Vorkommen, Bewerten, Vermeiden
Bakterien und Pilze in Futtermitteln
Länderübergreifende Zusammenarbeit der Landesanstalten für Landwirtschaft
Die Beurteilung einer mikrobiologischen Untersuchung von Futtermitteln ist häufig Fachleuten vorbehalten. Dabei ist es auch für den Landwirt bzw. Futtermittelunternehmer wichtig, die Ergebnisse richtig interpretieren zu können, um Rückschlüsse auf Futter und Lagerung schließen zu können.
Futtermittelhygiene - Schimmelpilze
Zur Sicherung hoher Leistungen mit der gewünschten Produktqualität und einer guten Tiergesundheit ist die Gewährleistung optimaler Bedingungen in der Haltung, der Fütterung und der Krankheitsvorsorge ein unabdingbares Erfordernis. Zwischen den verschiedenen Störfaktoren bestehen Interaktionen. Dadurch potenzieren sich die möglichen Schäden, und die Ursachenerkennung wird erschwert. Ein bedeutsamer Einflussfaktor auf Gesundheit und Leistung ist die Futtermittelhygiene. Besondere Bedeutung dabei haben Schimmelpilze. Ein Teil von ihnen bildet Mykotoxine. Die Schimmelpilze können sowohl die wachsende und reifende Pflanze auf dem Feld befallen oder sich bei ungenügender Konservierung im Lagergut vermehren. Das kann zu Schäden an den Pflanzen oder zum Verderb von Getreide, Stroh, Heu oder Silagen führen.
Mykotoxine
Ein hohes Gefährdungspotenzial besitzen die von den Schimmelpilzen gebildeten Mykotoxine. Sie können schon in sehr geringen Konzentrationen Wachstums- und Fruchtbarkeitsstörungen bei den Tieren verursachen. Außerdem begünstigen sie wegen ihrer immunsuppressiven Wirkung das Auftreten und den Schweregrad von Infektionskrankheiten. Das Erkennen der Schadwirkungen durch Mykotoxine ist schwierig, da selten typische Erkrankungsbilder ausgelöst werden und chronische Leistungs- und Gesundheitsdepressionen dominieren. Häufig sind die suspekten Futtermittel nicht mehr verfügbar, so dass retrospektive Untersuchungen zum mykologischen und mykotoxikologischen Status im Verdachtsfall nicht mehr möglich sind.
Beratungsunterlage
Mit der Beratungsunterlage sollen Hinweise zur Interpretation von Analysenergebnissen im landwirtschaftlichen Betrieb und zur Entscheidungsfindung bei beginnendem Futterverderb gegeben werden. Dazu sind die aktuellen Bewertungsmaßstäbe dargestellt, um vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Mykotoxinen in Futtermit-teln (Futtergetreide, Grünfutter, Silage, Heu und Stroh) und zur Minderung ihrer Schadwirkung durchzuführen.
Die Beratungsunterlage erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit möchte aber doch das wesentliche beinhaltet wissen. Sie wird regelmäßig überarbeitet, sodass der Nutzer sicher sein kann, den gegenwärtigen Stand des Wissens zusammengefasst und mit den anderen Ländern abgestimmt, vorliegen zu haben. Der Schwerpunkt soll auf den vorbeugenden Maßnahmen liegen, die auch die Umsetzung in die Praxis ermöglichen.
Orientierungswertschema
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Auf das Feld kommen die Mutterkörner entweder bei der Ernte oder über das Saatgut. Im Frühjahr keimen die Mutterkörner aus und entlassen ihre Ascosporen. Gelangen sie auf die Narbe einer Gramineenblüte, kann es zur Infektion kommen. Besonders frühblühende Gräser wie Acker- und Wiesenfuchsschwanz können Getreidebestände infizieren.
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