Forschungs- und Innovationsprojekt
MoorWERT – Projektteil "Sozio-ökonomische Analysen und Folgenabschätzung"

Im Verbundvorhaben MoorWERT (offizielle Projektbezeichnung in der Bewilligung: MoorLandwirtschaft für Klimaschutz Allgäu, MoLaKlim) werden im Ostallgäu klimaverträgliche Formen der nassen Bewirtschaftung erprobt und weiterentwickelt. Der Projektteil Sozioökonomische Analysen und Folgenabschätzung untersucht, wie Grundstückseigentümer und Landwirte über eine Wiedervernässung entscheiden und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Neben wirtschaftlichen Aspekten prägen auch ideelle Werte, emotionale Bindungen an Flächen sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen die Entscheidungsfindung maßgeblich.

Problemstellung

Der Projektteil untersucht, wie Grundstückseigentümer und Landwirte über Wiedervernässungsmaßnahmen entscheiden und welche Faktoren diese Entscheidungen beeinflussen. Neben wirtschaftlichen Überlegungen spielen dabei auch individuelle Erfahrungen, Risikowahrnehmungen, betriebliche Zielsetzungen, emotionale Bindungen an Flächen sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle.
Eine besondere Herausforderung im Projektgebiet ist die kleinteilige Eigentums- und Bewirtschaftungsstruktur. Die rund 2.500 ha Moor und Anmoorböden verteilen sich auf etwa 1.600 Eigentümer. Maßnahmen zur Wiedervernässung betreffen deshalb häufig mehrere Akteure gleichzeitig, deren Interessen und Zielvorstellungen aufeinander abgestimmt werden müssen. Zusätzliche Komplexität entsteht dort, wo Eigentum und Bewirtschaftung durch Pachtverhältnisse getrennt sind.
Zugleich zeigt sich, dass einzelne Akteure bereit sind, neue Formen der nassen Bewirtschaftung zu erproben. Hier setzt MoorWERT an. Neben der praktischen Erprobung geeigneter Nutzungsformen werden Hemmnisse, Motivationen und Entscheidungsprozesse systematisch untersucht. Erfahrungen aus Partnerbetrieben können helfen, Unsicherheiten abzubauen und anderen Betrieben Orientierung zu geben.

Ziele

Ziel des Projektteils ist es, die Entscheidungsprozesse von Grundstückseigentümern und Landwirten im Kontext der Wiedervernässung umfassend zu analysieren. Dabei sollen die relevanten Einflussfaktoren identifiziert und bewertet werden. Neben wirtschaftlichen Aspekten werden insbesondere auch ideelle Werte, emotionale Bindungen an Flächen sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Methoden

Die Untersuchung erfolgt in zwei aufeinander aufbauenden Schritten.
Im ersten Schritt werden im Projektgebiet Ostallgäu qualitative Interviews mit 30 Landwirten und 30 Grundstückseigentümern geführt. Ziel ist es, zentrale Themen, Motive und Hemmnisse zu identifizieren, die die Entscheidung für oder gegen eine Wiedervernässung beeinflussen.
Auf Grundlage dieser Ergebnisse wird im zweiten Schritt ein standardisierter Fragebogen entwickelt und in einer größeren Befragung eingesetzt. Geplant ist eine Befragung von 200 Landwirten und 200 Grundstückseigentümern. So können die zuvor identifizierten Einflussfaktoren quantitativ überprüft und verallgemeinerbare Aussagen abgeleitet werden.
Ergänzend werden betriebswirtschaftliche Analysen durchgeführt, um die ökonomischen Konsequenzen veränderter Bewirtschaftungs- und Nutzungsformen auf hydrologisch restaurierten Standorten abzuschätzen.

Ergebnisse

Derzeit laufen die qualitativen Interviews mit Landwirten und Grundstückseigentümern im Projektgebiet Ostallgäu. Parallel dazu werden die Interviewdaten ausgewertet und betriebswirtschaftliche Kenngrößen erhoben.
Einbindung des Gesamtvorhabens in die Förderkulisse:
Insgesamt fördert das BMUKN bundesweit vier Verbundvorhaben zum Schutz landwirtschaftlich genutzter Moorböden mit 48 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Mittel werden über den Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung bereitgestellt.

Weitere Informationen zu den Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz (gefördert durch das BMUKN) Externer Link

Projektinformation
Teilprojektleitung: Dr. Thomas Venus
Projektbearbeitung: Sebastian Mais
Kooperationspartner: Landkreis Ostallgäu (Gesamtprojektleitung MoLaKlim: Andreas Stauss), Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT),
LfL – Institut für Landtechnik
Laufzeit: 01.01.2023 bis 31.12.2031
Förderung: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
Förderkennzeichen: 67MP004B