Praxisinformationen
Analysen zum Zuchtprogramm 2021 bei Fleckvieh und BrownSwiss

Neben den mittleren Zuchtwerten nach Besamungsstationen, der Entwicklung der Zuchtwerte über die vergangenen Jahre (genetische Trends) und Zahlen aus der Exterieurbewertung wird auch auf stark eingesetzte Bullenväter, Linienführung sowie auf die Entwicklung von Inzucht- und Verwandtschaftskoeffizienten eingegangen. Daneben wurden die aktuellen Topbullen in den verschiedenen Merkmalen aufgeführt und eine Gegenüberstellung der verschiedenen bayerischen Stationen vorgenommen. Die Auswertungen erfolgen dabei getrennt nach nachkommengeprüften Vererbern und genomischen Jungvererbern und nach dem Hornstatus. Ebenso erfolgt eine Analyse der erfolgreichsten Bullenväter der letzten zehn Jahre.

Besamungsinformationstagung für Fleckvieh

Fleckviehbulle stehend nach rechts gedrehtZoombild vorhanden

Hokuspokus ist seit August 2021 der neue Listenführer in Bayern, Foto: KeLeKi

Anders als in den letzten Jahren ist das Angebot an geprüften Verebern und genomischen Jungvererbern diesmal nahezu gleich geblieben. Der Anteil an genetisch hornlosen Bullen ist dabei weiter gewachsen. Im GZW kann die aktuelle Hornlosgenetik an die Gehörnte weiter aufschließen. Ebenso steigt der Anteil der Besamungen mit genetisch hornlosen Bullen weiter deutlich an. Bei den Vätern sind zunehmend die Nachkommen von Herzschlag und Mahango Pp* immer häufiger im Portfolio. Auch auf der weiblichen Seite gehen viele Bullenmütter auf diese Abstammung zurück. Manigo und Mahango Pp* sind mit über 150.000 bzw.123.000 EB Listenführer, gefolgt von Wobbler und Votary P*S. Bei den Exterieurmerkmalen ergibt sich in den meisten Fällen ein sehr erfreulicher Trend. Neben der gewünschten Stabilisierung des Rahmens (zu große Kühe sind negativ mit der Nutzungsdauer korreliert) sind die Zuchtwerte für Fundament und Euter bei den jungen Jahrgängen ansteigend. Eine Anpassung des Systems Fleckscore erfolgt partiell bei einigen Einzelmerkmalen im nächsten Jahr.

Besamungsinformationstagung für BrownSwiss

BrownSwissbulle stehend nach rechts gedreht auf WieseZoombild vorhanden

Mit Visor P*S steht erstmals ein genetisch hornloser Vererber an der Spitze der geprüften BrownSwiss Bullen, Foto: Besamungsstation Greifenberg

Bei der diesjährigen Besamungsinformationstagung wurden deutlich mehr genomische Jungvererber (GJV) von den Stationen vorgestellt. Dass sich dabei auch das Segment der genetisch hornlosen Bullen vergrößert hat, ist eine erfreuliche Entwicklung in diesem Zuchtmerkmal. Erstmals kann sich auch ein mischerbig hornloser Bulle an die Spitze der nachkommen geprüften Bullen platzieren. Allerdings ist auch im letzten Jahr wieder ein deutlicher Rückgang der EB bei BrownSwiss fest zu stellen. Der Anteil der Fleischrassebesamungen ist somit weiter ansteigend. Erstmals wurden auch Besamungen bei Original Braunvieh in der LfL-Information aufgenommen. Hier ist der Trend sogar leicht ansteigend. Neben den Exterieurergebnissen, die erfreulicherweise einen stabilen Trend in den Rahmenmerkmalen aufweisen, sind die Leistungsdaten aus den Vertragsbetrieben „BraunviehVision“ den weiteren Prüfbetrieben gegenüber gestellt. Es zeigt sich dabei ein deutlicher Niveauunterschied zugunsten der Vertragsbetriebe. Der Anteil an Töchtern von GJV ging in dieser Betriebsgruppe allerdings leicht zurück.