Projektstart
DigiMilchPro folgt auf DigiMilch

Bundesagrarminister Alois Rainer übergibt den Förderbescheid für DigiMilchProZoombild vorhanden

Minister Alois Rainer übergibt Förderbescheid DigiMilchPro

Aufbauend auf die Strukturen des Experimentierfeldes DigiMilch geht jetzt das Projekt DigiMilchPro an den Start. Im Rahmen der Grünen Woche in Berlin überreichte der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer am 19. Januar 2026 den neuen Förderbescheid an das Team von DigiMilchPro und LfL-Präsident Stephan Sedlmayer.

Das Projekt DigiMilchPro mit den Partnern Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft – Institut für Tierhaltung, Tierernährung und Futterwirtschaft sowie Institut für Landtechnik, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf – Professur für Bioinformatik, Hochschule Osnabrück – Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur sowie Ludwig-Maximilians-Universität München – Tierärztliche Fakultät wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert und von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) getragen.

Das Projekt läuft bis 30. September 2028. DigiMilchPro ist der Kurztitel des Projekts, der ausgeschriebene Projekttitel lautet: Anwendungsbeispiele für den Einsatz von digitalen Technologien, künstlicher Intelligenz, optimiertem Datenmanagement und Vernetzung von Geräten zur Verbesserung des Tierwohls und des Betriebs- und Weidemanagements in der Prozesskette Milcherzeugung.

Die wichtigsten Informationen zum neuen Projekt DigiMilchPro

Dr. Isabella Lorenzini

Dr. Isabella Lorenzini (Projektkoordination):
"Nachdem ich das Projekt DigiMilch sechs Jahre lang begleitet habe, übernehme ich jetzt zusammen mit meiner Kollegin Frau Maria Schneider – am Institut für Landtechnik tätig, Frau der ersten Stunde bei DigiMilch und im Bild oben mit der Förderurkunde zu sehen – die Projektkoordination von DigiMilchPro für die nächsten drei Jahre. Ich bin vor allem gespannt darauf, gemeinsam mit den neuen Projektpartnern unser Netzwerk immer weiter auszubauen und immer mehr Landwirtinnen und Landwirte mit unseren Erkenntnissen aus dem Zusammenwirken von Forschung und Praxis zu erreichen – mit konkreten Lösungen, digital, praxisnah und am Wohl von Mensch und Tier ausgerichtet."

DigiMilchPro besteht aus vier Teilprojekten

  1. Datenmanagement und Datenvernetzung im Feld mit
    1. Vernetzung von Felddaten im Farmmanagement-Informationssystem (FMIS)
    2. Teilflächenspezifische Grünlandbewirtschaftung
  2. KI-Einsatz zur Verbesserung des Tierwohls mit
    1. Indirekte automatische Lahmheitserkennung
    2. Direkte automatische Lahmheitserkennung
    3. Kombination der indirekten und direkten automatischen Lahmheitserkennung
    4. Erfassung der tierindividuellen Hitzebelastung
  3. Weidemanagement im Milchviehbetrieb mit
    1. Automatische Melksysteme (AMS) und Weide
    2. Virtuelle Weidezäune
  4. Wissenstransfer mit
    1. Wissenstransfer nach außen
    2. Wissenstransfer zwischen den Experimentierfeldern
Stefan Thurner

Stefan Thurner (Teilprojekt Datenmanagement und Datenvernetzung im Feld):
"DigiMilchPro hat mit seinem neu sortierten Themenspektrum enorme Potentiale, Optimierungen für Landwirte an Stellen zu finden, die derzeit auf vielen Betrieben noch nicht im Fokus stehen – weil die Betriebe nicht wissen, wie sie die Daten nutzen können. Wir werden diese Themen und weitere Fragen im Bereich Digitalisierung rund um die Milchviehhaltung mit DigiMilchPro so dynamisch und agil wie bisher mit DigiMilch angehen. Gemeinsam mit den Industriepartnern wollen wir erreichen, dass die digitalen Helfer möglichst bald auf allen Betrieben bei Entscheidungen und der Arbeitserledigung unterstützen können. Mit der Arbeitsgruppe zur Verfahrenstechnik Grünland und Futterbau verfolgen wir das Thema Ertragserfassung auf dem nächsten Level weiter: Wir kümmern uns um den Datentransfer zwischen verschiedenen Systemen und um die Dateninterpretation in Richtung Ertragszonen. Weiterhin wollen wir auf drei Betrieben herausfinden, ob die Grünlandbewirtschaftung nach Ertragszonen bei Nachsaat, Düngung und auch Schnittnutzung einen Mehrwert für den Landwirt in Form von weniger Kosten, höherem Ertrag und besserer Futterqualität liefern kann."

DigiMilchPro forscht praxisnah

Digitalisierung stellt besonders für die kleinstrukturierte Landwirtschaft und für familiengeführte Milchviehbetriebe eine vielversprechende Entwicklung dar. Dank der Optimierung der Prozesse und durch Möglichkeiten, die Arbeitseffizienz zu erhöhen, bietet das vielfältige Angebot an digitaler Technik für Feld und Stall wirkungsvolle Hilfe beim Management von großen und kleinen Herden. Wie schon zuvor im Rahmen von DigiMilch werden auch bei DigiMilchPro digitale Lösungen für die Prozesskette Milcherzeugung in familiengeführten Betrieben demonstriert und auf ihre Eignung für den Einsatz in der Praxis überprüft.
Zugleich werden Einsatzerfahrungen von Nutzern (Landwirte und landwirtschaftliche Selbsthilfeorganisationen) erfasst sowie dokumentiert und eventuell bestehende Defizite dargelegt. Über die enge Zusammenarbeit mit Software- und Maschinenherstellern will DigiMilchPro die Innovationskraft der Branche vorantreiben und den Einsatz von KI für die Tiergesundheit und das Betriebsmanagement wissenschaftlich untersuchen.
Dr. Jan Harms

Dr. Jan Harms (Teilprojekt Weidemanagement im Milchviehbetrieb):
"Als Mitinitiator von DigiMilch habe ich großes Interesse, diese Erfolgsgeschichte basierend vor allem auf der engen Verknüpfung von Forschung und Demonstration in Praxisbetrieben weiterzuführen. Mit DigiMilchPro wollen wir wieder über die gemeinsame Arbeit von Landwirten, Herstellern, Anbietern und Forschern zu schnellen und konkreten Lösungen für bestehende Herausforderungen in der Praxis kommen. Dabei haben wir für DigiMilchPro das bisherige Aufgabenfeld erweitert und neue Partner ins Boot geholt. Für mich bedeutet das konkret: Ich bearbeite jetzt gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück den Bereich Weidemanagement im Milchviehbetrieb und hier insbesondere die Fragestellung, wie sich AMS und Weide bestmöglich kombinieren lassen – ein für die Praxis sehr relevantes Thema."