hesselberger – eine fränkische Streuobstinitiative

Seit 2006 ist die Streuobstverwertungsinitiative hesselberger mit Ihren Produkten auf dem Markt. Was als verwegene Idee von 34 Gesellschafterinnen und Gesellschaftern begann, die mit Ihren Finanzeinsatz den Beginn der Streuobstfirma ermöglichten, hat sich zu einem festen Begriff der Regionalvermarktung rund um den Hesselberg gemausert. Für viele Konsumenten ist hesselberger mit einem klar abgegrenzten Ankaufsgebiet (Radius ca. 30 km) und einer klaren Philosophie der Grundstoffe – ausschließlich Streuobstfrüchte wandern in die Flasche – ein Paradebeispiel für regionale Vermarktung. In Jahren mit wenig Obst auf den Bäumen kann diese Selbstbeschränkung auch dazu führen, dass Produkte aufgrund der geringen Saftmenge ausgehen.

Streuobst wirtschaftlich verwerten

Triebfeder der Gründung der GmbH war der Landschaftspflegeverband (LPV) Mittelfranken. Seit Gründung des LPV im Jahr 1986 war Streuobst und dessen Rückgang eines seiner Kernthemen. Doch um diese wertvollen Kulturlandschaften zu erhalten, reichten auch die umfangreichen Neupflanzungen allein nicht – es galt, Anreize zu setzen, sich um die Bäume zu kümmern. Dafür benötigen die Obstbaumbesitzer eine nahe Verwertungsmöglichkeit und zusätzlich eine gute wirtschaftliche Perspektive mit sicheren Ankauferlösen. Nach der erfolgreichen Gründung von kleinen Vereinsmostereien folgte 2006 in Kooperation mit den Gemeinden der "Fränkischen Moststraße" die Idee der gewerblichen Verwertung – die Geburtsstunde von hesselberger.

Zusammenarbeit mit Partnermostereien ermöglicht breite Produktpalette

Drei Flaschen "hesselberger Secco"Zoombild vorhanden

hesselberger Secco

Durch den verlässlich über dem Marktpreis liegenden Ankaufspreis und einem dichten Netz von Ankaufsstellen konnte ein relativ fester und wachsender Stamm an Obstlieferanten aufgebaut werden. Aktuell liefern rund 2.300 Obstbaumbesitzer ihre Früchte an die hesselberger. Ziel war und ist es, möglichst viele unterschiedliche Produkte aus den angekauften Äpfeln, Birnen und Kirschen aus Streuobstanbau herzustellen. Ein Glücksfall war hier von Anfang an die Zusammenarbeit mit den vielseitigen und innovativen Partnermostereien. So entstanden nicht nur klassische naturtrübe Direktsäften und Schorlen. Bereits im zweiten Jahr wurden die hesselberger Seccos auf den Markt gebracht – eine Alleinstellung mit hohen Absatzzahlen. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel in der Region um den Hesselberg ist es die Gastronomie u.a. im fränkischen Seenland, die die Bekanntheit der Marke hesselberger gesteigert haben. Aber, wie in allen Bereichen, so auch im Saftgewerbe – die Konkurrenz schläft nicht. Nachahmer und neue Streuobstmarken halten Einzug und machen den Markt bei allgemein sinkendem Apfelsaftkonsum schwieriger. Hinzu kam nach fast 20 Jahren der Zusammenarbeit eine zusätzliche Herausforderung: Eine neue Partnermosterei für die Produktion und Logistik muss gefunden werden, was eine zumindest übergangsweise Reduktion der Produktpalette zur Folge hat. Doch Aufgeben ist keine Option: "Wir werden etwas bescheidener werden müssen, aber da wir nie mit der Absicht Gewinnmaximierung angetreten sind, können wir hesselberger auch auf kleinerer Flamme weiterbetreiben. Wichtig bleibt, so viele Streuobstfrüchte wie möglich zu verwerten und dafür zu sorgen, dass den Menschen wieder bewusst wird, welchen Schatz sie auf ihren Bäumen finden."