Praxisinformationen
Jahresbericht 2019 über Leistungsprüfungen und Zuchtwertschätzung beim Schwein

Ferkelgruppe

In der stationären Leistungsprüfung beim Schwein werden unter standardisierten Bedingungen Leistungsdaten von Nachkommen aus der Herdbuchzucht und der künstlichen Besamung ermittelt, die im Rahmen der Zuchtwertschätzung die Grundlage für die spätere Selektionsentscheidung bilden.

In Bayern wird die Leistungsprüfung an den Stationen Grub und Schwarzenau durchgeführt. Im vergangenen Jahr wurden 6.277 Tiere geprüft, bei welchen neben den klassischen Prüfmerkmalen auch das Safthaltevermögen im Kotelett, der Intramuskuläre Fettgehalt, der Ebergeruch und auch Hilfsschleimbeutel an den Extremitäten routinemäßig erfasst werden. Mit einem Anteil von etwa 55 Prozent dominiert dabei weiterhin die Herdbuch-Prüfung. Zusätzlich zur klassischen Stationsprüfung wird das Datenpotential in Praxisbetrieben mit bayerischen Hybridsauen konsequent weiter erschlossen.
Auf Basis dieses europaweit einzigartigen Datenpools in den organisierten Ferkelerzeugerbetrieben ist es so gelungen, den Zuchtfortschritt in der Fruchtbarkeit und Aufzuchtleistung bei den Mutterrassen deutlich zu steigern. Beides, die hervorragende Leistungsprüfung in den Prüfanstalten und die konsequente Nutzung von Felddaten, sind in Verbindung mit der genomischen Zuchtwertschätzung die Garanten für die hervorragende züchterische Entwicklung der in Bayern gezüchteten Rassen Piétrain, Duroc, Deutsche Landrasse und Deutsches Edelschwein.

Leistungsprüfungen und Zuchtwertschätzung beim Schwein in Bayern: Jahresbericht 2019 (LfL-Information)

Der vorliegende Bericht enthält neben den Stationsergebnissen noch Zusatzauswertungen, vor allem hinsichtlich der Fleischbeschaffenheit, die Ergebnisse der Feldprüfungen sowie die aktuellen genetischen Trends anhand der Entwicklung der Zuchtwerte der letzten 11 Jahre. Zudem gibt er einen Überblick über aktuelle Forschungsaktivitäten im Bereich der Schweinezucht.

Das Prüfungsjahr 2019

Mit 6.277 Prüfabschlüssen bildete die Mast- und Schlachtleistungsprüfung an den beiden Standorten Schwarzenau und Grub wieder das zentrale Rückgrat des bayerischen Zuchtprogrammes. Sowohl der Umfang der erhobenen Leistungsdaten, aber auch die Datenqualität bei den am Markt befindlichen Zuchtprogrammen einmalig. Mit 55 Prozent Anteil an den Prüftieren dominiert die HB-Prüfung.
Optimales Niveau bei den Mast- und Schlachtleistungsergebnissen
Die Mast- und Schlachtleistungsergebnisse haben bei allen Prüfarten wie in den Vorjahren ein optimales Niveau erreicht. Im Prüfabschnitt wurden Tageszunahmen von 829 g bei der Rasse Piétrain, 1.016 g bei den Mutterrassen (Kastraten) und 905 g bei den weiblichen Endproduktetieren ermittelt. Der Magerfleischanteil (LPA-Formel) im Schlachtkörper lag mit 68,3 Prozent bei Piétrain und 63,5 Prozent bei den Endprodukten (weiblich) ebenso auf einem ausgesprochen guten Niveau.
Die ständige Weiterentwicklung des Zuchtprogrammes unter Berücksichtigung innovativer Merkmale hat entscheidenden Einfluss auf das Potential eines Zuchtproduktes.
Forschungsprojekte als fester Bestandteil im Aufgabenbereich der Prüfstationen Grub und Schwarzenau
Die hierfür notwendigen Forschungsprojekte sind heute ein fester Bestandteil im Aufgabenbereich der Prüfstationen Grub und Schwarzenau. So werden zur züchterischen Bearbeitung des Ebergeruches bereits seit 2015 routinemäßig nicht kastrierte männliche Tiere in die Prüfung einbezogen und die Leitmerkmale Androstenon und Skatol im Speck ermittelt. Aus den Zuchtwerten für beide Merkmale wird der Ebergeruchsindex errechnet. Bei den Mutterrassen wird der Ebergeruchsindex als inoffizieller Zuchtwert veröffentlicht.
Die Bonitierung der Hilfsschleimbeutel, der sogenannten akzessorischen Bursen, am Schlachtkörper aller Prüftiere ist die Basis für die Berechnung des genetischen Einflusses auf dieses Merkmal. Inzwischen steht ein Relativzuchtwert für Hilfsschleimbeutel bei Mutterrassen zur Verfügung. Auch für die Rasse Piétrain werden in Zukunft Zuchtwerte für dieses Merkmal ausgewiesen.
Eine umfassende Datenbasis zur züchterischen Bearbeitung des Schwanzbeißens wird derzeit in einem länderübergreifenden Forschungsprojekt erarbeitet. Zudem wurden an den beiden bayerischen Prüfstationen mehrere Eberherkünfte hinsichtlich des Auftretens von Schwanzbeißen bei den Nachkommen verglichen.
In einem Projekt in Zusammenarbeit mit der TU München sollen Hilfsmerkmale zur Erfassung des Alters bei Eintritt der Pubertät des männlichen Schweines gefunden werden, um evtl. in Zukunft die Mast von Ebern ohne den Nachteil der Fleisch-Geruchsproblematik zu ermöglichen. In einer Bachelorarbeit in Kooperation mit dem Fleischprüfring Bayern e.V., der Universität Bayreuth und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wird überprüft, ob mittels Raman-Spektroskopie geruchsauffällige Schlachtkörper ermittelt werden können.

Projekte im Rahmen der Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung

Ermittlung der Ebergeruchssubstanzen Androstenon und Skatol

Seit dem Jahr 2015 werden für die züchterische Bearbeitung des Ebergeruchs auch männliche, nicht kastrierte Tiere der Prüfart 4 (Mutterrassen) der Prüfung unterzogen und auf den Gehalt der Ebergeruchssubstanzen Androstenon, Skatol und Indol im Nackenfett untersucht.
Für die Rasse Piétrain besteht schon seit dem Jahr 2013 eine genomische Zucht-wertschätzung gegen Ebergeruch, welche im Rahmen des Projekts „Geruchsoptimierung durch genomische Selektion (GOGS)“ entwickelt wurde. Um die Reduzierung des Ebergeruchs züchterisch weiter zu entwickeln, werden seit Januar 2016 auch die Piétrain-Besamungseber (Prüfart 2) zu 50 Prozent mit Eberferkeln geprüft. Von etwa 100 Piétrain-Besamungsebern werden jährlich je 6 Nachkommen auf Androstenon und Skatol im Nackenspeck beim TGD Bayern untersucht. Die Auswahl dieser PI-Eber erfolgt auf Basis des genomisch optimierten Zuchtwertes.
1.500 Eber wurden demzufolge bisher bei den Mutterrassen und 1.974 Eber bei den Vaterrassen dieser Ebergeruchsprüfung unterzogen. Tabelle 1 zeigt, dass die Endprodukte-Eber (Prüfart 2) mit im Mittel 432 ng/g Fett deutlich geringere Androstenon-gehalte aufweisen als die Eber der Mutterrassen (Prüfart 4; 805 ng/g Fett). Dies ver-deutlicht, dass nicht nur der Endstufeneber sondern auch die Mutterrassen züchterisch bearbeitet werden müssen. Mit Erblichkeiten für Androstenon von 0,5 bis 0,6 und Skatol von etwa 0,4 sind hier gute Voraussetzungen gegeben. Die Ebergeruchsanalytik wird finanziert durch die Bayern-Genetik GmbH, dem Besamungsverein Neustadt an der Aisch e.V. und die EGZH Bayern w.V..
Der Ebergeruchsindex, der sich aus den Zuchtwerten für Androstenon und Skatol zusammensetzt, dient als Basis für die Einstufung der Piétraineber in das EGZH Label „Piétralon“. Seit dem Jahr 2018 wird der Ebergeruchsindex für Mutterrassen als inoffizieller Zuchtwert publiziert.
Tabelle 1: Mittlere Gehalte an Ebergeruchssubstanzen im Nackenfett bei den Ebern der Prüfarten 2 und 4
MerkmalØ bei der Prüfart 2
(Pi x Mutterrassen)
Ø bei der Prüfart 4
(Mutterrassen-Kreuzungen)
Anzahl Tiere19741500
Androstenon
(ng/ g Fett)
432805
Skatol
(ng/ g Fett)
76111
Indol
(ng/ g Fett)
2330

Untersuchungen zum Auftreten von Hilfsschleimbeuteln

Seit April 2015 wurden an den Schlachthöfen der beiden bayerischen Leistungsprüfungsanstalten Grub und Schwarzenau knapp 33.000 Prüftiere auf das Vorhandensein von Hilfsschleimbeuteln überprüft (Stand: Februar 2020). Nach dem Entbluten stuften die Techniker der Schlachthöfe jedes Bein auf einer von OBERLÄNDER (2015) entwickelten Skala von 0 bis 3 ein. Dabei bedeutet 0= kein Befund, 1= geringgradig ausgeprägter Hilfsschleimbeutel, 2= mittelgradig ausgeprägter Hilfsschleimbeutel und 3= stark ausgeprägter, entzündeter Hilfsschleimbeutel mit eröffneter Haut. Liegen an einer Gliedmaße mehrere Befunde vor, so wird nur der schwerste Befund für die Analysen verwendet.
Um den Einfluss verschiedener Faktoren auf das Auftreten von Hilfsschleimbeuteln zu untersuchen, werden die vier Einzelergebnisse je Tier (Vorder- und Hinterglied-maßen sowie links und rechts) zu einem Wert zusammengefasst. Die Summe der Schweregrade eines Tieres geteilt durch vier ergibt das Merkmal „Befundmittel“, welches den mittleren Schweregrad über alle Gliedmaßen eines Tieres beschreibt.
Deutliche Rasseunterschiede bei untersuchten Tieren mit Hilfsschleimbeutel
Gut 81 Prozent der untersuchten Tiere weisen Hilfsschleimbeutel auf. Dabei gibt es deutliche Rasseunterschiede (siehe Tabelle 2). Während Tiere der Deutschen Landrasse nur zu etwa 68 Prozent betroffen sind, weisen rd. 90 Prozent der reinrassigen Piétraintiere Bursen auf. Über die Hälfte aller Befunde entfallen auf eine geringgradige Ausprägung der Bursen (Grad 1), 0,4 Prozent der Befunde sind schwerwiegend (Grad 3)
Tabelle 2: Prävalenz und Befundmittel nach Rasse
RasseAnzahlBursagrad in %
0
Bursagrad in %
1
Bursagrad in %
2
Bursagrad in %
3
Prävalenz (Grad 1-3)
in %
Befundmittel
DE57916,861,721,20,383,20,54
DL594431,853,015,00,268,20,39
PI17099,861,727,51,090,20,63
DLxDE327220,658,820,10,479,40,50
DExDL782917,856,625,20,482,20,55
PIxDL747313,959,026,70,486,10,58
PI x (DE x DL)548615,156,927,30,784,90,59
Gesamt3279218,857,323,50,481,20,54
Die Hintergliedmaßen sind dabei im Vergleich zu den Vordergliedmaßen deutlich stärker betroffen. Zudem waren die Befunde der Hintergliedmaßen häufig auch schwerwiegender als die der Vordergliedmaßen.
Getrennte Varianzkomponenten- und Zuchtwertschätzung für Nachkommen von Piétrainebern und Tiere der Mutterrassen
Eine Varianzkomponenten- und Zuchtwertschätzung erfolgte getrennt für Nachkommen von Piétrainebern und Tiere der Mutterrassen, wobei für erstere ein Vatermodell und für letztere ein Tiermodell verwendet wurde. Für das Merkmal Befundmittel wurden Erblichkeiten von 0,26 bei Piétrain und 0,33 bei den Mutterrassen geschätzt. Bei beiden Rassegruppen lag die Erblichkeit des Befundmittels der Hintergliedmaßen deutlich über der Erblichkeit des Befundmittels der Vordergliedmaßen.
Ausfälle auf Grund von Hilfsschleimbeuteln wurden an den LPAs nicht verzeichnet. Die Korrelationen mit den konventionellen Leistungsmerkmalen sind als gering einzustufen. Die züchterische Ausrichtung ist daher vermutlich nicht verantwortlich für die hohen Prävalenzen.
Aus züchterischer Sicht ist dieses Merkmal jedoch interessant, weil es einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Hilfsschleimbeuteln bei Prüftieren und dem Auftreten von Auftreibungen beim Jungsauenselektionstest gibt.
Daher wurde auf der Basis der LPA-Daten für die Mutterrassen eine Zuchtwertschätzung für Hilfsschleimbeutel entwickelt. Für die Rasse Piétrain ist ebenfalls die Ausweisung von „Bursenzuchtwerten“ vorgesehen.
Der Erfolg züchterischer Maßnahmen gegen das Auftreten von Bursen hängt vornehmlich von der ökonomischen Gewichtung des Merkmals im Zuchtziel ab.
Entwicklung einer Zuchtwertschätzung für Hilfsschleimbeutel für die Mutterrassen auf der Basis der LPA-Daten
Daher wurde auf der Basis der LPA-Daten für die Mutterrassen eine Zuchtwertschätzung für Hilfsschleimbeutel entwickelt. Für die Rasse Piétrain ist ebenfalls die Ausweisung von „Bursenzuchtwerten“ vorgesehen.
Der Erfolg züchterischer Maßnahmen gegen das Auftreten von Bursen hängt vornehmlich von der ökonomischen Gewichtung des Merkmals im Zuchtziel ab.

Schaffung einer umfassenden Datenbasis und Entwicklung züchterischer Strategien zur nachhaltigen Reduzierung des Schwanzbeißens in der Schweinezucht (PigsWithTails)

In einem länderübergreifenden Projekt sollen mögliche genetische Ursachen für das Schwanzbeißen bei Mastschweinen erforscht werden. Hierzu werden in den Leistungsprüfungsanstalten Grub, Schwarzenau und Boxberg Daten zum Schwanzbeißen erfasst und anschließend genetisch ausgewertet.
Eine gezielte züchterische Bearbeitung der Problematik wird bislang dadurch erschwert, dass eine im Routinebetrieb praktikable Merkmalserfassung nicht verfügbar ist. Daher fehlen auch Erkenntnisse über den Grad der Erblichkeit, genetische Korrelationen zu anderen Merkmalskomplexen und Wechselwirkungen der Inzidenz des Schwanzbeißens mit Faktoren des Haltungssystems unter den in Deutschland verbreiteten Haltungsbedingungen in Zucht‐ bzw. Produktionsbetrieben.
Daher ist die Hauptzielrichtung des Projekts die Entwicklung geeigneter Bonitierungsmethoden für die massenhafte Erfassung von Schwanzverletzungen, die genetisch-statistische Auswertung dieser Daten und die Entwicklung von Züchtungsstrategien.

Alle bayerischen Prüftiere in Grub und Schwarzenau werden dabei fünfmal zu folgenden Zeiten bonitiert:

  • Einstallung Ferkelaufzucht: Alter ~ 28 Tage
  • Ferkelaufzucht: Alter~ 42 Tage
  • Einstallung Prüfstation: Alter~ 77 Tage
  • Prüfstation: Alter~105 Tage
  • Prüfstation: Alter ~133 Tage

Die Bonitur erfolgt nach dem Deutschen Schweine Boniturschlüssel (DSBS). Dabei werden folgende Merkmale betrachtet:

  • Originale Schwanzlänge
  • Längenverlust
  • Durchbrechung der Haut
  • Blut
  • Nekrose
  • Schwellung
  • Jeweils Lokalisation (Schwanzbasis, 1. Drittel, …) und Schweregrad
An den drei Versuchsstandorten Baumannshof, Grub und Schwarzenau wurden seit Anfang Dezember 2016 55.588 Bonituren an 12.264 Prüftieren durchgeführt. Weiter wurden Datenerhebungen an über 1.600 Kreuzungsnachkommen von Ebern der Rassen Bavarian Piétrain, German Piétrain, BHZP 77 und BHZP 08 durchgeführt, deren Schwänze zu max. einem Drittel kupiert wurden.

Weitere Informationen:

Umsetzung eines Konzepts zur Verbesserung der Datengrundlage bei den Mutterrassen

Durch die Erfassung der aus der Herdbuchzucht auch in die Ferkelerzeugerstufe ausgelieferten Jungsauen mittels ihrer Abstammungsnummern konnte die Datengrundlage für die Zuchtwertschätzung der Mutterrassen in Bayern deutlich erweitert werden (siehe Abbildung). Diese bildet die wesentliche Datengrundlage für die züchterische Bearbeitung der Robustheitsmerkmale Verbleiberate, Anzahl von der Sau abgesetzter, totgeborener und zu leicht geborener Ferkel sowie der Anomalien.
LiniendiagrammZoombild vorhanden

Abbildung: Anzahl der aus EGZH-Betrieben stammenden Sauen mit Fruchtbarkeitsleistungen in Ferkelerzeugerbetrieben

In der Spitze konnten über diesen Erfassungsweg jährlich über 9.000 Sauen zusätzlich zum Herdbuch für die Zuchtwertschätzung auf Fruchtbarkeit mit erfasst und ausgewertet werden. Der Rückgang seit dem Geburtsjahrgang 2013 ergibt sich aufgrund des starken Strukturwandels in der Bayerischen Ferkelerzeugung.

Erfassung von Verhaltensmerkmalen über den LKV-Sauenplaner

Die Vorerhebungen zum Verhalten der Sauen gegenüber Menschen, Artgenossen und ihren Ferkeln in den bayerischen Fleischerzeugerringen führte zur Erfassung des Verhaltens als Abgangsursache im Sauenplaner des LKV Bayern. Der Start dieser Datenerfassung wird aber nochmals verschoben, da das LKV Bayern die für das Jahr 2019 geplante Einführung eines neuen Sauenplaners wiederum ausgesetzt hat.
Durch die im Rahmen eines Projektes im ökologischen Landbau (ÖkoSauMüt) durchgeführte Erfassung verschiedener Verhaltensausformungen erhofft man sich, eine grundlegende Datenbasis zum Verhalten von Sauen insbesondere im Hinblick auf Erdrückungsverluste und mögliche Aggressionen gegenüber dem Betreuungs-personal. Aus diesem Grund wurde die Datenerhebung auch auf konventionell wirtschaftende Betriebe ausgedehnt, die ihre Sauen in Bewegungsbuchten abferkeln lassen. Auf eine elektronische Datenerfassung musste wegen der o.g. Verschiebung der Sauenplanereinführung noch verzichtet werden. Einige aus dem Projekt gewonnene Erkenntnisse werden in den neuen Sauenplaner des LKV einfließen.

Daten der Fleischerzeugerringe als Basis für Untersuchungen zu den paternalen Effekten auf Fruchtbarkeitsmerkmale

Vorerhebungen in den bayerischen Fleischerzeugerringen zur Wurfhomogenität beim Absetzen der Ferkel zeigten die Problematik einer subjektiven Beschreibung zu diesem Zeitpunkt auf. Seit 2016 wird daher die Wurfhomogenität zum Geburtszeitpunkt erhoben. Hierbei wird der Anteil der Ferkel unter 1 kg Geburtsgewicht erfasst. Dies soll insbesondere auch als Merkmal für „paternale Wurfhomogenität“ der Rasse Piétrain dienen. Zudem wird die Anzahl der tot geborenen Ferkel erfasst.
Die Erfassung der tot geborenen Ferkel ist insgesamt als zufriedenstellend zu bezeichnen. In allen Fleischerzeugerringen wird, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bei einem hohen Anteil der Würfe die Erfassung durchgeführt. Sowohl der Anteil der Würfe mit tot geborenen Ferkeln als auch der Anteil der tot geborenen Ferkel liegen über die Ringe in einem (fast) vergleichbaren Bereich.
Leider stellt sich die Situation bei der Erfassung der untergewichtigen Ferkel wesentlich schlechter dar: in allen Kriterien (Anteil der Würfe mit Erfassung, Anteil der Würfe mit untergewichtigen Ferkeln, Anteil untergewichtiger Ferkel) gibt es extreme Unterschiede zwischen den Fleischerzeugerringen.
Das Institut für Tierzucht führt derzeit Untersuchungen zur Bedeutung der paternalen Effekte der Eber auf Fruchtbarkeitsmerkmale (insbesondere lebend geborene Ferkel, tot geborene Ferkel) durch.
Aufgabe ist es nun die Datenerfassung weiter zu verbessern und mit der EGZH und der bayerischen Besamung abzustimmen, ob und wie welche Ergebnisse zukünftig genutzt werden können.

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Über 200.000 Schweine an der Leistungsprüfungsanstalt in Grub geprüft

Im Jahr 1956 ging die damalige Mastprüfanstalt für Schweine in Grub in Betrieb. An über 200.000 Prüftieren wurden seitdem Merkmale zur Mast- und Schlachtleistung und insbesondere zur Fleischqualität ermittelt. Die stationäre Leistungsprüfung stellt somit eine der wichtigsten Säulen zur Verbesserung dieser Merkmale und somit zur Stärkung der bayerischen Schweineproduktion dar. Mehr