Netzwerk Fokus Tierwohl
Rückblick: Seminar "Kunststoffe und Mikroplastik in der Pferdehaltung: Risiken erkennen, Alternativen nutzen" am 28. April 2026 in Landshut-Schönbrunn
Foto: Ralf Bundschuh
Kunststoffe sind längst auch in der Pferdehaltung angekommen – vor allem in Reitböden und Auslaufbefestigungen. Kunststoffhaltige Zuschlagsstoffe gelten oft als praktisch und langlebig, doch ihre Auswirkungen auf Pferdegesundheit, Umwelt und Betriebskreisläufe werden zunehmend kritisch diskutiert.
Die Netzwerk Fokus Tierwohl Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem AELF Abensberg – Landshut statt.
Diese Veranstaltung richtete sich an Pferdebetriebsleitende und schaffte Bewusstsein für die Entstehung und Verbreitung von Mikroplastik und versuchte praxisnahe Alternativen aufzuzeigen.
Im Rahmen der Veranstaltung standen aktuelle wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse rund um Mikro- und Nanoplastik in der Pferdehaltung sowie nachhaltige Anforderungen an moderne Reitböden im Mittelpunkt. Nach einleitenden Worten zur Bedeutung und dem Vorkommen von Kunststoffen und Mikroplastik im Pferdebetrieb von Verena Frank (AELF Abensberg – Landshut) beleuchteten die nachfolgenden Vorträge gesundheitliche Risiken für Pferde ebenso wie Umweltaspekte und rechtliche Fragestellungen.
Der Fachvortrag von Prof. Dr. Dipl. ECEIM Gerald Fritz Schusser widmete sich dem Thema "Mikro- und Nanoplastik als Gesundheitsrisiko beim Pferd“. Erläutert wurden mögliche Aufnahmewege über Trinkwasser, Futter, Haut und Atemwege sowie potenzielle Auswirkungen auf Haut, Magen-Darm-Trakt und insbesondere die Lunge. Im Fokus standen mögliche immunologische und entzündliche Reaktionen durch eingeatmete Feinstaub- sowie Mikro- und Nanoplastikpartikel. Besonders synthetische Zuschlagsstoffe auf Reitplätzen können durch Abrieb Mikroplastik freisetzen.
Im Anschluss referierte Dipl.-Ing. Georg Fink über Anforderungen an moderne Reitböden und deren Auswirkungen auf Umwelt und Pferdegesundheit. Thematisiert wurden Aufbau und Eigenschaften verschiedener Reitplatzsysteme sowie die Entstehung und Verbreitung von Mikroplastik durch synthetische Zuschlagstoffe wie Kunststofffasern oder Vlieshäcksel. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere Sand-Faser-Gemische eine höhere Feinstaubbelastung verursachen können als alternative Materialien. Zudem wurden mögliche Austragungswege von Kunststoffpartikeln in die Umwelt sowie nachhaltigere Alternativen im praktischen Teil vorgestellt. Abschließend wurden praktische Empfehlungen für eine umweltfreundliche und gesundheitsorientierte Gestaltung und Pflege von Reitböden gegeben.
Programm
Aula, Agrarbildungszentrum (ABZ) Landshut-Schönbrunn
84036 Landshut-Schönbrunn
28. April 2026
- Ab 09:00 Uhr Anreise
- 09:30 Uhr Begrüßung und Projektvorstellung
Petra Siman LfL - 09:40 Uhr Bedeutung und Vorkommen von Kunststoffen und Mikroplastik im Pferdebetrieb
Verena Frank, AELF Abensberg-Landshut - 10:00 Uhr Mikro- und Nanoplastik als Gesundheitsrisiko beim Pferd
Haftungsfragen bei Gesundheitsschäden durch Mikro- und Nanoplastik beim Pferd
Prof. Dr. Dipl. ECEIM Gerald Fritz Schusser - 11:30 Uhr Alternativen zu synthetischen Zuschlagsstoffen und Kunststoffbefestigungen
Georg W. Fink, Dipl. Ing. agr und öbv. Sachverständiger für Reitanlagen und Stallbau in der Pferdehaltung - 12:30 Uhr Mittagessen
- 13:30 Uhr Alternativen zu synthetischen Zuschlagsstoffen und Kunststoffbefestigungen
Georg W. Fink, Dipl. Ing. agr und öbv. Sachverständiger für Reitanlagen und Stallbau in der Pferdehaltung - 14:30 Uhr Praktischer Teil – Praxisbeispiele & Alternativen
Verena Frank, AELF Abensberg-Landshut und Georg W. Fink - 15:30 Uhr Abschluss
Petra Siman LfL
Die Teilnahme war aufgrund der Förderung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) kostenfrei.
Ansprechpartner
Petra Siman, LfL
Tel.: 0816186407374
E-Mail: fokus-tierwohl@lfl.bayern.de

