Silomais Reifemonitoring

Maispflanzenfeld

In einem Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt werden immer ab Mitte August im wöchentlichen Abstand Trockensubstanzgehalte von fünf Silomais-Sorten in verschiedenen Regionen Bayerns erfasst und veröffentlicht.
Dies ist ein weiteres Instrument zur Ernteplanung bei Silomais für die landwirtschaftliche Praxis in Bayern.

Silomais - Starke Schwankungen beim TS-Zuwachs

In der vergangenen Woche gab es beim Silomais bayernweit stark schwankende TS-Zuwächse von 0 bis über 7 %. Im Durchschnitt aller Standorte und Sorten kam es zu einem Zuwachs von 3,2 %. Somit liegt der TS-Gehalt aktuell bei 26 % und damit nicht mehr weit weg von den angestrebten 30 - 35 %. Spitzenreiter mit einem Zuwachs von 7,7 % innerhalb einer Woche ist der Standort Schwarzenau (Kitzingen). Hier sind zusammen mit Ruhstorf a.d. Rott, und Regenstauf (Regensburg) die höchsten TS-Gehalte zu finden. An diesen Standorten ist die Siloreife erreicht und die Ernte sollte zeitnah erfolgen. Gleiches gilt für Rotthalmünster (Passau), hier sollten ab nächster Woche auch die mittelspäten Sorten im optimalen Erntefenster sein.
Es wird sich erst bei der Ernte zeigen, wie gut die Befruchtung und damit Einkörnung in den Kolben der einzelnen Bestände war. Denn hierfür ist ausreichend Niederschlag insbesondere zur Blüte notwendig.

Siloreifemonitoring – Berichte der Vorwoche

Maisjahr 2025: Große Unterschiede auf Bayerns Feldern

Die Maisbestände in Bayern präsentieren sich in diesem Sommer sehr unterschiedlich. Während auf manchen Flächen kräftige Pflanzen mit hohem Ertragspotenzial stehen, kämpfen andere Bestände mit Trockenstress bis hin zum Totalausfall.

Von März bis Mai fielen in Bayern im Schnitt nur rund 113 l/m² Niederschlag und damit etwa ein Drittel weniger als im langjährigen Mittel. Gepaart mit einer hohen Anzahl an Sonnenstunden und überdurchschnittlichen Temperaturen ermöglichte dies zwar auf gut strukturierten Böden zunächst günstige Saatbedingungen, auf leichten und flachgründigen Standorten kam es jedoch schon früh zu Trockenstress. Besonders betroffen waren Regionen, in denen durch ausbleibende Winterfeuchte kein ausreichender Wasservorrat im Boden vorhanden war. So konnte sich der Mais dort nach der Saat nur zögerlich entwickeln.

Die Aussaat startete vielerorts früher als üblich teilweise schon Anfang April und war Mitte Mai abgeschlossen. Wo die Böden befahrbar, aber dennoch ausreichend feucht waren, ging der Mais zügig auf. Doch kühle Nächte und Spätfröste – Ende Mai teils unter −5 °C – bremsten das Wachstum lokal aus. Eine fristgerechte Unkrautbekämpfung und Düngung waren dieses Jahr problemlos möglich, allerdings wirkten die Bodenherbizide aufgrund der trockenen Bedingungen oft nicht ausreichend, sodass stellenweise eine Nachbehandlung notwendig war. Ende Mai und Anfang Juni führten kräftige Stürme sowie regional auftretende Hagelereignisse zu erheblichen Schäden. Die Schafskälte im Juni mit Temperatursturz in der Nacht bei gleichzeitiger Trockenheit am Tag stoppte die Entwicklung in vielen Beständen nahezu. Der einsetzende Regen im Juli sorgte insbesondere im südlichen Bayern für eine Entspannung der Lage.

Ertragserwartungen

Die Ertragserwartungen fallen je nach Saattermin, Jugendentwicklung und erfolgreicher Unkrautbekämpfung unterschiedlich aus. Früh gesäte Bestände auf guten Böden mit ausreichender Wasserversorgung haben beste Chancen auf gute Erträge.
Allerdings hat die Trockenheit vor allem in Franken in diesem Jahr wieder deutliche Spuren hinterlassen. In einigen Futterbaubetrieben werden voraussichtlich etliche Körnermaisbestände frühzeitig gehäckselt und siliert, um Futtermangel zu umgehen. Hier ist insgesamt mit deutlichen Ertragseinbußen zu rechnen.

Digitale Hilfe bei der Reifeeinschätzung

Wann ist der Mais erntereif? Darauf hat der Temperaturverlauf des Jahres einen wesentlichen Einfluss. So hat sich die Auswertung der Temperatursummen bei der Vorhersage des Erntetermins von Silo- und Körnermais als ein hilfreiches Instrument erwiesen. Für frühe (Reifezahl bis 220), mittelfrühe (230-250) und mittelspäte Sorten (ab Reifezahl 260) gibt es bestimmte Temperatursummen, bei denen die Silo- bzw. Kornreife erreicht sein sollte.
Aber wie hoch ist die Temperatursumme für den Mais am eigenen Standort? Das kann jeder Interessierte in Bayern im GeoBox-Viewer der LfL nachschauen. Standortgenau können dort die aufsummierten Tagesdurchschnittstemperaturen seit der Maissaat abgerufen werden. Unter dem Reiter „Standortpass“ oben rechts kann die gewünschte Information „Reifeprognose Mais“ eingestellt werden. Mit Klick auf den gewünschten Standort auf der Karte zeigt das Programm automatisch die Temperatursumme für einen Saattermin am 20.04. an. Nach Eingabe des tatsächlichen Termins wird die jeweilige aktuelle Temperatursumme individuell berechnet. Die Erntereife tritt ein, wenn die Summe die in der Darstellung eingezeichneten Werte für die jeweilige Reifegruppe erreicht hat.

Reifeprognose Mais: Anwendung GeoBox-Viewer

Reifeprognose 2024 für Standort Ruhstorf als Beispiel

Die Grafik zeigt den Verlauf der „Temperatursumme Mais“ am Beispiel Ruhstorf an der Rott (Aussaat 29.04.2024). Sie bildet die Pflanzenentwicklung im Lauf der Saison ab. Der typische Verlauf für dieses Jahr ist ein regelmäßiger Anstieg der Temperatursumme, die von Beginn an über dem langjährigen Mittel liegt. Ab Anfang Juli ist ein starker Anstieg verzeichnet, der über dem Vorjahresniveau bleibt.

Grafik mit dem Temperaturverlauf zur Reifeprognose Mais

Reifemonitoring: 2. Messung am 22.08.2025

Die Werte geben den Trockensubstratgehalt der jeweiligen Sorten in Prozent an
Ort (Landkreis)Wesley S210Wesley S210DKC 3117 S230DKC 3117 S230P83224 S240P83224 S240Farm- power S260Farm- power S260Senator S280Senator S280Mittel- wertMittel- wertTS Zu- nahme in %
15.08.22.08.15.08.22.08.15.08.22.08.15.08.22.08.15.08.22.08.15.08.22.08.
Großbreitenbronn (Ansbach)20,824,720,7 24,6
20,422,919,621,419,320,520,222,82,7
Bayreuth (Bayreuth)23,128,027,332,426,529,424,327,823,025,824,8
28,73,8
Neuhof (Öko)
(Donau-Ries)
18,120,018,222,019,022,618,522,8n.v.n.v18,521,93,4
Fraunberg (Erding)25,727,928,329,025,727,523,624,922,924,325,226,71,5
Puch (Fürstenfeldbruck)19,622,921,222,920,622,320,022,318,619,520,022,02,0
Osterseeon
(Ebersberg)
22,222,521,122,722,624,321,121,619,721,321,322,51,1
Schwarzenau (Kitzingen)27,235,428,2 35,9
25,638,225,429,123,630,026,0
33,77,7
Achselschwang
(Landsberg/Lech)
23,226,023,527,023,928,321,124,220,822,922,525,73,2
Landsberg
(Landsberg/Lech)
20,020,020,319,320,020,718,318,017,717,719,3
19,1-0,1
Strass/Burgheim (Neuburg-Schrobenhausen)20,623,420,122,921,023,319,922,119,720,520,3
22,42,2
Rotthalmünster (Passau)28,632,528,929,927,130,926,230,724,828,327,130,53,3
Ruhstorf (Passau)30,834,230,4 34,328,632,026,329,625,229,228,331,93,6
Regenstauf (Regensburg)32,433,833,530,530,832,2
Arnstorf (Rottal-Inn)28,128,928,624,225,227,0
Steinach/Ascha (Straubing-Bogen)27,029,326,829,524,029,123,326,023,225,024,927,82,9
Almesbach (Weiden)21,223,921,821,821,823,520,419,519,519,920,921,70,8
Mittelwert23,427,024,127,323,327,322,024,721,424,122,826,03,2
* keine Werte vorhanden

Hilfreiche Informationen vom Institut für Tierernährung zur Silierung von trockengeschädigtem Mais und zum Einsatz von Siliermitteln:

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