Praxisinformationen
Analysen zum Zuchtprogramm 2019 bei Fleckvieh und Braunvieh

Neben den mittleren Zuchtwerten nach Besamungsstationen, der Entwicklung der Zuchtwerte über die vergangenen Jahre (genetische Trends) und Zahlen aus der Exterieurbewertung wird auch auf stark eingesetzte Bullenväter, Linienführung sowie auf die Entwicklung von Inzucht- und Verwandtschaftskoeffizienten eingegangen. Daneben wurden die aktuellen Topbullen in den verschiedenen Merkmalen (z. B. genomischer Gesamtzuchtwert, Milchwert, Fitness- und Exterieurmerkmale), getrennt nach nachkommengeprüften Vererbern und genomischen Jungvererbern, besprochen.

Besamungsinformationstagung für Fleckvieh

Fleckviehbulle stehend nach rechts gedrehtZoombild vorhanden

Hutera: meiste Söhne im Angebot, Foto: Besamungsstation Neustadt/Aisch

Auch wenn die Zahl der eingestellten Bullen an den Besamungsstationen in den letzten Jahren rückläufig war, ist das Angebot an verfügbaren Bullen immer größer und breiter. Derzeit können die Fleckviehhalter unter 173 geprüften Bullen und 222 genomischen Jungvererbern (GJV) den passenden Anpaarungspartner finden. Die züchterische Qualität ist ansteigend, sowohl bei den nach Anzahl gewichteten Erstbesamungen als im Mittel aller Bullen. Bemerkenswert ist der deutliche Anstieg im Gesamtzuchtwert (GZW) bei den hornlosen genomischen Jungvererbern. In diesem Segment besteht fast kein Unterschied zu den Gehörnten. Darüber hinaus steigt das Angebot bei den Hornlosen kontinuierlich. Aktuelle sind Hutera und Manigo die am stärksten vertretenen Bullenväter. Der Trend zu extrem hohen Erstbesamungen (EB) bei einzelnen Bullen ist jetzt nicht mehr erkennbar. Die meisten Besamungen erzielte MahangoPp* und Votary PS. Somit erscheinen erstmals zwei hornlose Bullen an der Spitze der Besamungsstatistik.

Besamungsinformationstagung für Braunvieh

Braunviehbulle stehend nach links gedrehtZoombild vorhanden

Puck: Führung der Liste mit knapp 40.000 Erstbesamungen, Foto: Besamungsstation Memmingen

Zunächst das Wichtigste: Braunvieh heißt jetzt BrownSwiss. Weiter entwickelt hat sich das Angebot an verfügbaren BrownSwiss Bullen. Unter 18 geprüften und 20 genomischen Vererbern können die Züchter den passenden auswählen.
Die stärksten Bullenväter sind Amor und Cadence. Der Einfluss von Huray ist allerdings immer noch sehr dominant, sowohl auf der väterlichen als auch auf der mütterlichen Seite. Insgesamt sind die Bullen mit guten Exterieurzuchtwerten besonders gefragt. Deshalb treten bei der Auswertung der Besamungen (gewichtet) die Leistungsmerkmale in den Hintergrund. Die Besamungen mit Fleischrassen sind auch im letzten Jahr wieder leicht zunehmend. Erfreulich ist der Trend in der Körpergröße. Das Merkmal Kreuzhöhe hat sich stabilisiert.