Ackerwildkraut-Wettbewerb 2020 in Oberfranken

Raum für Blüten - auch auf dem Acker
Ackerwildkräuter sind nicht nur eine farbenfrohe Abwechslung in unserer oft einheitlichen Agrarlandschaft, sondern bieten Lebensraum und Nahrung für eine Vielzahl heimischer Tierarten. Mit der Einführung des Ackerbaus vor Tausenden von Jahren haben wir auch Platz für Ackerwildkräuter geschaffen. In den letzten Jahren geht ihre Vielfalt immer stärker zurück; viele von ihnen gehören inzwischen zu den seltenen und gefährdeten Pflanzenarten. Dabei sind die meisten gefährdeten Ackerwildkräuter zarte Pflanzen, die für die Feldfrucht kaum Konkurrenz darstellen. Mit unserem Wettbewerb gehen wir auf die Suche nach den Kleinoden unter den Äckern, die Lebensraum für Ackerwildkräuter bieten und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.
Ackerwildkräuter in Oberfranken

Ehrung der Sieger 2020 in Eggolsheim, Lkr. Forchheim
Von den insgesamt 27 Teilnehmern fielen vier Betriebe in die Kategorie "Konventionell" und die restlichen 23 in die Kategorie "Ökolandbau". Während alle konventionellen Flächen in ein Vertragsnaturschutzprogramm integriert waren, waren es nur acht von den ökologisch bewirtschafteten Äckern.
Teilnehmer
Im Rahmen des Wettbewerbs wurden auf den 27 Teilnehmeräckern, die überwiegend mit Winterungen (Roggen, Weizen, Triticale), aber auch mit Kümmel, Hafer oder Sommergerste bestellt waren, 119 verschiedene Pflanzenarten gefunden. 24 davon stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten, wie z. B. Frühlings-Ackerzahntrost, Acker-Rittersporn, Finkensame oder Acker-Hahnenfuß, neun weitere auf der Vorwarnstufe. Auf dem Siegeracker der Kategorie "Ökolandbau" stand sogar ein Exemplar des besonders seltenen Ackerkohls.

Wodurch kann ich das Vorkommen seltener Ackerwildkräuter fördern?
- kein Herbizideinsatz
- Striegelfenster
- geringe Stickstoff-Düngung, idealerweise mit Festmist
- wendende Bodenbearbeitung
- regelmäßige Verwendung von eigenem Saatgut (Nachbau)
- weiter Reihenabstand oder geringere Aussaatstärke
- v.a. Wintergetreide (Dinkel, Roggen)
- alte/alternative Kulturarten/-sorten
- keine Einsaat von Blühmischungen, Zwischenfrüchten und Untersaaten
- mehrgliedrige Fruchtfolge
- max. einjähriges Kleegras/ Leguminosen/ Brache
Ob Öko oder Konventionell – Mitmachen lohnt sich
Kalkäcker:
Sand- und Lehmäcker:
Worauf es beim Wettbewerb ankommt:
Teilnahmebedingungen:
- landwirtschaftlicher Betrieb in Oberfranken
- Sie sind unter den ersten 50 Anmeldungen.
- Bitte melden Sie keine Wiesen, Dauerbrachen oder Blühflächen an.
- Bitte melden Sie pro Betrieb nur eine Fläche an.
Preise:
- 1. Preis: Gutschein für Bio-Hotel im Wert von 300 Euro
- 2. Preis: Gutschein für Bio-Hotel im Wert von 200 Euro
- 3. bis 15. Preis: Sachpreise
Bei Fragen
Franziska Mayer
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Tel.: 08161 8640-5821
E-Mail: Ackerwildkraut.Wettbewerb@lfl.bayern.de
Maike Fischer
Deutscher Verband für Landschaftspflege, Bundesgeschäftsstelle Ansbach
Tel.: 0981 180099-17
Internet: DVL:Ackerwildkraut-Wettbewerb 2020 in Oberfranken ![]()
Marion Ruppaner
BUND Naturschutz in Bayern, Landesfachgeschäftsstelle
Tel.: 0911 81878-20
Katharina Schertler
Bioland Bayern
Tel.: 0821 34680-121
Der Ackerwildkraut-Wettbewerb wird gefördert durch:
- Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
- Regierung von Oberfranken aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz
- den Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der GlücksSpirale
Ackerwildkraut-Wettbewerb
Wir sind dafür verantwortlich, die Pflanzenarten weiter zu erhalten, für die wir durch unsere Landwirtschaft erst den passenden Lebensraum geschaffen haben: unsere Ackerwildkräuter. Durch die intensive Landwirtschaft geht ihre Vielfalt in den letzten Jahren immer stärker zurück und viele gehören inzwischen zu den seltenen und gefährdeten Pflanzenarten.
Sollten Ihnen zwischen Ihren Getreidepflanzen bunte Blüten oder wenig bekannte unscheinbare Pflänzchen aufgefallen sein, dann sind Sie beim Ackerwildkraut-Wettbewerb richtig! Mehr Vielfalt auf Äckern wird jetzt nämlich honoriert! Nichts wie mitmachen und attraktive Preise gewinnen...
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LfL-Information
Ackerwildpflanzen erkennen und beurteilen
Ackerwildkräuter sind Pflanzen, die vom Menschen unbeabsichtigt ("wild") neben den Kulturpflanzen auf den Äckern wachsen. So begleiten sie unsere Kulturpflanzen ("Ackerbegleitflora") schon seit mehr als 7.000 Jahren, als der Ackerbau in Mitteleuropa Einzug hielt. Wie die Ackerbaukultur selbst stammen auch die damalig vorherrschenden Kulturpflanzen Emmer, Einkorn, Gerste, Erbse, Linse und Lein aus dem vorderen Orient und mit ihnen kam auch eine Vielzahl von Ackerwildkräutern über Kleinasien und Südosteuropa zu uns. Mehr
Vegetation und Pflanzendiversität
Wiesenmeisterschaft Bayern
Ziel des Wettbewerbs von LfL und BUND Naturschutz in Bayern e.V. ist die Bedeutung von artenreichem Grünland und die Leistung der Landwirte zum Erhalt solcher Flächen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Ausgezeichnet werden Landwirte, die artenreiche Wiesen oder Weiden mit dem passenden Nutzungskonzept erfolgreich in Ihren Betrieb integrieren. Mehr

