Die "Champion“-Rasse ist aber wahrscheinlich kaum ein Problem in Deutschland
Das in englischen und französischen Sorten eingebrachte Gen Yr15 bewirkte über mehrere Jahre eine vollständige Resistenz des Winterweizens gegenüber den zuvor verbreiteten Gelbrostrassen. Sorten mit dem Gen Yr15 wie KWS Dawsum, LG Beowulf, Typhoon und Champion wurden in Großbritannien sehr häufig angebaut, unter anderem wegen ihrer Gelbrostresistenz. Dadurch war Yr15 auf ungefähr der Hälfte der englischen Winterweizenfläche vertreten. Bis einschließlich 2024 wurden in den betroffenen Ländern keine virulenten Gelbrostrassen festgestellt, die Yr15 überwinden konnten. In der darauffolgenden Saison wurden jedoch erstmals Gelbrostrassen identifiziert, die Sorten mit alleiniger Yr15-Resistenz in starkem Ausmaß befallen können.
In Deutschland ist nach aktuellem Kenntnisstand nur eine Winterweizensorte mit dem Gelbrostresistenzgen Yr15 zugelassen und hat keine Bedeutung im Anbau. Daher ist derzeit davon auszugehen, dass die bisherige Einschätzung der Sortenanfälligkeit in Deutschland weiterhin gilt. In Bayern weist von den empfohlenen Sorten nur Asory mittlerweile eine mittlere und Campesino eine mittlere bis hohe Anfälligkeit auf. Alle anderen empfohlenen Sorten wie Axioma, Exsal, SU Magnetron, Ambientus, KWS Keitum, SU Shamal, Akzent und Polarkap zeigten bisher eine geringe Anfälligkeit und KWS Emerick, LG Optimist, RGT Kreation, SU Jonte, KWS Mintum und Chevignon hatten eine sehr geringe Anfälligkeit für Gelbrost. Die Sortenbeschreibung enthält die aktuelle Einschätzung der Krankheitsresistenz der im Landessortenversuch geprüften Sorten.
Sortenbeschreibung Winterweizen 2025
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Bis zur Bonitur zum 27. April wurde im Monitoring der Getreidekrankheiten nur an zwei der bayernweit verteilten Standorte Gelbrost gefunden. Grundsätzlich sollten Winterweizenbestände regelmäßig beobachtet werden, insbesondere wenn im Rahmen der Bonituren des Getreidemonitorings bereits Gelbrostbefall festgestellt wurde. Gelbrost beginnt häufig in Nestern im Bestand und zeichnet sich durch kleine, gelbe Pusteln aus, die sich entlang der Blattadern ausbilden. Eine prophylaktische Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gegen Gelbrost ist nicht sinnvoll.
Monitoring der Getreidekrankheiten