, und an der Spitze gezähnt mit 0 bis 30 Drüsenhaaren. Der Blütenstiel ist höchstens so lang wie das Tragblatt. Die 15 bis 25 mm langen Blätter sind elliptisch bis eilanzettlich geformt und stehen gegenständig und sitzend an einem vierkantigen Stängel. Der Blaue Gauchheil wächst niederliegend bis ausgebreitet aufsteigend und wird 5 bis 30 cm hoch. Er hat ein geringes Konkurrenzpotential. Gefährdungsstatus laut Roter Liste: "Gefährdet" (RL3).
Ähnliche Arten
Acker-Gauchheil blüht meist hellrot, manchmal aber auch blau. Im Gegensatz zum Blauen Gauchheil (A. foemina) sind bei ihm die Blütenstiele länger als das Tragblatt. Die Kronblätter sind größer (5 bis 7 mm lang und 6 mm breit) und an der Spitze fast ganzrandig mit 40-70 Drüsenhaaren. Die Blätter sind spitz, oval. Der Acker-Gauchheil wird nur 5 bis 15 cm hoch.
Verbreitung
Wissenswertes
Lebensraum – Anforderungen an Bewirtschaftung/Pflege (Maßnahmen)
- Der Blaue Gauchheil kommt auf mäßig trockenen, nährstoff- und kalkhaltigen, neutralen bis basischen, meist humusarmen und oft steinigen Lehm- und Tonböden vor. Er ist wärme- und lichtliebend.
- Er kommt in Getreide vor.
- Mehrjährige Brachen, z. B. Blühflächen, wirken sich negativ auf den Bestand blühender Ackerwildkräuter aus. Sie sind auf eine regelmäßige Bewirtschaftung angewiesen und werden bei mehrjähriger Brache durch konkurrenzstärkere Arten verdrängt.
- Kurzfristige Ackerbrachen können den Bestand fördern, müssen aber spätestens nach einem Jahr wieder umgebrochen werden.
Literatur
- Ackerwildpflanzen – erkennen und beurteilen
- Hofmeister, H., Garve, E. (2006): Lebensraum Acker. Verlag Kessel, Remagen, 2. Aufl.
- Holzner, W., Glauninger, J. (2005): Ackerunkräuter - Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung. Leopold Stocker Verlag, Graz.
Maßnahmen, von denen der Blaue Gauchheil profitiert
KULAP
- Vielfältige Fruchtfolge mit alten Kulturen (K31)
- Herbizidverzicht bei Wintergetreide / Winterraps (K40)
- Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel bei Wintergetreide / Winterraps (K42)
- Verzicht auf Intensivkulturen (K44)
- Maßnahmen für Vögel der Agrarlandschaft, Feldvogelinseln (K60)
Ökoregelung
- Ackerbrache (ÖR1a) als einjährige, selbstbegrünte Brache
- Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel (ÖR6)
Nicht förderfähige Maßnahmen
- Ackerrandstreifen
- Lerchenfenster
- Brachen, Schwarzbrache, Selbstbegrünung
- Wiederansiedelung
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