Resistenzsituation von Rapsglanzkäfer gegen Insektizide aus der Gruppe der Pyrethroide in Bayern

Larve auf Raps
Als Frühjahrsschädlinge stehen Großer Rapsstängelrüssler, Gefleckter Kohltriebrüssler und Rapsglanzkäfer in Bayern im Fokus. Die Wirtschaftlichkeit des Rapsanbaus hängt ganz entscheidend von der erfolgreichen Bekämpfung dieser Schadinsekten ab. Doch der Glanzkäfer ist mit den bisherigen Standardinsektiziden aus der Gruppe der Pyrethroide kaum noch in den Griff zu bekommen.

Pyrethroide verlieren ihre Wirkung

Jahrelang waren Insektizide aus der Gruppe der Pyrethroide Klasse II (Bulldock, Decis flüssig, Fastac SC Super Contact, Fury 10 EW, Karate Zeon, Sumicidin Alpha EC, Trafo WG u.a.) die Standardmittel bei der Bekämpfung von Rapsschädlingen. Seit 2003 häufen sich die Meldungen aus der Praxis über unzureichende Wirkungsgrade dieser Insektizide gegen Rapsglanzkäfer. Im Jahre 2004 konnten erste Resistenzfälle in der Oberpfalz auch im Labor bestätigt werden. Ein vom amtlichen bayerischen Pflanzenschutzdienst in den letzten Jahren durchgeführtes Monitoring hat ergeben, dass inzwischen die Resistenz von Jahr zu Jahr zunahm und inzwischen in allen unseren Anbaulagen vorhanden ist.

Monitoringergebnisse in Bayern von 2004 bis 2019

Entwicklung und Befall

Der Rapsglanzkäfer überwintert als Käfer in der obersten mit Streu durchsetzten Bodenschicht von Waldrändern und Hecken. Im zeitigen Frühjahr (etwa zur gleichen Zeit wie die Stängelschädlinge) verlassen die Tiere ihre Winterquartiere und fliegen bei schönem, sonnigem Wetter in die Rapsbestände ein. Typisches Merkmal der 1,5 bis 2,5 mm kleinen, schwarzen Käfer sind die metallisch (grünlich bis bläulich) glänzenden Flügeldecken. Sie ernähren sich überwiegend vom eiweißreichen Pollen. Da zum Zeitpunkt des Zufluges die Rapsblüten noch geschlossen sind, werden die Knospen angefressen, um an den Blütenstaub zu gelangen. Die geschädigten Knospen zeigen Fraßlöcher unterschiedlicher Größe und fallen später ab. Übrig bleiben leere Blütenstiele und eventuell auch missgebildete Schoten. Ab Blühbeginn sucht der Käfer normalerweise den bequemen Weg zu seiner Nahrung und die Schadwirkung nimmt ab. Bei massivem Käferauftreten sind jedoch diese „Futterplätze“ zu wenige und es kommt, wie die Erfahrungen aus dem Jahr 2006 zeigen, auch in blühenden Beständen zu starken Schäden an den noch nicht aufgeblühten Knospen. Nach dem Reifungsfraß nagen die Weibchen ein kleines Loch in den Knospenboden und legen anschließend ihre Eier am Staubgefäß und Stempel ab. Die nach wenigen Tagen schlüpfenden Larven ernähren sich ebenfalls von Pollen, richten dabei jedoch kaum Schaden an der Rapspflanze an. Nach drei bis vier Wochen lassen sich die Larven zur Verpuppung auf den Boden fallen. Die Jungkäfer erscheinen ab Juni und vollführen an verschiedenen Blütenpflanzen einen Reifungsfraß bevor sie ab Ende August den Flug in die Winterquartiere an Waldrändern antreten.

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