Forschungs- und Innovationsprojekt
Integration pflanzengenetischer Ressourcen in die Sojazüchtung – Soja Kühle & Protein

Blätter der Sojapflanze mit Schotenansatz

Soja in Bayern: Effiziente Nutzung natürlicher Diversität bei der markergestützten Züchtung klimaangepasster Sojasorten für heimische Anbaubedingungen

Die Sojazüchtung stützt sich derzeit auf einen genetisch extrem engen Sortenpool, dessen Aufweitung durch das Einkreuzen von pflanzengenetischen Ressourcen (PGRs) mit positiven Eigenschaften unter Berücksichtigung möglicher Ertragsverluste erreicht werden kann. An der LfL wurden PGRs mit vielversprechenden Eigenschaften hinsichtlich züchtungsrelevanter Merkmale identifiziert und entsprechende molekulare DNA-Marker entwickelt, die begleitend in Kreuzungsprogrammen eingesetzt werden können.

Ziel

Hauptziel des Projekts ist die Integration von natürlichen pflanzengenetischen Ressourcen (PGRs) in Zuchtprogramme durch die Validierung merkmalstragender PGRs unter heimischen Anbaubedingungen und die markerbasierte Bereitstellung von Pre-breeding Material. Im Projekt sollen insbesondere die Zuchtmerkmale Proteingehalt und Kühletoleranz betrachtet werden. Proteingehalte von 43 - 45 % sind wünschenswert und kommen in ausgewählten PGRs natürlich vor. Zudem konnten PGRs mit guter Kühletoleranz im Keimlings- und Sämlingsstadium an der LfL unter kontrollierten Bedingungen identifiziert werden. Im Projekt sollen die PGRs mit hohem Proteingehalt bzw. guter Kühletoleranz in Feldversuchen und Laboranalysen untersucht und validiert werden.

Methoden

Unter Verwendung zeitlich versetzter Aussaattermine soll die unter kontrollierten Bedingungen festgestellte Kühletoleranz unter natürlichen Anbaubedingungen bestätigt und der Einfluss der verschiedenen Aussaattermine auf den Ertrag ermittelt werden. Der Proteingehalt der Sojabohnen unter heimischen Anbaubedingugen wird mittels NIR Spektroskopie bestimmt. Final werden phänotyp- und genotypbasierte Kreuzungskombinationen zwischen PGRs und ertragreichen Zuchtsorten zur Bereitstellung von Pre-breeding Material für bayerische Sojazüchter erstellt und mit Hilfe von etablierten medium-throughput Markeranalysen sowohl die Kreuzungsprogramme kontrolliert als auch die positiven Allele der PGRs markergestützt selektiert.

Ergebnisse

Die Aussaatvorbereitungen für das erste Versuchsjahr 2021 sind abgeschlossen. Phänotypische Daten zu Aufgang, Blühzeitpunkt, Wuchshöhe und Reife werden während der gesamten Vegetationsperiode erhoben, die Proteingehalte werden am Erntegut gemessen. Erste Ergebnisse werden im Frühjahr 2022 erwartet.

Projektinformation
Projektleitung und -bearbeitung: Dr. Grit Schwertfirm, IPZ1b (Genomanalyse)
Projektlaufzeit: 01.03.2021 - 30.06.2023
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF)
Förderkennzeichen: E/20/02
Kooperationspartner: LfL, Pflanzenbausysteme und Züchtungsforschung bei Mais und großkörnigen Leguminosen, Dr. Christine Riedel, Dr. Joachim Eder