Praxisinformationen
Jahresbericht über Leistungsprüfungen und Zuchtwertschätzung beim Schwein

Eine Person inmitten einer Ferkelgruppe

In den Prüfstationen für Schweine in Grub und Schwarzenau werden unter standardisierten Bedingungen Erzeugungs- und Qualitätsmerkmale von Nachkommen aus der Herdbuchzucht und der künstlichen Besamung ermittelt, die im Rahmen der Zuchtwertschätzung die Grundlage für die spätere Selektionsentscheidung bilden.

Im vergangenen Jahr wurden in den Prüfstationen Grub und Schwarzenau 7.246 Tiere eingestallt, bei welchen neben den klassischen Prüfmerkmalen auch das Safthaltevermögen im Kotelett, der Intramuskuläre Fettgehalt, der Ebergeruch und Hilfsschleimbeutel an den Extremitäten routinemäßig erfasst werden. Projekte zur Haltung nicht kupierter Tiere sind zudem ein wichtiger Teil der Arbeit der Prüfstationen. Dabei ist mit einem Anteil von je etwa 50 Prozent an den Prüftieren die Herdbuch- und Ferkelerzeugerprüfung ausgeglichen. Zusätzlich wurden im Jahr 2021 etwa 350 Tiere im Rahmen von Versuchen geprüft. Zusätzlich zur klassischen Stationsprüfung wird das Datenpotential in Praxisbetrieben mit bayerischen Hybridsauen konsequent weiter erschlossen.

Auf Basis dieses europaweit einzigartigen Datenpools in den organisierten Ferkelerzeugerbetrieben ist es so gelungen, den Zuchtfortschritt in der Aufzuchtleistung bei den Mutterrassen, bei der Vitalität der Ferkel und der Homogenität des Wurfes deutlich zu steigern. Beides, die hervorragende Merkmalserhebung in den Prüfstationen und die konsequente Nutzung von Felddaten, sind in Verbindung mit der genomischen Zuchtwertschätzung die Garanten für die hervorragende züchterische Entwicklung der in Bayern gezüchteten Rassen Piétrain, Duroc, Deutsche Landrasse und Deutsches Edelschwein.

Leistungsprüfungen und Zuchtwertschätzung beim Schwein in Bayern: Jahresbericht (LfL-Information)

Der vorliegende Bericht enthält neben den Stationsergebnissen noch Zusatzauswertungen, vor allem hinsichtlich der Fleischbeschaffenheit, die Ergebnisse der Feldprüfungen sowie die aktuellen genetischen Trends anhand der Entwicklung der Zuchtwerte der letzten 13 Jahre. Zudem gibt er einen Überblick über aktuelle Forschungsaktivitäten im Bereich der Schweinezucht.

Das Prüfungsjahr 2021

Das Jahr 2021 war für die Schweinhalter ökonomisch ein sehr unterdurchschnittliches Jahr. Nicht kostendeckende Ferkel- und Mastschweinepreise von 25 € bzw. 1,20 €/kg Schlachtgewicht (SG) führten zu einer Verringerung des betrieblichen Eigenkapitals, welches jedoch für Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Betriebes dringend benötigt wird.
Die Hauptgründe dieser prekären Situation sind die Corona-Pandemie mit negativen Auswirkungen auf den Fleischabsatz und der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest und den damit verbundenen Importsperren auf wichtigen Drittlandmärkten. Viele schweinhaltende Betriebe stiegen aus der Produktion aus, so dass zum Stichtag 3. 11. 2021 etwa 500 Betriebe weniger in Bayern im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen waren, was einer Reduktion um etwa 12 Prozent entspricht. Der bayerische Zuchtsauenbestand reduzierte sich deutlich um 7,8 Prozent auf 178.700 Tiere, der Bestand an Mastschweinen sank im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent auf 1.330.800 Tiere.
Abzeichnung einer langsamen Markterholung
Da sich erst langsam eine Markterholung abzeichnet und insbesondere in der Ferkelerzeugung in den nächsten Jahren größere Investitionen für die Anpassung an die Tierschutznutztierhaltungsverordnung anstehen, werden wohl auch im Jahr 2022 weitere Betriebe die Schweineerzeugung aufgeben.
Zur Stärkung der bayerischen Schweinehaltung kann der Ausbau der Vermarktung mit dem Schwerpunkt "Herkunft aus Bayern" eine Strategie darstellen, die die Nachfrage für bayerische Ferkel deutlich festigen würde.
Für die bestmögliche Qualität der bayerischen Tiere ist die Zucht maßgeblich mitverantwortlich. Um hier weiter den Anforderungen der Landwirte aber auch der Gesellschaft gerecht zu werden, wurden im Jahr 2021 zahlreiche Maßnahmen getroffen.
Wichtigste Maßnahme
Als wichtigste Maßnahme im vergangenen Jahr sind sicherlich die Planungen für das neue Schlachthaus und den ersten Bauabschnitt der neuen Prüfstation am Versuchs- und Bildungszentrum Schwarzenau (BaySG) zu nennen. Die stationäre Prüfung wird somit auch in Zukunft neben der Partnerschaft mit dem LKV Bayern e.V. den wesentlichen Faktor für die bayerische Schweinzucht darstellen.
Neues Projekt HeriSINS zum Thema Entzündungs- und Nekrosesyndrom beim Schwein
Die Erhöhung des Anteils von Schweinen mit intaktem Ringelschwanz ist gesellschaftspolitisch gewünscht und wird daher in der Zuchtarbeit verstärkt in den Fokus genommen. Im Jahr 2022 beginnt ein vom StMELF gefördertes Projekt (HeriSINS) zum Thema Entzündungs- und Nekrosesyndrom beim Schwein (SINS), in welchem an nicht kupierten Tieren SINS-Merkmale erhoben und deren Zusammenhang für das Auftreten von Schwanzverletzungen untersucht werden. In den Prüfstationen Grub und Schwarzenau werden daher seit Mitte des Jahres 2021 grundsätzlich Tiere mit intaktem Ringelschwanz eingestallt.
Zur Einschätzung der bayerischen Genetik werden regelmäßig Vergleiche mit anderen Herkünften durchgeführt, in welchen auch mögliche Unterschiede bei der Haltung unkupierter Tiere eruiert werden. Zudem wurde im Jahr 2021 die Nachkommenprüfung von Duroc-Ebern eingeleitet.
Trotz umfangreicher Forschungsarbeit bildet das Erzeugungs- und Qualitätsmonitoring an den Stationen Grub und Schwarzenau auch künftig das zentrale Rückgrat der bayerischen Zuchtprogramme.
Mit 7.264 eingestallten Tieren ist der Umfang der erhobenen Leistungsdaten, aber auch die Datenqualität im Vergleich mit anderen am Markt befindlichen Zuchtprogrammen überragend. Dabei ist mit einem Anteil von je etwa 50 Prozent an den Prüftieren die Herdbuch- und Ferkelerzeugerprüfung ausgeglichen. Zusätzlich wurden im Jahr 2021 etwa 350 Tiere im Rahmen von Versuchen geprüft.
Optimales Niveau bei Mast- und Schlachtleistungsergebnisse bei allen Prüfarten
Die Mast- und Schlachtleistungsergebnisse haben bei allen Prüfarten wie in den Vorjahren ein optimales Niveau erreicht. Im Prüfabschnitt wurden Tageszunahmen von 814 g bei der Rasse Piétrain (weiblich), 1.004 g bei den Mutterrassen (Kastraten) und 901 g bei den weiblichen Endprodukten ermittelt. Der Magerfleischanteil (LPA-Formel) im Schlachtkörper lag mit 68,3 Prozent bei Piétrain und 63,5 Prozent bei den Endprodukten (weiblich) ebenso auf einem ausgesprochen guten Niveau.

Projekte im Rahmen der Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung

Validierung der genomisch-optimierten Zuchtwertschätzung beim Schwein (ValPigGS)

In dem vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) geförderten Projekt "Validierung der genomisch-optimierten Zuchtwertschätzung beim Schwein (ValPigGS)" werden 50 Piétrain-Eber intensiv nachkommengeprüft, um die genomisch-optimierte Zuchtwertschätzung zu validieren. Ziel ist es zu prüfen, wie gut die zum Zeitpunkt der Selektion geschätzten Zuchtwerte mit den wahren Zuchtwerten übereinstimmen.

Genetische Verbesserung von Effizienzmerkmalen bei Schweinen zur Reduktion von Nährstoffausscheidungen (EffiPig)

Unter der Federführung der Universität Bonn wurde das Projekt "Genetische Verbesserung von Effizienzmerkmalen bei Schweinen zur Reduktion von Nährstoffausscheidungen (EffiPig)" begonnen. In der Prüfstation Schwarzenau werden dazu Vollgeschwister der Kreuzung Piétrain x F1 (n=800) unterschiedlich gefüttert: Gruppe 1 mit Standardfutter der Prüfstation, Gruppe 2 stark N-/P-reduziert und ohne Sojaextraktionsschrot und -öl. Im Mittelpunkt der Fragestellung steht, inwieweit die Rationsgestaltung die Zuchtwerte und somit die Rangierung der Eber beeinflusst.

Untersuchung zum Auftreten von Lahmheiten bei Prüftieren

In den Jahren 2018 und 2019 wurden aus der Praxis (Jungsauenvermehrer, Mastbetriebe) vermehrt Lahmheiten gemeldet. Der Anteil erkrankter Tiere schwankte in den betroffenen Betrieben stark und die Intensität der Lahmheiten war unterschiedlich ausgeprägt. Die Schweine zeigten einen steifen Gang; scheinbar verursacht durch eine nicht normale Stellung der Vorderbeine ("Stuhlbeinigkeit").
Daher wird seit August 2019 in den beiden bayerischen Prüfstationen Schwarzenau und Grub bei Prüftieren der drei Prüfarten 1 (Piétrain Reinzucht weiblich), 2 (Piétrain Mastendprodukte; weiblich, männlich nicht kastriert) und 4 (Mutterrassen Reinzucht- und Kreuzungstiere; männlich nicht kastriert, männlich kastriert) von LPA-Mitarbeitern die Vorderbeinstellung beurteilt. Für die Beurteilung der Vorderbeinstellung wird ein Boniturschema mit fünf Boniturgraden verwendet. Die Tiere werden einmalig in der Woche vor der Schlachtung beurteilt. Ziel ist es, phänotypische und genetische Trends für die Vorderbeinstellung zu untersuchen und Heritabilitäten und genetische Beziehungen zu den Merkmalen aus der Stationsprüfung auf Mastleistung, Schlachtkörperwert und Fleischbeschaffenheit zu schätzen. Die Datenerhebung wird im Sommer 2022 abgeschlossen.

Evaluierung von Hilfsmerkmalen zur Erfassung des Alters bei Eintritt der Pubertät des männlichen Schweines

Männliche Ferkel werden kastriert, um die Masteignung zu gewährleisten und Ebergeruch zu verhindern. Die chirurgische betäubungslose Kastration ist seit dem Jahr 2021 in Deutschland verboten. Kastration unter Schmerzausschaltung, Immunokastration und Ebermast sind mögliche Alternativen. Jedoch beinhalten die Verfahren Nachteile. Bei der Mast von Ebern kann ein unangenehmer Geruch des Eberfleisches auftreten, und es bestehen tierschutzrelevante Verhaltensprobleme. Ebergeruch und Verhaltensänderungen bei unkastrierten männlichen Schweinen treten in Zusammenhang mit der Geschlechtsreifung auf. Die Ermittlung des Eintritts der Geschlechtsreife erweist sich als schwierig. Der Anteil an nicht geschlechtsreifen Mastebern bei Schlachtung ist nicht bekannt.
Das Ziel dieses Projektes besteht darin, den Zeitpunkt der Geschlechtsreife bei männlichen Schweinen zu untersuchen und Merkmale, die mit der Geschlechtsreifung in Beziehung stehen, zu evaluieren und Parameter zu finden, die mit dem Eintritt der Geschlechtsreife bei Ebern in Beziehung stehen. Die Datenerhebung zu diesem Projekt ist abgeschlossen. Bei 2.961 Ebern verschiedener Rassen wurden Ebergeruchsstoffe sowie Leistungsdaten erhoben und Messungen an Hoden und Bulbourethraldrüsen durchgeführt. Darüber hinaus wurden von 47 männlichen Tieren ((Piétrain x (Deutsches Edelschwein x Deutsche Landrasse)) während der Mast und nach Schlachtung Testosteronkonzentrationen, Präputialspülproben, Leistungsdaten, Ebergeruchsstoffe, Messungen von Hoden und Bulbourethraldrüsen sowie die Histologie von Hoden und Nebenhoden untersucht.
Unter den 47 Kreuzungsebern variierte der Zeitpunkt des Vorhandenseins von Spermien im Präputium beträchtlich. Bei einem Alter von 132 Tagen und einem durchschnittlichen Gewicht von 71,53 kg wiesen bereits zwei Tiere Spermien im Präputium auf. Bis zu einem Alter von 174 Tagen und einem durchschnittlichen Gewicht von 115,18 kg wiesen 8 Tiere noch negative Präputialspülproben auf (siehe Tabelle 1). Bei einem Schlachtalter von 179 Tagen zeigten zwei Tiere (4 Prozent) nach histologischen Untersuchungen keine Spermien in den Nebenhoden und waren vermutlich nicht geschlechtsreif. Die Testosteronkonzentrationen dieser Tiere lagen unter dem bzw. im Mittel.
Innerhalb der Tiere bestanden keine signifikanten hohen Korrelationen zwischen Ebergeruchsstoffen, Testosteronkonzentrationen und Maßen von Geschlechtsorganen. Die logarithmierte Androstenonkonzentration korrelierte moderat signifikant mit dem Gewicht der Bulbourethraldrüsen (r=0,43; pp=0,002) und der Länge der Bulbourethraldrüsen (r=0,42; pp=0,004). Die Testosteronkonzentration korrelierte moderat mit dem logarithmierten Skatolwert.
In weiteren Schritten sollen genetische Informationen analysiert werden.
Tabelle 1: Anzahl Spülproben des Präputiums mit Spermien nach Untersuchungszeitpunkt, Alter und Lebendgewicht
EntnahmeAlter
(Tage)
Gewicht
(kg)
Standardabweichung
Gewicht (kg)
Anzahl
positiver Proben
113271,531,092
213978,571,174
314686,121,2711
415393,191,3716
5160100,391,4523
6167108,871,5128
7174115,181,5939

Verbesserung der Datengrundlage bei den Mutterrassen durch Integration von Ferkelerzeugerdaten

Durch die Erfassung der aus der Herdbuchzucht in die Ferkelerzeugerstufe ausgelieferten Jungsauen mittels ihrer Abstammungen wird die Datengrundlage für die Zuchtwertschätzung der Mutterrassen in Bayern deutlich erweitert (siehe Abbildung). Dieses bildet die wesentliche Datengrundlage für die züchterische Bearbeitung der Robustheitsmerkmale wie Mütterlichkeit, Geburtsverlauf, Wurfhomogenität, Verbleiberate und Anomalien.
In der Spitze konnten über diesen Erfassungsweg jährlich über 12.000 Sauen (Geburtsjahrgang 2013) zusätzlich zum Herdbuch für die Zuchtwertschätzung auf Fruchtbarkeit und Robustheit miterfasst und ausgewertet werden. Der Rückgang seit dem Geburtsjahrgang 2013 ergibt sich aufgrund des starken Strukturwandels in der Bayerischen Ferkelerzeugung. Bei den Sauen des Geburtsjahrganges 2020 waren zum Erfassungszeitraum Januar 2022 noch nicht alle abgesetzt. Gleichzeitig ergaben sich durch die Einführung eines neuen Sauenplaners beim LKV Bayern Datenverluste bei den Neuerfassungen von Zukaufstieren.
Durch das EIP-Projekt "BayernGO" werden seit 2020 die Leistungen von Bestandssauen und deren Nachkommen in eigenremontierenden Ferkelerzeugerbetrieben des LKV Bayern e.V. erfasst und in der Zuchtwertschätzung berücksichtigt. Dies erweitert insbesondere die Anzahl von Reinzuchtleistungen erheblich.
KurvendiagrammZoombild vorhanden

Anzahl der aus EGZH-Betrieben zugekauften Sauen mit Fruchtbarkeitsleistungen in Ferkelerzeugerbetrieben nach Geburtsjahrgang.

Mit BayernGO können Eigenremontierer ihre Sauenherde genotypisieren lassen und erhalten Informationen über den züchterischen Wert ihrer Sauen. Der Nutzen für die Züchtervereinigung besteht darin, dass durch die zu erwartende größere Datenbasis aus Herdbuch- und Eigenremontierungsbetrieben sich neben den bisherigen auch weitere wenig erbliche Merkmale (z. B. Verhalten, Anomalien) für die züchterische Bearbeitung erschließen lassen.

Erfassung von Verhaltensmerkmalen über den LKV-Sauenplaner

Die im Rahmen eines Projektes im ökologischen Landbau (ÖkoSauMüt) durchgeführte Erfassung verschiedener Verhaltensausformungen wurden in den 2021 eingeführten Sauenplaner des LKV Bayern auf Betriebsebene integriert. Zum Aufbau einer Datengrundlage hinsichtlich der Beachtung verschiedener Verhaltensausprägungen in der Zuchtarbeit sollen diese auch überbetrieblich ausgewertet werden. Zugleich wird eine Erfassung des Tierverhaltens beim Eigenleistungstest angestrebt. Die notwendige Datenerhebung ist insbesondere im Hinblick auf die geforderten künftigen Bewegungsmöglichkeiten im Deck- und Abferkelbereich anzustreben. Damit sind wichtige Erkenntnisse aus dem Projekt in die Datenerfassung beim LKV Bayern eingeflossen.

Daten der Fleischerzeugerringe als Basis für Untersuchungen zu den paternalen Effekten auf Fruchtbarkeits- und Fitnessmerkmale

Vorerhebungen in den bayerischen Fleischerzeugerringen zur Wurfhomogenität beim Absetzen der Ferkel zeigten die Problematik einer subjektiven Beschreibung zu diesem Zeitpunkt auf. Seit 2016 wird daher die Wurfhomogenität zum Geburtszeitpunkt erhoben. Hierbei wird der Anteil der Ferkel unter 1 kg Geburtsgewicht erfasst. Dies soll insbesondere auch als Merkmal für "paternale Wurfhomogenität" der Rasse Piétrain dienen. Zudem wird die Anzahl der tot geborenen Ferkel erfasst (siehe Tabelle 2).
Die Erfassung der tot geborenen Ferkel ist insgesamt als gut zu bezeichnen. In allen Fleischerzeugerringen wird, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bei einem hohen Anteil der Würfe die Erfassung durchgeführt. Sowohl der Anteil der Würfe mit tot geborenen Ferkeln als auch der Anteil der tot geborenen Ferkel liegen über die Ringe in einem (fast) vergleichbaren Bereich.
Bei der Erfassung der untergewichtigen Ferkel gibt es noch Verbesserungspotential:
Während die Anzahl tot geborener Ferkel bei knapp 80 Prozent der Würfe erfasst werden, liegt bei den zu leicht geborenen Ferkel der Anteil nur bei etwa 17 Prozent der Würfe. Positiv ist allerdings zu werten, dass die Qualität der beurteilten Würfe gut ist, was Vergleiche mit der Herdbuchstufe bestätigen. Für die Zuchtwertschätzung sind weniger Daten, aber mit hoher Qualität, wertvoller als viele Datenmengen, deren Zuverlässigkeit nicht gegeben ist.
Das Institut für Tierzucht führt derzeit Untersuchungen zur Bedeutung der paternalen Effekte auf Fruchtbarkeits- und Fitnessmerkmale durch. Auch die Ausweisung von Zuchtwerten für diese Merkmale ist geplant.
Tabelle 2: Erfassung von tot geborenen Ferkeln (TGF) und zu leicht geborenen Ferkeln (ZLF) in organisierten Ferkelerzeugerbetrieben
MerkmalFerkelerzeuger
Würfe gesamt34.895
Anteil der Würfe mit Angabe zur Anzahl TGF77,9 %
Anteil der Würfe mti TGF51,9 %
Gesamt geborene Ferkel je Wurf14.3
TGF je Wurf1,07
Anteil TGF an den gesamt geborenen Ferkel7,5 %
Anteil der Würfe mit Angabe zur Anzahl ZLF16,7 %
Anteil der Würfe mit ZLF24,7 %
Lebend geborene Ferkel je Wurf13,5
ZLF je Wurf0,57
Anteil ZLF an den lebend geborenen Ferkeln4,2 %

Ansprechpartner
Dr. Rudolf Eisenreich
Institut für Tierzucht
Prof.-Dürrwaechter-Platz 1
85586 Poing-Grub
Tel.: 08161 8640-7180
Fax: 08161 8640-7199
E-Mail: Tierzucht@lfl.bayern.de

Porträtfoto

Dr. Rudolf Eisenreich

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