Ölfrüchte
Landessortenversuche Raps

Ein länderübergreifend organisiertes Sortenversuchswesen garantiert eine objektive Prüfung der neuesten EU weit angebotenen Sorten. Standortangepasste Sorten sind der Grundstein für eine wirtschaftliche und umweltgerechte Produktion.

Versuchsbericht

Gescheiteltes Rapsfeld kurz vor der ErnteZoombild vorhanden

Exakte und verlustarme Ernte: Rapsversuche werden von Hand gescheitelt

Die Rapsaussaat der Landessortenversuche 2019 erfolgte an sechs Standorten im Zeitraum vom 23. bis 28. September unter guten Bedingungen. Der Aufgang war zügig und gleichmäßig. Lediglich in Oberhummel kam es in der Nacht vor der Ansaat zu ausgiebigen Niederschlägen in das bereits hergerichtete Saatbeet. Dies führte zu einem ungleichmäßigen Auflauf der Prüfung, was sich später verwuchs. Am Standort Arnstein (Unterfranken) führte ein später Auflauf zu einer mangelhafte Entwicklung mit starker Schädigung durch den schwarzen Kohltriebrüssler, so dass die Prüfung aufgegeben und nicht beerntet wurde. Teilweise war der Herbst sehr trocken (Franken) dadurch gingen einige Bestände etwas schwach in den milden Winter, der schadlos überstanden wurde. Frühjahrstrockenheit führte teilweise zu einer sehr frühen Blüte ab Anfang April. Die Bestände blieben insgesamt eher kurz. Starke Temperaturdifferenzen und Nachtfröste von minus 5 Grad während der teilweise bis zu 5-wöchigen Blütezeit spiegelten sich in Wachstumsrissen wider. Rechtzeitig zum Blühende setzten die dringend benötigten Niederschläge ein, so dass vielerorts zur Kornfüllungsphase ausreichend Wasser zu Verfügung stand. Wo die Witterung zu feucht war, kam es zum Pilzbefall an den Stängel. Vereinzelt wurde im Herbst Erdflohbefall sowie im Frühjahr ein starker Schädlingseinflug von Rapsglanzkäfern und Großen Rapsstängelrüsslern beobachtet, die im LSV rechtezeitig bekämpft werden konnten. Eine Fungizidbehandlung in der Blüte wurde nicht durchgeführt, da bis zu diesem Zeitpunkt die trockene Witterung den Infektionsdruck gering hielt.
Zwischen dem 09. und 23. Juli konnten die Versuche unter guten Bedingungen beerntet werden. Mit im Mittel nahezu 54 dt/ha wurde dieses Jahr mehr gedroschen als in den letzten Jahren. Die Kornerträge schwanken zwischen 47,3 und 66 dt/ha. In Buchdorf (LK Donau Ries) wurde mit 66 dt/ha ein zufriedenstellender Kornertrag erzielt, wohingegen potentiell gute Standorte in Oberbayern und im südlichen Schwaben 50 dt/ha und weniger erreichten. Hier kam es bei der Abreife bedingt durch sehr feuchte Witterung zu starken Pilzbefall an den Stängeln, die Kornfüllung war unzureichend. Es ist zu erwarten, dass sich die starke standortabhängige Differenzierung auch in der Praxis widerspiegeln wird.

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