Triticale – Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Triticale-Feld in Nahaufnahme

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik standen heuer in Bayern rund 63.600 ha Wintertriticale zur Körnernutzung und damit geringfügig weniger als im Vorjahr. Die Triticalefläche zur Erzeugung von Ganzpflanzensilage hat dagegen leicht zugenommen und betrug 23 000 ha. Der Anbau von Sommertriticale ist gering und umfasste 1500 ha.
Bayernweit lagen heuer die Triticaleerträge in der Praxis mit 63 dt/ha in etwa auf Vorjahresniveau und um rund 3 dt/ha über dem Zehnjahresmittel. Betrachtet man nur die konventionellen Betriebe, deren Anteil an der Ertragserhebung in den letzten Jahren 85 Prozent ausmachte, bewegte sich der Durchschnittsertrag heuer um die 67 dt/ha.

Wie in den letzten drei Jahren war der Krankheitsdruck auch heuer meist gering und Lager trat nur vereinzelt auf. Dies hatte zur Folge, dass in den Landessortenversuchen (LSV) in der intensiven Stufe 2 im Mittel nur 5 dt/ha bzw. 5 % mehr geerntet wurden als in den nicht mit Fungiziden und nicht/kaum mit Wachstumsreglern behandelten Parzellen der Stufe 1. Aufgrund des geringen Ertragsunterschieds war die Intensitätssteigerung, wie auch in den drei Jahren zuvor, an allen LSV-Orten unwirtschaftlich. Der Berechnung liegen ein Triticalepreis von 14,80 dt/ha sowie Kosten von 19,50 €/ha für den überbetrieblichen Pflanzenschutzmitteleinsatz zugrunde. Bei feucht-warmer Witterung zur Blüte, vor allem in Verbindung mit Maisvorfrucht, kann eine Fusariumspritzung zur Senkung des Toxinrisikos sinnvoll sein.

Landessortenversuche

Kommt es jedoch wieder einmal zu einem hohen Krankheits- und Lagerdruck, ist die Intensitätssteigerung dagegen durchaus wirtschaftlich. Dies zeigte sich in den Versuchen 2015 und 2016. Der zusätzliche Pflanzenschutzeinsatz brachte dort im Mittel Mehrerträge von rund 20 %. Dies zeigt, dass eine sorgfältige Bestandsbeobachtung und die Anpassung der Behandlungen an das aktuelle Befallsgeschehen entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind.
Bei geringem Krankheits- und Lagerdruck lohnt es sich oftmals nicht, Fungizide und Wachstumsregler einzusetzen. Das trifft besonders beim Anbau gesunder und standfester Sorten zu.

Sortenwahl

Bei der Sortenwahl ist es sinnvoll, neben dem Ertrag der Intensivvariante auch das Ergebnis der extensiven Stufe 1 sowie die Standfestigkeit und die Resistenzausstattung zu berücksichtigen. Denn Sorten mit ausgeglichen guten Anbaueigenschaften sind in der Regel problemloser in der Bestandesführung und kommen auch mit einem weniger intensiven Pflanzenschutz gut zurecht.
Da Triticale meist verfüttert wird, ist der Gehalt an Fusariumtoxinen im Erntegut von Bedeutung. Vor allem in der Schweinefütterung führen diese Giftstoffe, von denen das Toxin Deoxynivalenol (DON) das mengenmäßig bedeutsamste ist, immer wieder zu gesundheitlichen Problemen. Besonders Schweinehalter sollten deshalb Sorten mit einer guten Fusariumresistenz wählen. In den Fusarium-Provokationsversuchen, in die zur Sicherstellung eines ausreichenden Befalls Maisstoppeln eingestreut werden, weisen die Sorten mit einer mittleren bis geringen Fusariumresistenz (Symbol (-) in der Sortenbeschreibung) einen drei- bis viermal so hohen DON-Gehalt auf als die mit gut (Symbol: +) eingestuften Sorten.
Neben der Sortenwahl tragen auch die Vermeidung von Maisvorfrucht, die Förderung der Verrottung von Ernterückständen (z.B. durch Zerkleinern), eine wendende Bodenbearbeitung nach Maisvorfrucht sowie eine gezielte Fusariumspritzung zur Blüte bei Infektionsgefahr dazu bei, das Fusariumrisiko zu senken.
Die Erträge werden im Folgenden nach Stufe 1 und 2 getrennt ausgewiesen. Die extensive Stufe dient der Beschreibung der Resistenzeigenschaften und der Lagerneigung der Sorten. Die intensive Stufe mit bedarfsgerechtem Wachstumsregler- und Fungizideinsatz gibt dagegen Auskunft über das Ertragsvermögen bei intensiver Bestandesführung.

Aktuelle Ergebnisse und Sortenempfehlung