Bayerische Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2018/19
Wirtschaftlichkeit im Marktfruchtbau

Auf Basis der bayerischen Buchführungsergebnisse erstellt das Institut für Betriebswirtschaft und Agrarstruktur der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft eine jährliche Auswertung zur wirtschaftlichen Situation bayerischer Marktfruchtbaubetriebe.

Ein schwieriges Jahr für die bayerischen Marktfruchtbaubetriebe

Getreideähren im Gegenlicht
Das Wirtschaftsjahr 2018/19 zeichnet sich insbesondere durch herbe Einkommensrückgänge bei den Zuckerrübenbaubetrieben aus. Gegenüber dem Vorjahr 2017/18 haben sich bei den Betrieben der Größenklasse 10 bis 30 ha LF und 30 bis 60 ha LF die bereinigten Gewinne nahezu halbiert und lagen im Durchschnitt bei 322 €/ha. Die größeren Betriebe mit 60 bis 150 ha LF fielen von 629 €/ha im Wirtschaftsjahr 2017/18 auf 546 €/ha LF im WJ 2018/19 zurück. Die Ursache ist in erster Linie bei den eher mäßigen Rübenerträgen (Trockenheit im Erntejahr 2018) und deutlich abgesenkten Zuckerrübenpreisen zu suchen. Über alle Größenklassen der erfassten Rübenbaubetriebe lässt sich im Durchschnitt die Aussage treffen, dass 2018/19 das wirtschaftlich bisher schlechteste Jahr nach der Zuckermarktreform 2006 darstellt.
Die Gewinne der untersuchten Kartoffelbaubetriebe lagen 2018/19 in etwa auf Vorjahresniveau: Hatten die Kartoffelbauern bei einer Betriebsgröße von 30 bis 60 ha LF im WJ 2017/18 einen bereinigten Gewinn von 767 €/ha LF erzielt, so waren es 2018/19 im Schnitt 763 €/ha LF. Dezente Verbesserungen waren bei Kartoffelbaubetrieben der Größenklasse 60 bis 150 ha LF zu beobachten: Hier konnte sich der bereinigte Gewinn von 600 €/ha LF im WJ 2017/18 um 40 €/ha auf 640 €/ha im WJ 2018/19 leicht steigern. Insgesamt betrachtet liegen beide Betriebsgrößenklassen in etwa auf dem Niveau des fünfjährigen Durchschnitts 2013/14 bis 2017/18.

Gewinnrückgänge bei den größeren Getreidebaubetrieben

Für die Getreidebaubetriebe hat sich bei den Größenklassen bis 60 ha LF seit 2014/15 keine wesentliche Änderung ergeben: Die erzielten Gewinne liegen mit etwa 233 €/ha LF nahe am Durchschnitt der fünf Vorjahre (2014 bis 2018) mit 255 €/ha. Die ausgewerteten Betriebe konnten durch ihre sonstigen Betriebszweige die Einbußen bei den Getreideerträgen wenigstens teilweise kompensieren. Wesentlich drastischer fällt das Ergebnis für die Getreidebaubetriebe der Größenklasse 60 bis 150 ha LF aus: Mit einem bereinigten Gewinn von 259 €/ha war 2018/19 um annähernd 100 €/ha schlechter als der fünfjährige Durchschnitt 2013/14 bis 2017/18 mit durchschnittlich 355 €/ha. Bei diesen Betrieben hat sich der hohe Anteil des Getreides an der Ackerfläche und der Ertragsrückgang durch die Dürre 2018 besonders negativ ausgewirkt.
Grundsätzlich haben sich die Erzeugerpreise 2018/19 auf einem weiterhin unbefriedigendem Niveau präsentiert. Von der Kostenseite her war indes keine maßgebliche Verschärfung der wirtschaftlichen Situation zu vermelden. Leicht steigende Preise für Düngemittel, Saatgut und Treibstoffe haben sich nicht wesentlich auf das Betriebsergebnis ausgewirkt.

Auch 2019/20 keine Besserung in Sicht

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2019/20 ist von Betriebsmittelpreisen auf Vorjahresniveau auszugehen. Die Naturalerträge fielen bei Getreide sowohl regional als auch nach Fruchtart sehr differenziert aus. Während sich die Landwirte im bayerischen Süden grundsätzlich überdurchschnittlicher Erträge erfreuen konnten, waren manche Bestände im regenarmen Nordbayern hart an der Grenze zum Umbruch.
Im Gegensatz zum Vorjahr ist nach der Ernte 2019 bislang eine Erhöhung der Erzeugerpreise für Getreidefrüchte ausgeblieben.
Bei den derzeitigen Niedrigpreisen für Weißzucker auf dem EU-Zuckermarkt muss bei den Zuckerrüben 2019/20 erneut mit einer Preismisere gerechnet werden. Bei Speise- und Verarbeitungskartoffeln trat im Vergleich zur Ernte 2018 ein deutlicher Preisrückgang ein: Der Durchschnittspreis bei Speiseware liegt ca. 6 € unter dem Vorjahresniveau, bei der freien Veredelungsware sind es etwa 8 €/dt. Die Prognosen für das wirtschaftliche Ergebnis 2019/20 sehen daher nicht besonders rosig aus.

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