Rapsextraktionsschrot

1. Herstellung

Rapsschrot
Rapsextraktionsschrot (RES) ist ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Rapsöl. Die Ölgewinnung erfolgt in zwei Schritten:
Die Rapssaat wird zuerst geschrotet und erwärmt, was die Ölausbeute beim anschließenden mechanischen Auspressvorgang erhöht. Der dabei entstehende Rapskuchen hat immer noch einen Restölgehalt von ca. 8 – 18 %.
Mit einem Lösungsmittel (z.B. Hexan) wird der Großteil des restlichen Öls extrahiert (Restfettgehalt 2 - 3 %). Das Lösungsmittel wird aus dem RES durch Anwendung von heißem Wasserdampf unter Druck wieder herausgelöst („toasten“).

2. Inhaltsstoffe pro kg TM im Vergleich zu Sojaextraktionsschrot (nach Gruber Tabelle 2021)

Rapsextraktionsschrot
(RES)
Sojaextr.-Schrot (44 % XP)
(SES)
Trockenmasse [g]900880
Rohasche [g]7767
Rohprotein [g]392500
nXP [g]254291
UDP [%]3530
Lysin [g]2130,6
Methionin [g]7,66,8
NEL [MJ]7,18,6
ME [MJ]11,813,8
pansenabbaubare Kohlenhydrate [g]79164
Rohfett [g]3614
Rohfaser [g]14368
Kalzium [g]8,73,1
Phosphor [g]13,67,0
Natrium [g]0,50,2
Kalium [g]15,422,0

3. Beachte

  • Auch 00-Raps (frei von Erucasäure und arm an Glucosinolaten) kann noch Glucosinolate aufweisen, die die Futteraufnahme und die Leistung beeinträchtigen können. Als Obergrenze gelten deshalb 15 mmol Glucosinolate/kg FM.
  • Da bei Fütterung von Rapsfuttermitteln weniger Jod in die Milch übergeht, beträgt die Versorgungsempfehlung in diesem Fall 1 mg Jod/kg TM in der Gesamtration.
  • Durch das Toasten mittels Druck und Temperatur wird die Eiweißqualität verändert (UDP-Gehalt 35 % gegenüber Rapskuchen mit 15 % und SES mit 30 %). Treten dabei zu hohe Temperaturen auf, ist dies an einer dunkleren Färbung und an einem brenzligen Geruch zu erkennen. Dies kann die Eiweißverdaulichkeit und die Futteraufnahme beeinträchtigen.
  • Durch das Toasten mittels Druck und Temperatur wird die Eiweißqualität verändert (UDP-Gehalt 35 % gegenüber Rapskuchen mit 15 % und SES mit 30 %).
  • Rapsextraktionsschrot enthält:
    • weniger Rohprotein, nXP und Energie als SES, was bei der Rationszusammenstellung berücksichtigt werden muss.
    • deutlich mehr Kalzium und Phosphor als SES. In Rationen mit RES wird daher weniger Kalzium und i.d.R. kein Phosphor im Mineralfutter benötigt.
    • weniger Lysin, jedoch mehr Methionin als SES.
    • weniger pansenabbaubare Kohlenhydrate als SES.
  • Die DCAB (Kationen-Anionen-Bilanz) des RES ist negativ, was sich günstig in der Trockensteherfütterung auswirkt. In Laktierenden-Rationen sollten jedoch mindestens + 150 meq/kg TM erreicht werden.

4. Einsatzempfehlungen

NutzungsrichtungEinsatzempfehlungerprobte
Höchstmenge
Aufzuchtrind, FresserNach ProteinbedarfKeine Einschränkung
MilchkuhNach ProteinbedarfKeine Einschränkung
Mastrinder ab 200 kgNach ProteinbedarfKeine Einschränkung