Anbaujahr 2023
Das Jahr war gekennzeichnet durch ungünstige Witterungsbedingungen in der Zeitspanne von der Aussaat bis zeitweise in den Sommer hinein. Nach der Saat war das Versuchsfeld bis zum Feldaufgang auf Grund der heftigen Niederschläge nicht befahrbar. Erst am 2.6.23 wurde (Mais kurz vorm Durchstoßen bzw. am Auflaufen) der 1. Striegeleinsatz verspätet durchgeführt. Inzwischen war das erste Unkraut über das Fadenstadium hinaus gewachsen und der Boden durch den Starkregen extrem verkrustet, sodass die Rotary Hoe - die explizit zum Aufbrechen von Krusten gedacht ist - nur eine unbefriedigende Wirkung erzielte. Bei anhaltender Trockenheit war es zudem für alle weiteren Arbeitsschritte mit der Scharhacke oder insbesondere der Rollhacke zu fest und der Boden konnte nicht exakt abgeschert werden, sondern brach in größeren Brocken oder die Werkzeuge konnten nicht richtig in den Boden eindringen. Die Aussagekraft ist stark eingeschränkt und hat insbesondere bei den mechanischen Verfahren mehr die Grenzen als die Möglichkeiten verdeutlicht, weil die Maßnahmen witterungsbedingt teilweise nicht zeitgerecht bzw. optimal durchgeführt werden konnten.
Anbaujahr 2024
Das Folgejahr war ebenfalls gekennzeichnet durch ergiebige und wiederholte Niederschläge. Insbesondere in den für die Unkrautbekämpfung notwendigen Zeitfenstern gab es zahlreiche Regentage (im Mai 16 und im Juni 21 Tage). Die geplanten chemischen und insbesondere mechanischen Maßnahmen konnten durchgeführt werden, allerdings teils nur bei suboptimalen Bedingungen und unter Annahme von Kompromissen.
Anbaujahr 2025
Im Jahr 2025 war, bei optimalen Wachstumsbedingungen im Herbst 2024, eine besonders üppige Zwischenfrucht vorhanden, die vor der eigentlichen Saatbettbereitung mit einer Prismenwalze für eine bessere Zerkleinerung angedrückt wurde. Die Maissaat und der Feldaufgang waren unproblematisch. Nicht ganz einfach war erneut die Terminierung insbesondere der mechanischen Unkrautbekämpfung. Da wiederum alle Geräte Probleme mit dem langen und zähen Material (insbesondere der überwinternden "Viterra Mais Struktur" Zwischenfruchtmischung) hatten, wird die Zwischenfrucht im Frühjahr 2026, falls es notwendig ist, mit einem Totalherbizid behandelt. Die Erkenntnisse zur Bodenbedeckung, Restverunkrautung und Ertrag decken sich weitgehend mit den Ergebnissen aus 2024.
Bodenbedeckung mit Mulchmaterial nach der jeweiligen Maßnahme
Die Kombination aus üppigen Zwischenfrüchten und schonender Saatbettbereitung führte 2024 zu einer Ausgangslage mit Bodenbedeckungsgraden von rund 50 % (40 % mit Scheibenegge bis über 60 % mit Messerwalze). Nach Durchführung aller Unkrautbekämpfungsmaßnahmen wurde Mitte Juni eine zweite Bonitur der Bodenbedeckung durchgeführt. Dabei wurde deutlich, dass ohne Bodeneingriff bis zum Reihenschluss kaum Mulchmaterial abgebaut wurde. Im Schnitt aller getesteten Herbizidparzellen (intensive und extensive Saatbettbereitung!) lag der Wert bei sehr guten 50 %. Bei den 4 rein mechanischen Verfahren lagen die ermittelten Werte deutlich niedriger, aber noch um die angestrebten 30 %.
Bodenbedeckung durch weiter wachsende Zwischenfrucht
Durch den Einsatz des Rollstriegels wurde die Mulchschicht tendenziell etwas mehr beschädigt als durch die Rotary Hoe. Eigentlich wäre jetzt zu erwarten, dass bei gleicher Anzahl der Hackarbeitsgänge (alle 8 Varianten mit Mechanik jeweils 2 mal gehackt) die finale Bodenbedeckung tendenziell größer ist, wenn die Vorauflauf Einsätze (Rollstriegel bzw. Rotary Hoe) wegfallen und dafür die Chemie (Bandspritzung bzw. reduzierte Flächenspritzung) zum Einsatz kommt. In der Abbildung ist allerdings zu erkennen, dass die Bodenbedeckung signifikant auf Werte unter bzw. um 20 % abnahm. Dies lag daran, dass in den Varianten 5 – 8 (rein mechanisch) innerhalb der Maisreihe die Durchwuchs Zwischenfrucht weiterwachsen konnte und ebenfalls zur Bodenbedeckung gerechnet wurde.
Restverunkrautung nach der jeweiligen Maßnahme
Am besten haben 2024 die Flächenspritzungen, sowohl mit reduzierter als auch mit voller Aufwandmenge abgeschnitten. In den Parzellen mit reduziertem Herbizidaufwand in Ergänzung mit 2 Hackarbeitsgängen konnte eine der vollen Herbizidmenge vergleichbare Wirkung erzielt werden. Deutlich mehr Restverunkrautung mit 7 bis 9 % war bei beiden Bandspritzungen übriggeblieben. Auf den ersten Blick scheint es erstaunlich, dass trotz Einsatz der gleichen Mittel und Herbizidmenge (Spectrum 1,0 l/ha + MaisTer Power 1,0 l/ha) in der Variante „Flächenspritzung volle Aufwandmenge“ und in der „Bandspritzung“ letztere mit einer Restverunkrautung von 7,3 bzw. 9,3 % sogar gegenüber der reduzierten Flächenspritzung (Spectrum 0,8 l/ha + Adengo 0,2 l/ha) deutlich abfällt.
Die Durchführung der Bandspritzung zeigte im ersten Versuchsjahr 2023 ein paar Besonderheiten auf. Die Verwendung spezieller Bandspritzdüsen (Agrotop Rowfan 40-0,1E) verlangt eine Düsenhöhe von nur 27 cm über dem Bestand um ein exaktes Spritzband von 20 cm zu erzeugen. Die geringe Spritzbalkenhöhe in Kombination mit dem kleinen Spritzwinkel von 40 Grad und der teils sehr hohen „Verunkrautung“ (Ausfallkresse aus der Zwischenfrucht bzw. nicht entwurzelte, überwinterte Kreuzblütler) beeinträchtigen teilweise eine vollständige Benetzung der Beikräuter.
Zwillingsbereifung mit Pflege Rädern
Seitliche Nickbewegungen des Schleppers führten im Jahr 2023 dazu, dass das schmale Band nicht immer mittig über der Maisreihe lag. Im Jahr 2024 wurde der Schlepper deshalb mit einer teleskopierbaren Zwillingsbereifung ausgerüstet, sodass er wesentlich ruhiger über den Acker rollte. Dennoch zeigte sich, dass bei der Bonitur der Restverunkrautung in der Reihe der Besatz der Bandspritzparzellen deutlich über allen Flächenspritzungen lag. Auch zwischen den Reihen zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Dies bedeutet, dass zumindest bisher die mechanischen Maßnahmen auch zwischen den Reihen und bei mehrfacher Überfahrt nicht an die Wirkung der Flächenspritzung heran reichten. Daneben zeigte dich, dass die Wirkung des Rollstriegels im Vorauflauf hinsichtlich des späteren Restunkrautbesatzes etwas besser zu sein scheint als die Wirkung der eingesetzten Rotary Hoe
Körnermaisertrag in der jeweiligen Maßnahme
Der signifikant höchste Ertrag konnte 2024 in der reinen Chemie Variante (volle Aufwandmenge) erzielt werden. Im direkten Vergleich zwischen Bandspritzung und reduzierter Flächenbehandlung lag die reduzierte Flächenbehandlung fast gleichauf mit der reinen Flächenbehandlung. Hier zeigt sich Erkenntnis, dass die Bandspritzung hinsichtlich Unkrautbekämpfung in der Reihe schlechter abgeschlossen hat als die Varianten mit Flächenspritzung (auch die reduzierte Variante).
Mit Mechanik ohne Chemie
Einen signifikant niedrigeren Ertrag zeigten die 4 rein mechanischen Varianten. Hier spielt die zum Teil starke Verunkrautung innerhalb der Maisreihen die größte Rolle. Während der gesamten Vegetationsdauer war der Mais in diesen Parzellen teilweise deutlich niedriger als in den übrigen Parzellen.
Zwischenfazit und Ausblick
Was wurde festgestellt
Bislang konnten die rein mechanischen Varianten (in der Unkrautbekämpfungsleistung) nicht an die rein chemische Variante herankommen. Auch hinsichtlich des Ertrages lagen die mechanischen Varianten unter dem Niveau der chemischen Unkrautbekämpfung. Die Kombination aus reduzierter Chemie (reduzierte Flächenbehandlung oder Bandspritzung mit voller Aufwandmenge im Spritzband) und Hacken zwischen den Maisreihen dagegen präsentierte sich gut und mehr oder weniger gleichauf mit der reinen Chemievariante. Beide kombinierte Verfahren, insbesondere die Bandspritzung, ermöglichen eine deutliche Reduzierung der eingesetzten Wirkstoffmenge. Durch den ergänzenden, späteren Hacktermin (Termine!?) kann hinsichtlich Unkrautauflauf bei Bedarf nachjustiert werden. Einserseits um aufkommendes Unkraut zu beseitigen, andererseits etwa auch um Bodenverschlämmungen nach Starkregenereignissen zu beseitigen, sofern die Flächen befahrbar sind.
Was deshalb Sinn macht
Je größer der Mais ist, desto mehr nimmt die Erosionsanfälligkeit gegenüber dem Hacken ab. Deshalb sollte darauf geachtet werden nur so oft wie unbedingt nötig und so flach wie möglich zu hacken, um die Mulchschicht nicht unnötig zu zerkleinern. Wenn es pflanzenbaulich möglich ist macht es Sinn, den Hacktermin möglichst weit nach hinten in Richtung Reihenschluss beim Mais zu schieben. Folglich ist es wichtig, die Bearbeitungsgänge auf das Notwendigste zu beschränken und insbesondere in stärkeren oder größeren Hanglagen alle sonstigen Möglichkeiten (Hangunterteilung, Engsaat, Saat in Konturlinien usw.) mit einzubeziehen, um die durch die Bearbeitung erhöhte Erosionsanfälligkeit so gering wie möglich zu halten.