Gänsemanagement: Projektgebiet Main

Zwei Nilgänse (Alopochen aegyptiacus) stehen in einem grünen Wintergetreidefeld

Zwei aufmerksame Nilgänse

Das Projektgebiet erstreckt sich auf zirka 50 km Luftlinie von der Schleuse Ottendorf im Westen des Landkreises Haßberge bis nach Unterleiterbach im nördlichen Landkreis Bamberg. Das Maintal ist gekennzeichnet durch Gewässer, Auwaldreste, Feuchtwiesen, Niedermoore, Sandmagerrasen und landwirtschaftlich genutzte Flächen. In der Mainaue fühlen sich Kanada- und Nilgänse wohl. Graugänse nehmen aktuell zu. Die enge Verzahnung von Ruhegewässern mit Brutmöglichkeiten und landwirtschaftlichen Flächen mit hochwertiger Nahrung bietet optimale Bedingungen. Die Konflikte verteilen sich auf den gesamten Talabschnitt. Ein Schwerpunkt liegt in der Sander Aue. Im Projektgebiet Maintal hat sich – nach einer Auftaktveranstaltung am 19. Februar 2015 – eine Projektgruppe mit Vertretern aller beteiligten Parteien gebildet. Sie hat am 1. April 2015 ihre Arbeit aufgenommen.
Nahaufnahme der farbenprächtigen Nilgans

Nilgans, Foto: Ulrich Rösch

Zwei fliegende Kanadagänse im morgendlichen Gegenlicht. Das herbstliche Laub der Bäume im Hintergrund bildet einen goldenen Rahmen

Kanadagänse, Foto: Ulrich Rösch

Aufmerksame Kanadagans

Kanadagans, Foto: Dr. Christian Wagner

Verteilung der Wildgänse im Maintal

Die Wildgänse im Maintal in den Landkreisen Bamberg und Haßberge sind im Winterhalbjahr in größeren Trupps auf wenige Gewässer konzentriert. Insgesamt wurden im Winterhalbjahr in den Jahren 2014-2020 zwischen 1317 und 2046 Kanada-, Grau- und Nilgänse gezählt. Im April, so im April 2015 halten sich im Maintal weniger Wildgänse auf. Sie haben sich in kleinen Gruppen gleichmäßig über das Gebiet verteilt. Im Juni bzw. Juli ist die Brutzeit weitgehend abgeschlossen und die Gänse sammeln sich wieder in großen Trupps an wenigen besonders geeigneten Gewässern. Die Zahlen lagen in den Sommern 2015-2020 zwischen 1596 und 2509 Individuen. Die untenstehende Bildergalerie zeigt die Verteilung der Gänse über die Jahre von Dezember 2014 bis Juni 2020. Nilgänse separieren sich schon Mitte Januar paarweise und halten sich abseits der Gewässer auf Ackerflächen auf.
Wildgänse im Maintal Dezember 2014

Wildgänse im Maintal Dezember 2014

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Wildgänse im Maintal Februar 2015

Wildgänse im Maintal Februar 2015

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Wildgänse im Maintal April 2015

Wildgänse im Maintal April 2015

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Wildgänse im Maintal Juli 2015

Wildgänse im Maintal Juli 2015

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Wildgänse im Maintal Januar 2016

Wildgänse im Maintal Januar 2016

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Wildgänse im Maintal Juni 2016

Wildgänse im Maintal Juni 2016

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Wildgänse im Maintal Januar 2017

Wildgänse im Maintal Januar 2017

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Wildgänse im Maintal Juni 2017

Wildgänse im Maintal Juni 2017

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Wildgänse im Maintal Januar 2018

Wildgänse im Maintal Januar 2018

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Wildgänse im Maintal Juni 2018

Wildgänse im Maintal Juni 2018

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Wildgänse im Maintal Januar 2019

Wildgänse im Maintal Januar 2019

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Wildgänse im Maintal Juni 2019

Wildgänse im Maintal Juni 2019

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Wildgänse im Maintal Januar 2020

Wildgänse im Maintal Januar 2020

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Wildgänse im Maintal Juni 2020

Wildgänse im Maintal Juni 2020

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Schätzung der durch Wildgänse verursachten Ertragseinbußen in der Gemeinde Sand am Main (Lkr. Haßberge)

Im Bereich Sand am Main werden seit 2013 die durch Wildgänse verursachten Schäden koordiniert durch einen amtlichen Schadensschätzer ermittelt. Die unten stehende Bildergalerie zeigt, wie sich die geschätzten Schäden von 2013 bis 2017 veränderten. Waren die Ertragseinbußen im Jahr 2013 vor allem auf die gewässernahen Bereiche des Sander Baggersees-West beschränkt, beweideten die Gänse ab Jahr 2014 einen Großteil der Sander Flur im Maintal. Vor allem zwischen 2014 und 2015 erhöhte sich auch der Ertragsausfall pro Fläche deutlich.
Je dunkler (rot) die Fläche eingefärbt ist, desto höher ist der Ertragsausfall.
Ertragseinbußen in Sand am Main 2013

Ertragseinbußen in Sand am Main 2013

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Ertragseinbußen in Sand am Main 2014

Ertragseinbußen in Sand am Main 2014

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Ertragseinbußen in Sand am Main 2015

Ertragseinbußen in Sand am Main 2015

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Ertragseinbußen in Sand am Main 2016

Ertragseinbußen in Sand am Main 2016

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Ertragseinbußen in Sand am Main 2017

Ertragseinbußen in Sand am Main 2017

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Veranstaltungen

Infoveranstaltung Gänsebejagung am 06.06.2019

Die etwa 50 Teilnehmer folgen interessiert einem Vortag über die Bejagung von Gänsen. Foto: C. WagnerZoombild vorhanden

Gut besuchter Informationsabend zur Gänsejagd. Foto: C. Wagner

Die Projektgruppe „Management von Wildgänsen im Maintal“ lud nach ziemlich genau vier Jahren zu einem zweiten Infoabend "Gänsebejagung nach Viereth-Trunstadt" ein. Die bisherigen Leistungen der Jäger im regionalen Gänsemanagement wurden durch den Projektkoordinator Dr. Christian Wagner gewürdigt. Er zeigte aber auch auf, dass weiterhin gemeinsam Maßnahmen eines regionalen Gänsemanagements umgesetzt werden müssen. Ohne die Unterstützung der Jägerschaft geht es nicht! Im Zentrum stand der sehr interessante Vortrag „Wissenswertes zur Gänsejagd aus Praktikersicht“ von J. Möhrstedt, der fachlich sehr fundiert über verschiedene Methoden der Gänsejagd referierte. Der Vortrag wurde ergänzt durch die Ausstellung und Erläuterung des vorhandenen Gänsejagd-Equipments. Die anwesenden Jäger vereinbarten zwei gemeinsame Jagdtage im Herbst 2019. Die Infoveranstaltung war mit 49 Teilnehmenden sehr gut besucht.

Pressegespräch zu den Ergebnissen der Arbeit der Projektgruppe "Management von Wildgänsen im Maintal" Sachstand Gänsemanagement im Maintal am 16.01.2017

Dr. Christian Wagner traf die Vertreter der Presse bei schönstem Winterwetter am Oberhaider Baggersee. Anlass war, dass durch Mitarbeiter der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft vom Mitte Januar im gesamten Maintal der Landkreise Bamberg und Haßberge die Wildgänse gezählt wurden, um einen Überblick über die Bestandsentwicklung der Maintalgänse zu bekommen.
Gleichzeitig erläuterte Dr. Christian Wagner die im Projekt "Management von Wildgänsen im Maintal" in den letzten zwei Jahren zur Reduktion von Konflikten mit Wildgänsen erarbeiteten und umgesetzten Maßnahmen. Die wichtigsten Themen waren Monitoring der Wildgänse; Populationskontrolle durch Jagd, Gelegebehandlung oder Inselanbindung; Duldung von Wildgänsen auf Ablenkungsflächen und Vergrämung von Wildgänsen auf Schadflächen. Das Pressegespräch führte zu Veröffentlichungen im Bamberger Land, im Fränkischen Tag, in der Mainpost und im Haßfurter Tagblatt.

Informationsabend Gänsevergrämung im Gasthof Strätz (Stettfeld) am 02.12.2015

Über 100 Interessierte fanden den Weg in den großen Saal des Gasthofs Strätz, um über Maßnahmen zur Reduzierung von Gänseschäden zu diskutieren. Der Projektkoordinator des Umsetzungsprojekts „Management von Wildgänsen“, Dr. Christian Wagner von der Bayerischen Landesanstalt, erklärte den Hintergrund der Maßnahmen. Am 15. Januar endet die Jagdzeit auf Nil-, Kanada- und Graugänse. Dann wird es nicht mehr möglich sein, Wildgänse mit jagdlichen Mitteln von landwirtschaftlichen Flächen zu vergrämen. Es gibt allerdings eine ganze Reihe nicht jagdlicher Maßnahmen, um Gänse von landwirtschaftlichen Flächen fernzuhalten. Insgesamt zwölf Maßnahmen stellte Dr. Wagner vor. Die Landwirte diskutierten im Anschluss daran lebhaft. Auch wenn die Vergrämung von Gänsen die Anzahl der Tiere nicht nachhaltig reduziert, kann sie vor allem in der Schonzeit ein wirkungsvolles Mittel sein, um den Fraßdruck von einzelnen Flächen abzuwenden.
Im Anschluss daran stellte Katharina Mikschl von der LfL ein Internetportal vor, das eine bessere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren ermöglicht. In diesem "Wildtiermanagement-Modul“ können die Landwirte beispielsweise Informationen über den Populationsstatus einzelner Arten oder die von diesen verursachten Wildschäden erfassen und auswerten. Herr Klaus Pieroth vom Bayerischen Bauernverband fasste den Vortrag am Ende prägnant zusammen: Die Schäden durch Wildgänse müssen gemeldet werden, sonst existieren sie nicht.
Dr. Reinhard Bischoff vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt informierte über die Möglichkeiten des teilweisen Ausgleichs von Wildgansschäden und hatte eine gute Nachricht im Gepäck: Das Modellprojekt wird um zwei weitere Jahre verlängert!

Infoveranstaltung Gänsejagd 09.06.2015

Spannendes und Wissenswertes zur Gänsejagd wusste Revierjagdmeister Konrad Niehues am 9. Juni 2015 in Viereth-Trunstadt zu berichten. Der engagierte Jäger aus Xanten kam auf Einladung des Projekts „Gänsemanagement in der Mainregion Bamberg-Haßfurt“. Auch 39 Jägerinnen und Jäger waren in den Brauereigasthof Mainlust gekommen, um sich informieren zu lassen und über Möglichkeiten der Umsetzung im Maintal zu diskutieren.
Seit Jahrzehnten sind die Wintergänse, die am Niederrhein ihr Winterquartier beziehen, eine Herausforderung für die Region. Doch führt im Kreis Wesel inzwischen auch die Zunahme der Sommergänse zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft. Die Bauern erhalten dort für Ihre Ernteausfälle durch die standorttreuen Sommergänse keine finanzielle Entschädigung, deshalb sind sie auf die Unterstützung der örtlichen Jäger angewiesen. In einem eigenen Projekt hat sich dort die Kreisjägerschaft dem Problem angenommen. Sie schult ihre Mitglieder intensiv, nicht nur in technischen Fragen der Jagd, sondern auch in der Altersbestimmung der Vögel, um die Gänse gut vermarkten zu können. Wichtig ist für die Jägerinnen und Jäger am Niederrhein eine gute Artenkenntnis, denn dort leben auch geschützte Gänsearten, wie die Zwerggans, die nicht bejagt werden dürfen. Etwas ganz Besonderes ist die Einführung eines „Gänsetelefons“. Dort können sich interessierte Jäger über Bejagungshilfen sowie betroffene Landwirte über effektive Vergrämungshilfen informieren.
Konrad Niehues hatte neben Zahlen und Berichten für die Maintal-Jäger auch handfestes Anschauungsmaterial dabei: von der Gänseliege, die dem Schützen Deckung bietet, bis zu Gänseattrappen und Lockern, die den Gänseruf imitieren, um Gänse anzulocken. Auch Tipps zur Organisation von Gänsejagden und dem Aufbau von sogenannten Lockbildern wurden an diesem Abend ausgetauscht.
Jutta Reichel ergänzte die Diskussion mit Ihren praktischen Jagderfahrungen in Sand am Main. Dort jagt sie seit einigen Jahren erfolgreich Gänse. Sie berichtete nicht nur über die Jagd, sondern auch über die Organisation des notwendigen Drumherums: vom Transport der Jäger zu ihren Jagdständen, über des Rupfen von Gänsen und die Vermarktung der Wildgänse. Wichtig war ihr dabei, dass zur guten Vermarktung dieses hochwertigen Wildbrets, auch die Information des Verbrauchers über die richtige Zubereitung gehört. Ziel muss es sein, Frustration in der Küche zu vermeiden, um langfristig einen regionalen Absatzmarkt aufzubauen.
Abschließend diskutierten die anwesenden Jägerinnen und Jäger noch die Möglichkeiten und die Organisation eines gemeinsamen Gänsejagdtags. Die Vertreter der Projektgruppe „Gänsemanagement in der Mainregion Bamberg-Haßfurt“ nahmen das positive Votum der Veranstaltung mit in die nächste Projektgruppensitzung.

Gänsespiel und Locker

Gänsespiel und -locker

Jägerinfo Gänsejagd

Jägerinfo Gänsejagd

Vortrag Gänsejagd

Vortrag

Zur Demonstration erfolgreicher Jagdstrategien war eine Gänseliege aufgebaut.

Gänseliege

Auftaktveranstaltung in Zeil am Main am 19.02.2015

Am Donnerstag, den 19. Februar 2015, fand die Auftaktveranstaltung des Umsetzungsprojekts "Management von Wildgänsen" in Zeil am Main (Rudolf-Winkler-Haus) statt. Dort wurde von den 120 Teilnehmern Vertreter in die Projektgruppe gewählt und in kleinen Gruppen Arbeitsaufträge für die Arbeit der Projektgruppe formuliert. Die Projektgruppe wird zeitnah die Arbeit aufnehmen.
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Intensive Gepräche

Lebhafte Diskussion

Lebhafte Diskussion

Dr. Wagner stellt das Projekt vor

Dr. Wagner stellt das Projekt vor

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Mitglieder der Projektgruppe