Praxisinformationen
Analysen zum Zuchtprogramm 2020 bei Fleckvieh und BrownSwiss

Neben den mittleren Zuchtwerten nach Besamungsstationen, der Entwicklung der Zuchtwerte über die vergangenen Jahre (genetische Trends) und Zahlen aus der Exterieurbewertung wird auch auf stark eingesetzte Bullenväter, Linienführung sowie auf die Entwicklung von Inzucht- und Verwandtschaftskoeffizienten eingegangen. Daneben wurden die aktuellen Topbullen in den verschiedenen Merkmalen (z. B. genomischer Gesamtzuchtwert, Milchwert, Fitness- und Exterieurmerkmale), getrennt nach nachkommengeprüften Vererbern und genomischen Jungvererbern, besprochen.

Besamungsinformationstagung für Fleckvieh

Fleckviehbulle stehend nach rechts gedrehtZoombild vorhanden

Sisyphus: führt die Top-Liste seit April 2019 an. Foto: Besamungsstation Höchstädt

Nach wie vor können die Bayerischen Fleckviehbetriebe aus einem großen Portfolio den passenden Bullen auswählen. Dabei verschiebt sich das Angebot deutlich zugunsten der genomischen Jungvererber (GJV). Aktuell umfasst dieses Alterssegment 247 GJV (2019: 222), wobei die Zahl der geprüften Vererber mit jetzt 137 deutlich zurück geht (2019: 173). Sehr erfreulich ist der Trend bei den Zuchtwerten. In allen Merkmalsbereichen zeigt das genetische Niveau einen starken Anstieg über die letzten Jahrgänge. Bei den Exterieurmerkmalen hebt sich vor allem die deutlich gestiegene Euterqualität von den übrigen Hauptmerkmalen ab. Die Linienführung zeigt diesmal eine große Dominanz der Malf-Linie, was vor allem auf den starken Einsatz von Manigo und MahangoPp* beruht. Das Segment der Hornloszucht wird jetzt auch aber auch von den Söhnen von Votary P*S bereichert. Er führte in den letzten Jahren die Liste bei den Besamungszahlen an, sodass viele gute Nachkommen aus den Anpaarungen resultieren. In diesem Jahr standen Orka und Sehrgut mit über 20.000 EB in der Gunst der Fleckviehbetriebe ganz vorne.

Besamungsinformationstagung für BrownSwiss

Brown Swiss Bulle stehend nach rechts gedrehtZoombild vorhanden

Vip: sehr beliebt bei den Brown Swiss Züchtern, Foto: Besamungsstation Greifenberg

Zwar ist das Angebot an verfügbaren BrownSwiss Bullen immer noch groß genug, aber die Auswahl unter den geprüften Vererber ist gegenüber 2019 deutlich geringer. Nur noch 11 verschiedene Namen sind im Geheft, sodass sich die Gunst doch deutlich zugunsten der jungen Genetik verschieben wird. Erfreulich ist, dass auch bei dieser Rasse der Trend zu genetisch hornlosen Bullen erkennbar ist. Zwar ist das züchterische Niveau gegenüber den gehörnten noch deutlich unterlegen, aber verglichen mit den letzten Jahren ist die Qualitätssteigerung in den wichtigen Merkmalen, wie z. B. Milch und Exterieur, erkennbar. Bei den Besamungszahlen liegt Bison als genomischer Jungvererber an der Spitze, gefolgt von den geprüften Bullen Jucator und Vintage. Beachtet werden sollte der deutliche Rückgang bei den eingestellten Besamungsbullen, was wiederum die Linienvielfalt für die nächsten Jahre einschränken kann . Stabilisiert haben sich bei dieser Auswertung erstmals die Besamungen mit Fleischrassebullen, was aber bei rückläufiger Populationsgröße anteilsmäßig zu mehr Gebrauchskreuzungen führt.