Jahresbericht 2025 - Zoologie und Vorratsschutz (IPS2d)

Die exakte Diagnose von Schädlingen ist die Voraussetzung für zielgerichtete Maßnahmen.

Im entomologischen Diagnoselabor werden Proben aus Landwirtschaft, Gartenbau und Vorratsschutz sowie Verpackungsholz im internationalen Handel auf Schädlinge, vor allem gebietsfremde Quarantäne-Schadorganismen, untersucht. Fallen im Rahmen des Nationalen Monitoringprogramms sowie zur Überwachung invasiver einheimischer Schädlinge wie der Schilf-Glasflügelzikade werden ausgewertet und die Fangergebnisse diagnostiziert.

Die nematologische Diagnostik der Arbeitsgruppe untersucht in drei wesentlichen Bereichen Boden-, Pflanzen- und Saatgutproben auf das Vorkommen von pflanzenparasitären Nematoden:

  • im Rahmen des Hoheitsvollzugs,
  • für Berater und private Betriebe
  • für Pflanzenzüchter zur Testung von Kartoffelstämmen auf Resistenz gegen Virulenzen des Kartoffelzystennematodens.

Entomologie

Interessante Ergebnisse aus der entomologischen Diagnostik 2025

Insgesamt wurden 3.518 Proben zur Diagnose angeliefert, davon waren nur 57 Privatproben. Von amtlicher Seite bzw. im Rahmen des Nachweises oder Ausschlusses von meldepflichtigen Schadorganismen sind 3.461 Proben untersucht worden. Darin enthalten sind 506 Sammelproben aus Fallen, die im Rahmen des Nationalen Monitoringprogramms in den sieben Regierungsbezirken Bayerns exponiert wurden. Der überwiegende Teil an Untersuchungen sind jedoch transparente Klebetafeln aus dem amtlichen Monitoring auf die Schilf-Glasflügelzikade Pentastiridius leporinus (Familie Cixiidae, Glasflügelzikaden) bzw. aus Versuchen zu ihrer Bekämpfung gewesen. Insgesamt gingen 2.894 Klebetafeln zur Diagnose auf [i]Pentastiridius leporinus][/i ein. Davon waren exakt 1.000 Klebetafeln positiv (= ca. 35 %, im Vorjahr: 33 %) und wiesen mindestens 1 Schilf-Glasflügelzikade auf.
In der nachfolgenden Abbildung ist die deutliche Zunahme der entomologischen Proben durch das Nationale Monitoringprogramm (seit 2022), vor allem aber durch Diagnosen hinsichtlich der Schilf-Glasflügelzikade (seit 2024) dargestellt. Der Wert des Jahres 2025 wurde zur besseren grafischen Darstellung eingekürzt.

Säulendiagramm mit Darstellung der von IPS2d jährlich untersuchten entomologischen Proben von 2010 bis 2025

Abb. 1: Entwicklung und Zunahme der entomologischen Proben von 2010 bis 2025

Schilf-Glasflügelzikade

Die Schilf-Glasflügelzikade ist eine einheimische Art und blieb sehr lange ohne wirtschaftliche Bedeutung. Seit sie aber als Vektor von zwei Bakterienkrankheiten in Kulturen wie Zuckerrüben und Kartoffeln, des Weiteren auch im Gemüsebau in Erscheinung trat, hat sie eine bedeutende Stellung als landwirtschaftlicher Schädling eingenommen. Der Zeitraum, in dem über die ÄELF Klebetafeln im Freiland exponiert wurden, ist vom 12. Mai bis zum 29. August 2025 gewesen. In wöchentlichen Abständen wurden die Klebetafeln im Feld abgenommen und im Labor auf die Schilf-Glasflügelzikade diagnostiziert. Vor dem Beginn des Monitorings wurden in drei Kursen (03.04.25 in Freising, 08.04.25 in Kitzingen, 05.05.25 in Ingolstadt-Birkenschwaige) ca. 90 Personen in der Diagnose der Schilf-Glasflügelzikade geschult. Die Teilnehmer setzten sich aus Mitarbeitern von Ämtern, Verbänden, landwirtschaftlichen Betrieben, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und diversen Arbeitsgruppen der LfL zusammen.
Aufbau einer Teleskopstange zur Festellung der maximalen Flughöhe der Schilf-GlasflügelzikadeZoombild vorhanden

Aufbau der Teleskopstange

Pilotversuch zum Flugverhalten der Schilf-Glasflügelzikade
In einem Pilotversuch wurde versucht, mit Hilfe von Teleskop-Stangen, die bis auf eine Höhe von neun Metern verlängert werden konnten, das Flugverhalten der Schilf-Glasflügelzikade, insbesondere ihre maximale Flughöhe näher zu untersuchen. Beteiligt an diesem Versuch war neben IPS das Institut für Landtechnik (ILT) der LfL, welches die zwei Teleskop-Stangen, das notwendige Equipment sowie die Aufhänge-Vorrichtungen für Klebetafeln zur Verfügung stellte. Die Versuchsstandorte waren ein Zuckerrübenfeld im oberbayerischen Unterdolling (Aufbau: 27.05.25) sowie ein Kartoffelfeld bei Gaukönigshofen in Unterfranken (Aufbau: 05.06.25). In einem Abstand von jeweils 1,5 Metern wurde eine Klebetafel, die sich mit dem Wind frei drehen konnte, an der Teleskop-Stange angebracht. Insgesamt sind somit an einer Teleskop-Stange sechs Klebetafeln bis in eine Höhe von neun Metern aufgehängt worden. Als Ergebnis zeigte sich leider, dass die Aufhängevorrichtungen durch starke Windböen so sehr hin und her bewegt wurden, bis sich Flügelschrauben aufdrehten oder Kettenglieder der Aufhängevorrichtung brachen. Betroffene Klebetafeln fielen häufig zu Boden und konnten nicht mehr ausgewertet werden. Immerhin wurde im Zuckerrübenfeld am 18.06.25 noch für eine Höhe von sechs Metern der Nachweis einer Schilf-Glasflügelzikade erbracht. In neun Metern Höhe konnten nur Zwergzikaden (Familie Cicadellidae) festgestellt werden. Trotz der windbedingten Schwierigkeiten sollte dieser interessante Versuchsansatz mit den gemachten Erfahrungen für weitere Untersuchungen erneut aufgegriffen werden.

Entomologische Besonderheiten in den Proben des Jahres 2025

Ölbaumblattfloh (Euphyllura olivina)
Am 29.04.2025 wurde an Olive der Ölbaumblattfloh Euphyllura olivina (Familie Liviidae) nachgewiesen. Diese Art war ursprünglich im Mittleren Osten beheimatet, hat sich zunächst in Südeuropa ausgebreitet und ist inzwischen über Pflanzenimporte auch in Mitteleuropa angekommen.
„Orientalischer Holzbohrkäfer“, „Tropischer Bohrkäfer“ (Heterobostrychus aequalis)
Diese Heterobostrychus-Art (Familie Bostrichidae, Bohrkäfer) aus den Tropen und Subtropen wird immer wieder über Import von befallenem Holz nach Europa eingeschleppt. Einige lebende Käfer wurden am 21.07.25 in einem Baumarkt entdeckt, als aus einer Palette, Herkunftsland China, feines Bohrmehl austrat.

Nationales Monitoringprogramm auf Quarantäne-Schaderreger

Das entomologische Labor ist im Rahmen des Nationalen Monitoringprogramms für die Diagnose von Quarantäneschädlingen aus den Klassen Insekten und Spinnentiere, darunter Milben, zuständig. Dazu wurden im Jahr 2025 zahlreiche Proben aus insgesamt 140 Fallen ausgewertet. Die Anzahl der Fallenstandorte verteilte sich auf die nachfolgenden Insektenarten, allesamt sogenannte prioritäre Unionsquarantäneschädlinge, wie folgt:
  • Popillia japonica, Japankäfer (Familie Scarabaeidae, Blatthornkäfer): 88 Standorte
  • Agrilus planipennis, Asiatischer Eschenprachtkäfer (Familie Buprestidae, Prachtkäfer): 10 Standorte
  • Spodoptera frugiperda, Herbst-Heerwurm (Familie Noctuidae, Eulenfalter): 10 Standorte
  • Thaumatotibia leucotreta, Falscher Apfelwickler, (Familie Tortricidae, Wickler): 7 Standorte
  • Rhagoletis pomonella, Apfelfruchtfliege (Familie Tephritidae, Bohrfliegen): 25 Standorte
Alle Fallen wurden in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Die Inhalte der Fallen bzw. die verwendeten Leimtafeln wurden im Verdachtsfall an IPS 2d zur Diagnose gegeben. Lediglich die Proben aus Popillia- und Agrilus-Fallen wurden, unabhängig vom Verdachtsmoment, vollständig an die Arbeitsgruppe abgegeben. Die Beifänge aus den Popillia-Fallen wurden ebenfalls ausgewertet.
Bis auf einige Positivfunde in den Popillia-Fallen konnte in keiner der abgegebenen Proben der jeweils gesuchte Zielorganismus nachgewiesen werden. In den Popillia-Fallen wurden 2025 fast viermal so viele Japankäfer gefangen wie im Jahr zuvor, insgesamt 15 Käfer - siehe dazu auch den Beitrag der Arbeitsgruppe IPS 4d „Monitoring und Bekämpfung von Quarantäneschadorganismen“ in der Rubrik „Pflanzengesundheit, Quarantäne“ Lediglich zwei Käfer wurden am Standort Kiefersfelden, betreut vom AELF Rosenheim, gefangen. Die restlichen Japankäfer wurden im Umfeld des Bodensees, betreut vom AELF Augsburg, nachgewiesen. Während somit in Kiefersfelden die Anzahl der gefangenen Japankäfer im Vergleich zum Vorjahr stabil blieb, hat sich die Zahl der Japankäfer am Bodensee insgesamt mehr als versechsfacht. Der Großteil (10 Exemplare) wurde dabei am Standort Oberhochsteg ermittelt. Bei anschließenden Grabungen an diesem Standort konnten jedoch keine Engerlinge des Japankäfers im Erdreich gefunden werden, sondern lediglich Larven des Dickmaulrüsslers (Otiorhynchus sp.).
Trotz der insgesamt geringen Fangzahlen ist eine deutliche Zunahme an Einschleppungen des Japankäfers zu verzeichnen. Noch zu Beginn des Monitorings im Jahr 2023 wurde an allen Standorten Bayerns kein einziges Exemplar gefangen. Positiv ist jedoch anzumerken, dass in Bayern bisher nur männliche Tiere nachgewiesen wurden und deshalb noch von keiner selbsterhaltenden Population auszugehen ist.

Aufnahme eine Japankäfers auf Laubblatt

Abb. 3: Japankäfer Popillia japonica, (Foto: O. Zimmermann, LTZ Augustenberg)
Neben den bereits genannten prioritären Quarantäneschädlingen wurden Verdachtsproben zu folgenden Insektenarten diagnostiziert: Aromia bungii (Asiatischer Moschusbockkäfer, AMB), Anoplophora glabripennis (Asiatischer Laubholzbockkäfer, ALB), Diabrotica sp. (Westlicher Maiswurzelbohrer) und Scirtothrips dorsalis (Chillithrips). Diabrotica virgifera virgifera konnte in zwei Proben nachgewiesen werden. In einem Gewächshaus wurde Befall durch Chillithrips festgestellt.
Die Bevölkerung hat sich auch 2025 wieder rege am Auffinden von Quarantäneschädlingen beteiligt. Hauptsächlich gingen Verdachtsmeldungen in Form von Fotos per E-Mail ein. Bei den vermeintlichen Japankäfersichtungen (insgesamt 66 Meldungen) wurden v.a. Fotos von Cetonia aurata (Goldglänzender Rosenkäfer) und Phyllopertha horticola (Gartenlaubkäfer) eingesandt. Bei Larvenproben, die als Verdacht auf Japankäfer eingesendet wurden, handelte es sich um Larven des Rosenkäfers oder von Amphimallon solstitiale (Gerippter Brachkäfer, Junikäfer).
Gemeldete Verdachtsfälle zum ALB oder AMB entpuppten sich als Larven oder Imagines von Zeuzera pyrina (Blausieb), Monochamus sp. (Handwerkerböcke), Rosalia alpina (Alpenbock), Cerambyx cerdo (Großer Eichenbock), Aromia moschata (Moschusbockkäfer), Saperda carcharias (Pappelbock), Onthophagus sp. (Dungkäfer) oder als Rüsselkäferlarven.

Nematologie

Nematologische Untersuchungen im Rahmen der Pflanzengesundheit (Hoheitsvollzug)

Mehr als 99 % der im Hoheitsvollzug auf Nematoden untersuchten Proben entfallen jährlich auf die Untersuchung von Bodenproben zum Nachweis auf das Vorkommen des Kartoffelzystennematodens (Globodera spp.). Die Untersuchungen sind bei der Vermehrung von Pflanzkartoffeln (Pflanzkartoffelanerkennung, Löschungsuntersuchungen) und im Rahmen eines EU-Monitorings zur Ermittlung der Verbreitung des Nematodens (Amtliche Erhebung) auf Konsumflächen gesetzlich vorgeschrieben. Hierfür wurden im Jahr 2025 insgesamt 23.325 Bodenproben untersucht.
Untersuchungen auf Vermehrungsflächen von Pflanzkartoffeln
Dabei entfielen 21.656 Proben auf Flächen zur Vermehrung von Pflanzkartoffeln. Die Anzahl der untersuchten Bodenproben hat sich im Vergleich zum Vorjahr (2024: 21.224) und ebenso die untersuchte Fläche mit 2.611 ha (2024: 2.570 ha) nicht wesentlich verändert. Die Zahlen blieben damit die letzten 3 Jahre relativ konstant. Die Zahl befallener Schläge sank von 53 auf 14 ab. Für die Pflanzkartoffelvermehrer ein sicherlich beruhigendes Ergebnis. Wurden 2024 auf dreiviertel der befallenen Schläge Globodera pallida (Pa) nachgewiesen, so hat sich das Verhältnis 2025 wieder umgekehrt und überwiegend (90 %) die Art Globodera rostochiensis (Ro) auftreten lassen. Auf einer Fläche wurde eine Ro/Pa-Mischpopulation festgestellt. Problematisch für einen Vermehrer ist der Befall mit Mischpopulationen, da die Verfügbarkeit voll resistenter Sorten speziell im Speisebereich eingeschränkt ist. Liegt auf einer Fläche ein Befall mit Globodera spp. vor, dann kann ein Landwirt seine Fläche nach 3 bzw. 6 Jahren, je nach Bekämpfungsprogramm (Einsatz von resistenten Sorten oder Verzicht auf Kartoffelanbau), erneut zur Pflanzkartoffelvermehrung anmelden.

Säulendiagramm mit Darstellung der Anzahl von Untersuchungen auf Pflanzkartoffelvermehrungsflächen

Abb. 1: Anzahl der untersuchten Bodenproben und der Vermehrungsflächen im langjährigen Mittel
Löschungsuntersuchungen
Durch sogenannte Löschungsuntersuchungen muss nachgewiesen werden, dass die für den Anbau gesperrte Fläche frei von Zysten mit lebensfähigem Inhalt ist. Erst mit einem Negativbescheid kann diese wieder für den Anbau von Pflanzkartoffeln verwendet werden. Die Zahl der für die Löschungsuntersuchung angemeldeten Flächen unterliegt starken jährlichen Schwankungen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Proben und zur Löschung untersuchten Flächen nahezu verdoppelt (2024: 664 Proben/78 ha; 2025: 1.188 Proben/144 ha). Die durchschnittliche Größe der untersuchten Flächen liegt im langjährigen Mittel bei 111 ha, mit starken Schwankungen, von z.B. 15 ha im Jahr 2016 bis 218 ha im Jahr 2021. Die auf den Schlägen gefundenen Arten Ro und Pa waren mit 7 und 6 Flächen gleichmäßig verteilt. Auf 2 Flächen wurden Mischpopulationen festgestellt. Eine Tendenz lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten.
Amtlichen Erhebung (EU-Monitoring)
Im Rahmen der Amtlichen Erhebung (EU-Monitoring) werden jährlich 0,5 % der Anbaufläche von Speise- und Wirtschaftskartoffeln auf das Vorkommen des Kartoffelzystennematodens beprobt. Für das Monitoring wurden 220 ha aus 87 Schlägen untersucht. Insgesamt wurde auf 7 Schlägen Befall festgestellt. Auf 4 Schlägen wurde Pa (Globodera pallida), auf 2 Schlägen Ro (G. rostochiensis) und auf einem Schlag eine Mischpopulation festgestellt (2024: 2 Ro-Befallsflächen).
Übersicht 1: Bodenuntersuchungen auf das Vorkommen von Kartoffelzystennematoden im Rahmen des Hoheitsvollzugs für das Anbaujahr 2025
ProbenanzahlUntersuchte Fläche (ha)Anzahl SchlägeAnzahl Schläge mit BefallBefallsschläge mit Globodera rostochiensisBefallsschläge mit Globodera pallidaBefallsschläge mit Mischpopulationen
Pflanzkartoffelvermehrung
21.6562.611934141122
Amtliche Erhebung
481220877241
Löschungsuntersuchung
1.1881445413762
Untersuchungen für Mitgliedsstaaten innerhalb der EU
1.5641772005410
Untersuchungen in Amtshilfe
In Amtshilfe untersucht die LfL desweiteren Pflanzkartoffelvermehrungsflächen für die Pustertaler Saatbaugenossenschaft in Brauneck, Südtirol. 2025 wurden hierfür 177 ha aus 200 Schlägen im Rahmen der Pflanzkartoffelanerkennung untersucht. Auf 5 Flächen wurde ein Befall nachgewiesen. Erstmals auch die Art Globodera pallida.
Untersuchungen im Auftrag des Hoheitsvollzugs
In im Auftrag des Hoheitsvollzugs der LfL untersuchten Boden- und Pflanzenproben (Import-/ Export-Proben, Saatgutuntersuchungen, Pflanzgutproben, Monitoring) wurden keine gebietsfremden oder quarantänerelevanten Nematodenarten gefunden. Im Rahmen des EU-Monitorings zur Verbreitung des Kiefernholznematodens (Bursaphelenchus xylophilus) wurden 168 Proben aus Sägespänen untersucht. Es wurden nur von Bursaphelenchus xylophilus abweichende Arten gefunden.
Untersuchungen zur Rebpflanzgutanerkennung
Bei Untersuchungen zur Rebpflanzgutanerkennung wurden nur 24 Proben auf virusübertragende Nematoden hin untersucht. In 11 Proben wurden virusübertragende Nematodenarten der Gattungen Xiphinema spp. nachgewiesen.
Übersicht 2: Weitere Untersuchungen im Rahmen der Pflanzengesundheit
AuftraggeberKulturpflanzeAnzahl Proben gesamtAnzahl Proben mit BefundUntersuchungmethodeNematodenart
IPS4
EU-Monitoring
Rindensubstrat16821Sprühnebel/PCRohne Befund auf
Bursaphelenchus xylophilus,
Befund auf B. mucronatus und abweichende Arten
IPS4
Import
Hafer, Sommergerste30Sprühnebelohne Befund
IPS4
Export
Sommerweizen630Quellmethodeohne Befund
IPS4
Export
Kartoffel150MEKU-Bodenprobenextraktorohne Befund
IPS4
Weinbauring
Rebenpflanzgut-
vermehrung
2411SeinhorstXiphinema index,
Xiphinema diversicaudatum
IPS2a
Mykologie
Erbsen, Ackerbohnen, Soja60Quellmethodeohne Befund
IPZ6Saatgut-
Anerkennung
420Quellmethodeohne Befund

Untersuchungen für Berater und Betriebe

Im Berichtszeitraum 2025 wurden insgesamt 191 Boden-, Saatgut- und Pflanzenproben von Beratern aus Gartenbau und Landwirtschaft auf pflanzenparasitäre Nematoden hin untersucht, nahezu gleichbleibend viele wie im Vergleich zum Vorjahr (2024: 197 Proben). Auffällig war eine Möhrenprobe, in der gleich mehrere Gattungen als Schadursache in Betracht kamen. Die im Gartenbau am häufigsten nachgewiesenen Gattungen waren Meloidogyne spp., Pratylenchus spp., Ditylenchus spp. und Paratylenchus spp.
Übersicht 3: 2025 von IPS 2d durchgeführte nematologische Untersuchungen
AuftraggeberKulturpflanzeAnzahl Proben gesamtAnzahl Proben mit BefundUntersuchungsmethodeNematodenart
LfLLaborvergleichsuntersuchung
JKI
3412Baermann-TrichterGlobodera pallida, Globodera rostochiensis
LfLZuckerrübe
(Monitoring)
4240Acetox-VerfahrenHeterodera schachtii
PrivatMais10Quellmethodeohne Befund
PrivatKlärschlamm20MEKU-Bodenprobenextraktorohne Befund
PrivatKartoffel135MEKU-BodenprobenextraktorGlobodera pallida, Pratylenchus spp.
PrivatKnoblauch40Baermann-Trichterohne Befund
PrivatZwiebel22Baermann-Trichter,
Sprühnebel
Meloidogyne spp.,
Pratylenchus spp.
PrivatSchwarzwurzel41Baermann-Trichter,
Sprühnebel
Meloidogyne spp.
PrivatPfingstrose21Baermann-TrichterPratylenchus spp.,
Paratylenchus spp.
PrivatSellerie, Kürbis32Baermann-Trichter,
Sprühnebel
Ditylenchus spp.,
Pratylenchus spp.,
AELFSpargel330MEKU-Bodenprobenextraktorohne Befund
AELFKartoffel3617MEKU-BodenprobenextraktorGlobodera spp.,
AELFKiefer11Sprühnebelohne Befund
ErzeugerringSellerie44Baermann-Trichter,
Sprühnebel
Heterodera spp.,
Pratylenchus spp.,
Paratylenchus spp.
ErzeugerringMöhre22Baermann-Trichter,
Sprühnebel
Pratylenchus spp.,
Paratylenchus spp.,
Meloidogyne spp.,
Ditylenchus spp.,Heterodera spp.
ErzeugerringRote Beete66Baermann-Trichter,
Sprühnebel
Pratylenchus spp.,
Paratylenchus spp.
ErzeugerringTomate10Baermann-Trichter,
Sprühnebel
ohne Befund
ErzeugerringZwiebel22Baermann-Trichter,
Sprühnebel
Ditylenchus spp.
Züchterprüfungen zur Testung von Kartoffelstämmen gegen den Kartoffelzystennematoden (Globodera spp.)
Das Institut für Pflanzenschutz (IPS) der LfL bietet in Kooperation mit der PlantServ GmbH privaten Züchtern und dem Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der LfL (IPZ) kostenpflichtig die Prüfung von Kartoffelzuchtstämmen auf Resistenzen gegen verschiedene Arten und Pathotypen des Kartoffelzystennematodens (Globodera spp.) an. In der Saison 2024/2025 wurden insgesamt 15.604 Prüfungen durchgeführt. Im Berichtszeitraum wurden 10 % weniger Prüfungen durchgeführt. Es wurden ausschließlich private Züchter bedient. Das IPZ entwickelt aktuell nur noch projektbezogenes Material. Die vergangenen Jahre wurde auch Material für bayerische Züchter bearbeitet. Aufgrund einer späten Ernte und wenigen geprüften Stämmen wurden die Resistenzprüfungen bei IPZ 3a im Berichtszeitraum ausgesetzt.
Unverändert hoch ist die Zahl an Prüfungen bei der Art Globodera pallida mit den Pathotypen Pa2 und Pa3. Bei Prüfungen auf Resistenzen gegen Globodera rostochiensis entfallen die meisten Prüfungen auf die Pathotypen Ro1 und Pa3. Desweiteren sind die Pathotypen Ro3 und Ro5 von Bedeutung. Die Züchter bedienen damit den Anspruch der Praxis, die im Bekämpfungsprogramm (siehe Teil 1) geforderte Virulenzgruppenresistenz der Virulenzen Ro1,4, Ro2,3,5 und Pa2,3 zu bedienen.
Übersicht 4: Züchterprüfungen - Resistenzprüfungen an Kartoffelstämmen gegen Globodera spp.
AuftraggeberSorteAnzahl PrüfungenMethodeNematodenart
Private ZüchterKartoffelstämme15.604TopfballenmethodeGlobodera pallida,
Globodera rostochiensis
Übersicht 5: Verteilung der Prüfungen nach Pathotypen
PathotypRo1Ro3Ro4Ro5Pa2Pa3
Anzahl
Prüfungen
5.58672205563.0765.664