Forschungs- und Innovationsprojekt
Standort- und klimaangepasste, zukunftsfähige Grünlandwirtschaft: GLAKTIV, Modellregion Süd-Ost

Landschaft mit Grünland, Bäumen, Dörfern und Bergen im Hintergrund

Im Modell- und Demonstrationsvorhaben "GLAKTIV“ sollen Maßnahmen zur gestuften Grünlandbewirtschaftung erprobt und bewertet werden, die Erhalt und Nutzung von Grünland langfristig sichern und praxisorientiert, ökologisch nachhaltig sowie ökonomisch tragfähig sind. Diese Bewirtschaftungsmaßnahmen sollen regional und betriebsindividuell anpassbar und auf andere Standorte übertragbar sein.

Hintergrund

Sieben von zwölf wichtigen Grünland-Gebieten Deutschlands liegen in Bayern und Baden-Württemberg. Auf bayerischem Grünland kommt außerdem den Flora-Fauna-Habitat-Typen "Flachland-Mähwiese“ (FFH-LRT 6150) und "Berg-Mähwiesen“ (FFH-LRT 6520) eine besondere Bedeutung zu. Die Grünlandflächen tragen damit aber nicht nur zur biologischen Artenvielfalt bei, sie sind auch die wichtigste Futterbasis für Wiederkäuer und somit großer Teil der Ernährung von Tier und Mensch. Doch ökologische und ökonomische Ziele in der Bewirtschaftung stehen oft im Konflikt miteinander. Das Modell- und Demonstrationsvorhaben "GLAKTIV“ soll dieses Dilemma nun abfedern, indem eine Brücke zwischen diesen beiden Faktoren geschlagen wird. Dafür soll eine regional- und klimaangepasste Bewirtschaftung mit unterschiedlicher Nutzungsintensität (sog. „abgestufte Grünlandbewirtschaftung“) entwickelt und erprobt werden.

Projektziele

  • Langfristige Sicherung von Erhalt und Nutzung des Dauergrünlands durch die Weiterentwicklung einer abgestuften Grünlandbewirtschaftung
  • Entwicklung von standort- und betriebsangepassten Maßnahmen zur Bewirtschaftung, die Umsetzbarkeit, Ökologie und Ökonomie vereinen
  • Entwicklung von Kennzahlen, die den Erfolg der Maßnahmen umfassend und auf verschiedenen Ebenen abbilden
  • Systematischer Wissenstransfer der Projekterkenntnisse in Praxis, Beratung, Bildungseinrichtungen, und Politik

Vorgehensweise

Zusammen mit den Verbundpartnern in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Sachsen sowie am Julius-Kühn-Institut sollen 30 bis 36 Demonstrationsbetriebe in ganz Deutschland ausgewählt werden, die wiederum auf die sechs unten abgebildeten Teilregionen gleichmäßig aufgeteilt werden. Die Auswahl richtet sich dabei nach bundesweit einheitlichen Kriterien und sollte möglichst alle regionaltypischen Produktionsrichtungen, Betriebsgrößen, Standorte und Nutzungsintensitäten einbinden, damit ein repräsentatives Bild der Grünlandbewirtschaftung in Deutschland abgebildet werden kann. Sowohl bereits erfahrene Grünlandbewirtschafter als auch Neueinsteiger sollen dabei mit einbezogen werden, um über die Effekte bei Anpassung bisheriger Bewirtschaftung hinaus auch Umstellungsprozesse erfassen zu können.

Grafik mit Deutschlandkarten mit den Teilregionen der Verbundpartner und Grünlandtypen

Gemeinsam mit den Landwirten der Demonstrationsbetriebe soll dann ein betriebs- und standortindividueller Maßnahmenkatalog erarbeitet werden. Dabei können z.B. Weidemanagement, Verwertung oder Düngung angepasst werden. Über den Verlauf des Projekts werden die erarbeiteten Maßnahmen dann unter Praxisbedingungen erprobt, angepasst und wissenschaftlich begleitet. Es werden dabei betriebliche, ökonomische, ökologische und soziale Daten erhoben, wie u.a. Nutzungstermine, Preise, Artenvielfalt und Umsetzbarkeit der Maßnahmen.
Auf Basis der Projektergebnisse sollen regionalspezifische Bewirtschaftungssysteme erarbeitet werden, die außerdem durch (über-)regionale Feldtage, Webinare, Videos, Infomaterialien, Leitfäden, und andere Formate weitergegeben werden. Auf einer Projektwebseite soll das Wissen gebündelt und langfristig zugänglich gemacht werden.

Methoden

Das Vorhaben nutzt einen integrierten Methodenansatz aus praxisnaher Demonstration und wissenschaftlicher Begleitung. In bestehenden Betrieben werden abgestimmte Maßnahmenkataloge erprobt, dokumentiert und evaluiert. Zentrale Methoden sind standardisierte Erhebungen zu Ertrag, Qualität, Biodiversität sowie Klima- und Umweltwirkungen, ergänzt durch Kohlenstoff- und Stickstoffbilanzen. Regionale Klimadaten werden ausgewertet und harmonisiert. Darauf aufbauend werden ökonomische, ökologische und soziale Indikatoren entwickelt. Digitale Erfassungssysteme, eine zentrale Datenbank und vielfältige Transferformate sichern Vergleichbarkeit, Auswertung und Wissenstransfer.

Ergebnisse

Erste Ergebnisse werden gegen Ende 2027 erwartet.

Informationen zu dem Projekt der Kooperationspartner

Zeichnung des Bundesadler mit stilisierter Flagge und Schriftzügen

Projektinformation
Projektleitung: Dr. Stephan Hartmann
Projektbearbeitung: N.N.
Projektlaufzeit: 08.12.2025 - 31.12.2028
Finanzierung: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Projektträger: BLE/BMLEH
Förderkennzeichen: 2825MD700