Pilzkrankheiten in Wintergerste – Monitoring
Aktuelle Hinweise vom 07.05.2026
Mit ersten Schauern, lokal auch heftigen Gewittern mit Sturm und Hagel, endete eine bayernweite, mehr als zwei Wochen anhaltende Trockenperiode. Im Mittel aller Wetterstation des LfL-Messnetztes fielen bis Donnerstagmittag 12 mm, vor allem in Ober- und Unterfranken an mehreren Stationen auch mehr als 30 mm. Im nördlichen Schwaben und Oberbayern, wie auch in weiten Teilen Niederbayerns waren die Regensummen dagegen meist nur einstellig, teils blieb es sogar ganz trocken. Hier besteht jedoch Hoffnung auf neuerlichen Regen, der nach einem erneut trockenen, sommerlich warmen Wochenende für die nächste Woche vorhergesagt ist.
Zu Wochenbeginn war in der Wintergerste das Fahnenblatt selbst auf späteren Lagen meist vollständig geschoben (BBCH 39), bei der Mehrzahl der Bestände spitzten die Grannen (BBCH 49). Die Krankheitsbonituren vom Montag bestätigen das bisherige Bild. Die „klassischen“ Gerstenkrankheiten Mehltau, Rhynchosporium, Netzflecken oder Zwergrost lassen sich kaum finden, Bekämpfungsschwellen werden nur in Ausnahmefällen erreicht, am häufigsten noch für Netzflecken, dies vorwiegend im Norden und Osten Bayerns, sortenübergreifend bei sieben der insgesamt 59 Monitoringschläge. Ein weiterer Schlag in Unterfranken, mit der Sorte Avantasia, wies bekämpfungswürdigen Mehltaubefall auf, ein Bestand mit der Sorte California erreichte im Landkreis Wunsiedel die Schwelle für Rhychosporium.
Aber auch für die vielen anderen, sehr gesunden Bestände wird spätestens mit Beginn des Ährenschiebens, eine Behandlung empfohlen. Der Fokus liegt dann auf der Ramularia-Sprenkelkrankheit, für die wegen ihres späten Auftretens, keine Schadschwellen-Konzept anwendbar ist. Der aktuelle Wechsel von Regen- und Hochstrahlungsphasen fördert jedoch diesen, eigentlich schwachen Krankheitserreger meist entscheidend. Feine Sprenkelungen, häufig erste Vorzeichen einer späteren Ramularia-Epidemie, zeigen sich in unbehandelten Beständen, auf tieferen Blattetagen, aktuell hinauf bis F-3, dem vierten Blatt von oben. Mit einer Fungizidbehandlung lässt sich nun der wichtige darüberliegende Blattapparat ausreichend wirksam schützen. Ab BBCH 51 schließt die Schutzwirkung auch die Grannen mit ein, die ebenfalls regelmäßig von Ramularia befallen werden.
Wo bislang noch nicht behandelt wurde, sollten dazu die nächsten regenfreien und windarmen Tage genutzt werden. Fungizide sind in der Gerste in der Regel nur bis zum Beginn der Blüte (BBCH 61) zugelassen sind, Präparate mit dem wichtigen Kontaktwirkstoff Folpet nur bis Ende Ährenschieben (BBCH 59). Gegen Ramularia sollten 750 g des Kontaktwirkstoffes Folpet eingesetzt werden, enthalten zum Beispiel in 1,5 l Folpan 500 SC, Nafabo oder Amistar Max (Aufwandmengen jeweils je Hektar). Als breitwirksame Partner eignen sich dazu zum Beispiel 1,2 l Ascra Xpro, 1,5 l Balaya, 1,0 l Elatus Era, 1,5 l Jordi 1,5 l Revytrex, sowie der Avastel-Pack (1,5 l Pioli + 0,75 l Soratel). Bei etwas geringerer und unsicherer Wirkung, aber günstigeren Gewässerabstandsauflagen, lässt sich Folpet auch durch gut formulierten Schwefel, wie zum Beispiel 4,0 l Thiopron ersetzen. Ist der Bestand schon im Ährenschieben und weist keine weiteren Krankheiten auf, oder für Bestände die bereits Trockenstress zeigen, könnte, bei reduzierter Breiten- und Dauerwirkung, heuer auch Folpet in Kombination mit Regelaufwandmengen von Azolpräparaten wie Navura, Aurelia, Tokyo, Traciafin oder Verben, zum Abschluss ausreichen.
Weitere Hinweise zu Strategien und Fungiziden finden Sie in den untenstehenden Informationen
Prognose Wintergerstenkrankheiten (SIG)
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