Sensorgestützte Erfassung der Legeleistung in Gruppenhaltungssystemen bei Legehennen

Mit der Zunahme von Gruppenhaltungssystemen ist es aus Sicht der Züchtung zur Vermeidung von Leistungsdepressionen aufgrund von Genotyp-Umwelt-Interaktionen notwendig, die Leistungsprüfung bei Legehennen um den Bereich der Familiennester zu erweitern.

Zielsetzung

HolzboxZoombild vorhanden

Verwiegung von Legehennen mit einer Wiegesitzstange

Die Legehennenhaltung findet nach dem Wegfall der Käfighaltung heute überwiegend in Gruppenhaltungssystemen mit Familiennestern statt. In diesen Systemen ist die Legeleistung immer noch die entscheidende Größe bei der Selektion, auch wenn weitere Merkmale wie z.B. die Nestgängigkeit an Bedeutung gewinnen. Für die Selektion ist daher eine Erfassung der Leistungsdaten neben den gängigen Verfahren im Einzel- und Familienkäfig zukünftig auch im Familiennest notwendig. Ziel des Projektes ist es daher, die Eiablage individueller Hennen in Gruppenhaltungssystemen mit Familiennestern zu erfassen.

Dazu wurden folgende Hypothesen erstellt:
Die Henne ist beim Verlassen des Familiennestes, nach erfolgter Eiablage, mindestens 40 g leichter als beim Betreten des Nestes.
Bei mehreren Nestbesuchen erfolgt die Eiablage bei dem am längsten andauernden Nestbesuch.

Methode

Die Untersuchungen fanden auf der Versuchsstation Thalhausen der Technischen Universität München mit mehreren Herden Lohmann Brown und Lohmann Selected Leghorn Legehennen statt. Dabei wurden folgende Daten mit drei verschiedenen Systemen erfasst:

Weihenstephaner Muldennest (WMN) bzw. Doppelkippnest (DKWMN):

  • Dauer Nestaufenthalt
  • Anzahl Nestbesuche
  • Henne-Ei-Zuordnung

Hochfrequenz-Gruppennest (HFGN)

  • Dauer Nestaufenthalt
  • Anzahl Nestbesuche
  • Detaillierte Daten zur Eiablage

Wiegeschlupf/Wiegesitzstange

  • Masse Körpergewicht Eingang
  • Masse Körpergewicht Ausgang
  • Dauer Nestaufenthalt
  • Anzahl Nestbesuche
Durch die Kombination der Daten aus dem DKWMN und dem HFGN wird ein Testdatensatz erstellt anhand dessen eine erfolgte Eiablage im Gruppennest bestimmt werden soll. Daraus sollen Hinweise zu Verhaltensparametern, die auf eine Eiablage hindeuten abgeleitet werden. Die Daten aus den Verwiegungen mit dem Wiegeschlupf und der daraus entwickelten Wiegesitzstange wurden mit verschiedenen, einfachen Algorithmen ausgewertet. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die Eiablage individueller Hennen mit Hilfe der Körpergewichtsveränderung festgestellt werden kann. Weitergehende Datenanalyseverfahren unter Einbeziehung der Verhaltensparameter sollen dabei helfen noch bessere Trefferquoten zu erzielen.

Ergebnisse

Erste Ergebnisse aus den Verwiegungen wurden bereits veröffentlicht. Die Ergebnisse der Verwiegungen mit dem Wiegeschlupf wurden auf dem „XXIV World`s Poultry Congress 2012“ in Brasilien präsentiert. Ein Überblick über die Untersuchungen und die Ergebnisse mit der Wiegesitzstange wurden in der Zeitschrift „Landtechnik“ (Ausgabe 2/2013) zusammengefasst und dargestellt.
Projektinformation
Projektbearbeitung: A. Heinrich, S. Böck
Projektleitung: S. Thurner, Dr. G. Wendl, Dr. W. Icken, Prof. R. Preisinger
Laufzeit: 2011- 2013
Finanzierung: Lohmann Tierzucht GmbH

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