Fachexkursion zur Manufaktur Jörg Geiger

Streuobst in seiner ganzen Vielfalt schmecken und hinter die Kulissen des Anbaus blicken – das durften die 34 Teilnehmenden der Fachexkursion Streuobst zur Manufaktur Jörg Geiger im Juni 2026. Begrüßt wurde man mit einem Streuobstmenü im Restaurant der Familie Kottmann in Bad Ditzenbach (BW), bevor die Manufaktur Jörg Geiger die Anbauflächen sowie die Manufaktur besichtigt wurde. "Das Erlebte ist beeindruckend, zum Übernehmen dieser Ansätze braucht es solche Ausnahmepersönlichkeiten, wie wir sie erlebt haben", brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt.

Familie Kottmann – Gasthof Hirsch in Bad Ditzenbach

Bei Familie Kottmann wird Streuobst in all seinen Facetten gelebt: Von der Brennerei über die Küche bis zum Sortenerhalt und der Umweltbildung. Die Vielfalt dessen, was Streuobstwiesen an Geschmack bieten, wurde von Andreas und August Kottmann mehrfach betont. Die gesamte Geschmacksvielfalt zu nutzen, erfordert allerdings ein umfassendes Sortenwissen – denn jede Sorte hat ihre Verwertung. Und die beiden haben nicht nur die verschiedenen Obstarten und -sorten im Blick, sondern auch die Kräuter und Sträucher im Unterwuchs.
Auch das herausfordernde Thema, mehr Streuobst in die Gastronomie zu bringen, wurde diskutiert. Dabei ist der erfolgversprechende Weg nach August Kottmann Nähe zwischen Erzeuger und Koch zu schaffen, um diesen von Streuobst zu überzeugen.
Ein besonderes Anliegen ist es August Kottmann, den eigenen Erfahrungsschatz weiterzugeben, in Brenn- und Kochkursen oder Aktionen mit Kindern. Denn nur durch Weitergabe und Austausch erhält das eigene Wissen einen Wert, davon ist er überzeugt.

Gasthof-Restaurant Hirsch Externer Link

Manufaktur Jörg Geiger

Die Manufaktur Jörg Geiger in Schlat am Fuße der Schwäbischen Alb kreiert seit 2003 aus alten Obstsorten und unter Einsatz einer Vielzahl von Gewürzen, Kräutern und Blüten einzigartige Getränke. Begrüßt wurden wir von Jörg Geiger persönlich mit einer seiner neuesten Kreationen – dem TeaSecco – und begeisternden Worten zu dem, was ihm ein besonderes Anliegen ist – ein gesunder Boden und zukunftsfähiger Streuobstanbau.
Aus diesem Grund ist die Manufaktur in der Mostbirnenzüchtung aktiv und hat bereits rund 5000 Kreuzungen als Sämlinge ausgepflanzt. Außerdem werden Unterlagen getestet, die gegen Birnenverfall resistent sind. Um die Symbiose von Baum und Bodenleben zu fördern, wird eine Reihe an Maßnahmen ergriffen: Unter anderem eine Vorbereitung des Bodens mit Voransaat, Düngung mit Bokashi, Kalkungen nach Bedarf, Ammenbäume und Tiefenlockerung – was in der Runde zu angeregten Diskussionen führte.
Besonders mit der alkoholfreien Produktpalette hat sich die Manufaktur einen Namen gemacht. Hier wird seit wenigen Jahren auch mit einer Anlage zur Entalkoholisierung gearbeitet, was die Geschmacksvielfalt noch breiter aufstellt. Die Rohstoffe von der Streuobstwiese stammen nicht nur von den eigenen Anbauflächen, sondern werden zum Großteil über den Verein Schwäbisches WiesenObst e.V. aus der Region bezogen. Auf Qualität wird dabei großen Wert gelegt und auch entsprechend entlohnt: Bis zu 70 €/dt zahlte die Manufaktur für bestimmte Sorten vergangene Saison.

Manufaktur Jörg Geiger Externer Link