§§ AV DüV
AV DüV - Rote Gebiete, Gelbe Gebiete

Kartenausschnitt aus der Gebietskulisse der roten Gebiete (AV DüV)Zoombild vorhanden

AV DüV Gebietskulisse

Die Düngeverordnung (DüV) verpflichtet die Landesregierungen in § 13 a DüV, in Gebieten mit einer hohen Stickstoffbelastung des Grundwassers (sogenannte „rote Gebiete“) oder einer Eutrophierung von Oberflächengewässern mit Phosphat (sogenannte „gelbe Gebiete“) per Landesverordnung auszuweisen und für diese Gebiete zusätzliche Auflagen bei der Landbewirtschaftung und Düngung zu erlassen. Bestimmte Betriebe in wenig belasteten Gebieten (sogenannte „grüne Gebiete“) können im Gegenzug Erleichterungen erhalten.

Rechtliche Vorgaben

Mit der „Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV)“ kommt die bayerische Landesregierung ihrer Pflicht nach, eine Gebietskulisse auszuweisen und Maßnahmen festzulegen. Die AVDüV wurde am 22.12.2020 vom bayerischen Ministerrat beschlossen und gilt ab 01.01.2021.

Ausführungsverordnung Düngeverordnung (AVDüV) Externer Link

Titelbild der Videos zur Ausweisung der Gebietskulisse
Filmreihe: Ausweisung von mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten
Drei kurze Videos erklären die Ausweisung der Gebietskulisse, die einzuhaltenden Auflagen sowie möglichen Anpassungsmaßnahmen an die neuen Vorgaben.

Videos zur Ausweisung der roten und gelben Gebiete (AV DüV)

Ausweisung der Gebietskulissen

Ausweisung der mit Nitrat belastete Gebiete in Bayern (Rote Gebiete)

Achtung Nitrat belastetes Gebiet
Grundwasser ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage für Mensch und Natur. Zum Schutz des Grundwassers werden Gebiete mit einer hohen Stickstoffstoffbelastung im Grundwasser als sogenannte "mit Nitrat belastete Gebiete" (rote Gebiete) ausgewiesen.
Die Gebietsausweisung basiert auf den Vorgaben der DüV und der AVV DüV. In die Ermittlung der Gebiete fließen Grundwasser-Messwerte, die Berechnung der Nitrataustragsgefährdung der Böden und landwirtschaftlichen Düngedaten ein. Mit der Ausweisung von besonders belasteten Gebieten können die strengeren Anforderungen auf diese Flächen begrenzt werden.

Karte: Gebietskulisse der mit Nitrat belasteten Gebiete nach AV DüV photo 802 KB

Ausweisung der eutrophierten Gebiete (Gelbe Gebiete)

Achtung Phosphat-Gebiet
Eutrophierung ist ein verstärktes Wachstum von Wasserpflanzen und Algen in Gewässern, das durch eine Anreicherung des Wassers mit Nährstoffen, v.a. durch Phosphor, hervorgerufen wird. Zum Schutz von Oberflächengewässern werden Gebiete mit einer Eutrophierung in Flüssen und Seen als sogenannte "eutrophierte Gebiete" (gelbe Gebiete) ausgewiesen. Die Gebietsausweisung erfolgt nach den Vorgaben der DüV und der AVV DüV.
Weitere Informationen folgen in Kürze.

Karte: Gebietskulisse der eutrophierten Gebiete nach AV DüV photo 764 KB

Anforderungen bei der Flächenbewirtschaftung

In Gebieten mit einer hohen Stickstoffbelastung des Grundwassers (sogenannte „rote Gebiete“) oder einer Eutrophierung von Oberflächengewässern mit Phosphat (Gelbe Gebiete) müssen zusätzliche Auflagen bei der Düngung eingehalten werden. Bestimmte Betriebe in wenig belasteten Gebieten (sogenannte „grüne Gebiete“) können im Gegenzug Erleichterungen erhalten. Die Maßnahmen und Erleichterungen sind in der bayerischen „Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV)“ festgeschrieben.
Traktor mit Mineraldüngerstreuer

Düngereduzierung

Gülleausbringung auf Ackerfläche

Grenze 170 kg N/ha

Zwischenfrucht mit Luzerne

Zwischenfruchtanbau

Bodennahe Gülleausbringung im Getreide-Stoppelacker

Herbstdüngung

verblühte Fläche im Schnee mit Tierspuren

Sperrfrist

Mann zieht Nmin-Bodenprobe

Nmin-Bodenprobe

Untersuchung einer Gülle-Probe

Wirtschaftsdünger-Untersuchung

Gewässerrandstreifen am Bach

Gewässerabstand

Anforderungen im nitratgefährdeten Gebiet (rotes Gebiet)

Achtung rotes Gebiet nach AV Düv
Bei der Düngung im nitratgefährdeten Gebiet müssen die Landwirte auf allen landwirtschaftlich genutzten roten Flächen ihres Betriebs neun zusätzliche Auflagen eingehalten. Sieben Maßnahmen sind bundeseinheitlich (I-VII) und zwei Maßnahmen (VIII-IX) legt jedes Bundesland im Rahmen der DüV mittels der AV DüV selbst fest.
Auf den bayerischen roten Flächen sind folgende neun Maßnahmen einzuhalten:
Reduzierung der Gesamtsumme des ermittelten Stickstoffdüngebedarfs im Betriebsdurchschnitt der roten Flächen um 20 % (I)
  • Der Stickstoffdüngebedarf ist für alle landwirtschaftlich genutzten roten Flächen bis zum Ablauf des 31. März des laufenden Düngejahres zusammenzufassen und im Betriebsdurchschnitt der roten Flächen um 20 Prozent zu reduzieren.
    Somit darf im Schnitt der roten Flächen maximal 80 Prozent des errechneten N-Düngebedarfs gedüngt werden.
  • Wird der Düngebedarf einzelner Kulturen (z.B. Mais) oder Flächen später ermittelt, kann der Stickstoffdüngebedarf entweder einzelflächenbezogen um 20 Prozent gekürzt oder nachträglich in die gesamtbetriebliche Bedarfsermittlung aufgenommen werden. Bei letzterem muss jeweils ein neuer Durchschnitt gebildet werden.
  • Ausnahmen:
    • Bei roten Dauergrünland-Flächen muss die Stickstoffdüngung nicht reduziert werden, sofern das Dauergrünland nicht mehr als 20 Prozent der roten Fläche umfasst. Die Grünlandflächen, die weiterhin nach Bedarf gedüngt werden dürfen, sind in iBalis entsprechend gekennzeichnet.
    • Von dieser Auflage befreit sind Betriebe und Flächen, die nach Düngeverordnung von der Düngebedarfsermittlung ausgenommen sind.
    • Von dieser Auflage sind zudem Betriebe ausgenommen, die im Durchschnitt der roten Feldstücken je Jahr maximal 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon maximal 80 kg je Hektar über mineralische Düngemittel ausbringen (160/80-Regelung). Bei organischen Düngern ist dabei der Gesamtstickstoff, nicht der verfügbare Stickstoff, anzusetzen.
  • Berechnungshilfen:
    Das LfL-Online-Programm zur Düngebedarfsermittlung „LfL Düngebedarf“ wird derzeit aktualisiert und wird, neben der Obergrenze für die Stickstoffdüngung, eine auf die einzelbetrieblichen Anbauverhältnisse angepasste Düngeempfehlung unter Berücksichtigung der 20 Prozent Abschlag ausgeben. Gleichzeitig kann die Anwendung der 160/80-Regelung für den Betrieb überprüft werden.
Grenze 170 kg N/ha schlagbezogen (II)
  • Die Obergrenze 170 kg N/ha für die Ausbringung von organischen Düngemitteln ist im roten Gebiet nicht betriebsbezogen, sondern separat für jeden roten Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit eines Betriebes einzuhalten.
  • Bei Kompost darf die aufgebrachte Menge auf drei Jahre aufgeteilt werden und somit je Schlag bzw. je Bewirtschaftungseinheit 510 kg/Hektar nicht überschreiten.
  • Ausnahme:
    • Von dieser Auflage sind Betriebe ausgenommen, die im Durchschnitt der roten Feldstücken je Jahr maximal 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon maximal 80 kg je Hektar über mineralische Düngemittel ausbringen (160/80-Regelung). Bei organischen Düngern ist dabei der Gesamtstickstoff, nicht der verfügbare Stickstoff, anzusetzen.
Verlängerung der Sperrfristen (III, IV)
  • Die Sperrfrist für Dauergrünland, Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau beginnt auf roten Schlägen am 1. Oktober und endet mit Ablauf des 31. Januar. Die Verschiebung der Sperrfrist für Dauergrünland, Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau ist auch für rote Feldstücke um bis zu vier Wochen später möglich. Hierzu sind die Bekanntmachungen des zuständigen AELF zu beachten.
  • Die Sperrfrist für Festmist von Huf- und Klauentieren oder Kompost beginnt am 1. November und endet mit Ablauf des 31. Januar.
Einschränkung der Stickstoffdüngung im Sommer/Herbst (V, VI)
  • Verbot der N-Düngung von Wintergerste im Herbst
  • Verbot der N-Düngung von Winterraps im Herbst, wenn der verfügbare Bodenstickstoffgehalt mehr als 45 kg N je Hektar beträgt. Der Nachweis erfolgt über eine Stickstoff-Bodenuntersuchung nach der Vorfruchternte oder die N-Simulation der LfL, die hierfür bis zum Sommer 2021 entsprechend weiterentwickelt wird.
  • Verbot der Düngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung. Der Einsatz der Zwischenfrucht als Gärsubstrat in Biogasanlagen stellt keine Futternutzung dar! Betriebe, die einen Bauantrag für zusätzlichem Lagerraum von flüssigen Wirtschaftsdüngern gestellt haben und der Bau noch nicht abgeschlossen werden konnte, können eine Ausnahmegenehmigung zur letztmaligen Düngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung im Sommer/Herbst 2021 beim zuständigen AELF beantragen.
  • Über Festmist von Huf- und Klauentieren oder Komposte darf auf Zwischenfrüchten ohne Futternutzung nicht mehr als 120 kg N/Hektar gedüngt werden.
  • Auf Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau darf im Zeitraum von 1. September bis Sperrfristbeginn maximal 60 kg N/Hektar aus flüssigen organischen Düngemitteln ausgebracht werden.
Anbau von Zwischenfrüchten vor allen Sommerkulturen (VII)
  • Sommerungen dürfen nur mit Stickstoff gedüngt werden, wenn im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut und diese bis 15. Januar nicht umgebrochen und nicht bearbeitet (z.B. durch Mulchen, Walzen etc.) wurde.
  • Ausnahme:
    • Flächen mit Vorfruchternte nach dem 1. Oktober oder einem langjährigen Niederschlagsmittel unter 550 mm sind ausgenommen.
  • Im Frühjahr 2021 dürfen Sommerungen letztmalig auch ohne vorausgegangenen Anbau einer Zwischenfrucht gedüngt werden.
Zusätzlich werden auf den roten Feldstücken in Bayern folgende zwei Maßnahmen einzuhalten sein, wenn sie am 15. Dezember 2020 im Ministerrat beschlossen werden:
Bodenstickstoffuntersuchung (VIII)
  • Der im Boden verfügbare Stickstoff ist grundsätzlich bei Hauptfrüchten auf allen Feldstücken bzw. Bewirtschaftungseinheiten (ausgenommen mehrschnittiger Feldfutterbau und Grünland) jährlich zu ermitteln.
  • Die zugelassenen Untersuchungsverfahren zur Ermittlung des im Boden verfügbaren Stickstoffs sind die Nmin-Methode und die Elektro-Ultrafiltrations-Methode (EUF).
  • Für jede Hauptfrucht-Kultur ist mindestens eine Nmin- oder EUF-Probe zu ziehen. Das Ergebnis ist bei der Düngebedarfsermittlung des beprobten Feldstücks bzw. der beprobten Bewirtschaftungseinheit zu verwenden. Die gleiche Fruchtart (z.B. Winterweizen mit unterschiedlichen Produktionsverfahren oder Körnermais und Silomais) benötigt nur eine Probe, aber zwei Düngebedarfsermittlungen.
  • Für die weiteren nitratgefährdeten Feldstücke einer Kultur kann die Ermittlung des im Boden verfügbaren Stickstoffs mit dem N-Simulationsverfahren der LfL bodenprobenunabhängig erfolgen. Die simulierten Nmin-Werte sind in der Düngebedarfsermittlung nur für die jeweilige Fläche zu verwenden.
  • Für Hopfen, Wein, Spargel und einige Sonderkulturen kann der Nmin-Wert nicht simuliert werden, sondern muss immer über eine Nmin-Probe untersucht werden.
  • Ausnahme:
    • Von dieser Auflage befreit sind Betriebe und Flächen, die nach § 10 Abs. 3 DüV von der Verpflichtung zur Düngebedarfsermittlung ausgenommen sind.
    • Fruchtarten auf roten Flächen, die auf weniger als einem Hektar (Summe aller roten Flächen mit dieser Fruchtart) im Betrieb angebaut werden, benötigen nicht zwingend eine N-Bodenuntersuchung. In diesen Fällen ist eine N-Simulation für diese Fläche/Flächen ausreichend.
    • Bei Zweitfrüchten (2. Hauptfrucht) kann auf roten Flächen eine Bodenprobe gezogen oder der veröffentlichte Nmin-Wert verwendet werden. Eine N-Simulation ist für die Zweitfrüchte nicht möglich.
    • Wenn im roten Gebiet das Bodenstickstoff-Untersuchungsergebnis noch nicht vorliegt, kann mit dem veröffentlichten vorläufigen Nmin-Wert gerechnet werden. Die Bodenprobe muss aber vor der Düngung gezogen worden sein. Der untersuchte Wert muss dann in der Düngebedarfsermittlung nachgetragen werden.
Wirtschaftsdüngeruntersuchung (IX)
  • Der bezogen auf die Stickstoffmenge (kg N) mengenmäßig bedeutendste Wirtschaftsdünger oder Gärrückstand des Betriebes ist vor dem Aufbringen jährlich nasschemisch auf Gesamtstickstoff, verfügbaren Stickstoff und Phosphat im Labor zu untersuchen.
  • Die Nährstoffgehalte müssen zum Zeitpunkt der Ausbringung bekannt sein.
  • Das Untersuchungsergebnis ist für die Düngebedarfsermittlung aller roten Flächen des Betriebes zu verwenden und nach der Düngung in der Dokumentation zu berücksichtigen.
  • Das vorliegende Untersuchungsergebnis darf grundsätzlich nie älter als ein Jahr sein.
  • Ausnahme:
    • Von dieser Auflage befreit sind Betriebe bis max. 750 kg Anfall an Gesamtstickstoff aus Wirtschaftsdüngern pro Jahr, die gleichzeitig keinen Wirtschaftsdünger aufnehmen.
    • Wird der eigene Wirtschaftsdünger nur auf nicht roten Flächen ausgebracht, können auch Basisdaten verwendet werden.
    • Für Biogasbetriebe ist das keine zusätzliche Anforderung, weil eine Untersuchung für Biogasgärrest immer notwendig ist.

Anforderungen im eutrophierten Gebiet (gelbes Gebiet)

Gelbes Gebiet nach AV DüV
Betriebe müssen für alle eutrophierten Feldstücke folgende zwei zusätzliche landesspezifische Maßnahmen durchführen:
Anbau von Zwischenfrüchten vor allen Sommerkulturen (I)
  • Sommerungen dürfen nur mit Phosphat gedüngt werden, wenn im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut und diese bis 15. Januar nicht umgebrochen und nicht bearbeitet (z.B. durch mulchen, walzen etc.) wurde oder wenn eine Stoppelbrache vorhanden war.
  • Ausnahme:
    • Flächen mit Vorfruchternte nach dem 1. Oktober oder einem langjährigen Niederschlagsmittel unter 550 mm sind ausgenommen.
  • Im Frühjahr 2021 dürfen Sommerungen letztmalig auch ohne vorausgegangenen Anbau einer Zwischenfrucht gedüngt werden.
Erweiterte Abstände zu Oberflächengewässern (II)
  • Bei der Aufbringung von phosphathaltigen Düngemitteln auf ebenen Feldstücken sind grundsätzlich 5 Meter Gewässerabstand zur Böschungsoberkante einzuhalten. Beim Einsatz von Exakttechnik (Streubereite = Arbeitsbreite/Grenzstreueinrichtung) reduziert sich der Abstand auf 1 Meter bzw. auf 3 Meter bei 5 % bis < 10 % Hangneigung
  • Auf stark geneigten Feldstücken mit mindestens 10 % Hangneigung innerhalb der ersten 20 Meter zur Böschungsoberkante darf auf den ersten 10 Metern keine Düngung erfolgen. Im Abstand von 10 bis 30 Meter gelten die zusätzlichen Vorgaben für Ackerflächen, d.h.:
    • auf unbestellten Ackerflächen nur bei sofortiger Einarbeitung,
    • auf bestellten Ackerflächen, nur wenn a) mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr, bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung; oder wenn b) ohne Reihenkultur nach Buchstabe a nur bei hinreichender Bestandsentwicklung; oder wenn c) nach Anwendung von Mulch- oder Direktsaatverfahren.

Erleichterung in wenig belastete Gebiete (grünes Gebiet)

Wasserschutzgebiet
Betriebe ohne rote oder gelbe Feldstücke können von Erleichterungen Gebrauch machen, sofern weniger als 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) des Betriebes in Wasserschutzgebieten liegt.
  • Anhebung der Grenzen für Aufzeichnungspflichten (Düngebedarfsermittlung, Dokumentation) von 15 auf 30 ha LF (ohne Flächen nach § 10 Abs. 3, Nr. 1 und 2 DüV)), sofern max. 110 kg Gesamt-N/ha LF aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft jährlich anfallen, max. 3 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren angebaut und keine Wirtschaftsdünger oder Gärrückstände aufgenommen werden.
  • Rinderhaltende Betriebe > 3 GV/ha mit ausreichend Grünland brauchen auch ab 2020 mindestens sechs Monate Gülle-Mindestlagerkapazität. Die genaue Berechnung der erforderlichen Lagerkapazität erfolgt auf Basis der Anteile der Rinderhaltung sowie des Grünlandes der Betriebe im Rahmen des Lagerraumprogrammes der LfL.

Umsetzung in der Praxis/im eigenen Betrieb

Betriebsbezogene Informationen für Landwirte durch iBALIS

Bäuerliche Landschaft mit Betrieb im Hintergrund
Im öffentlich zugänglichen KartenviewerAgrar sowie in der Feldstückskarte des zugangsgeschützten Bereichs vom iBALIS gibt ein Layer Auskunft zur Betroffenheit einer Fläche. Die Gebietskulissen können unter „rote/gelbe Gebiete (AVDüV)“ in der Feldstückskarte eingesehen werden.
Jeder Betrieb erhält in iBALIS eine Übersicht seiner roten und gelben Feldstücke sowie Informationen zu den zusätzlichen Maßnahmen. Die roten Feldstücke sind zudem im FNN mit dem Zusatz „rot (AVDüV)“, die gelben Feldstücke mit dem Zusatz „gelb (AVDüV) gekennzeichnet. Zudem werden auf einer eigenen Übersicht alle betroffenen Feldstücke angezeigt. So hat der Landwirt einen schnellen Überblick, auf welchen Feldstücken die zusätzlichen Auflagen einzuhalten sind.
Die Auflistung der betroffen Feldstücke wird durch Informationen zu den zusätzlichen Auflagen ergänzt.

iBalis – betriebsbezogene Flächeninformationen Externer Link

Betriebliche Anpassungsmöglichkeiten an die rechtlichen Anforderungen im Bereich Düngung und Nährstoffhaushalt

Abbildung einer Ausgabe des Bayerischen landwirtschaftlichen Wochenblatts
Über das Jahr hinweg werden jahreszeitlich aktuelle Themen im Bereich Düngung und betrieblichen Nährstoffhaushalt im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erläutert. Neuerungen und beschlossene Länderregelungen zur Düngeverordnung (DüV), Stoffstrombilanz (StoffBilV), Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger (WDüngV) u.ä. werden zeitnah bekannt gegeben.
In der 2020 veröffentlichten DüV-Serie werden betriebliche Anpassungs- und Umsetzungsmöglichkeiten im Pflanzenbau als auch in der Tierhaltung aufgezeigt.

DüV-Artikelserie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW)

Forschungsergebnisse zur Umsetzung der rechtlichen Anforderungen im Bereich Düngung und Nährstoffhaushalt

An der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft werden regelmäßig Forschungsprojekte durchgeführt, im Rahmen der Düngegesetzgebung den Nährstoffhaushalt landwirtschaftlicher Betriebe zu optimieren. Dazu zählen vor allem der effiziente Einsatz von Dünge- und Futtermitteln und die Vermeidung von Nährstoffverlusten.

Forschungsergebnisse im Bereich Nährstoffhaushalt Externer Link