Praxisnahe Bewertung von THG-Minderungsmaßnahmen mit dem LfL Klima-Check
Foto: Birgit Gleixner, LfL
Wie können Milchkuhbetriebe ihre Treibhausgas (THG)-Emissionen wirksam senken, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit oder andere Nachhaltigkeitsaspekte aus dem Blick zu verlieren? Genau dieser Frage widmete sich das durch die DBU geförderte Projekt "THG-Maßnahmencheck" der LfL.
Auf der Basis von 30 Praxisbetrieben wurden neun THG-Minderungsmaßnahmen modelliert und bewertet. Die Ergebnisse zeigen nicht nur die Klimaschutzwirkung, sondern auch die Wechselwirkungen mit anderen Nachhaltigkeitsaspekten wie Nahrungskonkurrenz, Flächennutzung oder dem Deckungsbeitrag.
Die wichtigsten Erkenntnisse sind in einer kompakten Broschüre zusammengefasst. Übersichtlich gestaltete Steckbriefe geben Beratern, Praktikern und Forschenden einen schnellen Überblick über Chancen und mögliche Zielkonflikte der einzelnen Maßnahmen.
Zusammenfassung und Überblick:
Die Broschüre dient zur Heranführung an das Thema der THG-Minderungsmöglichkeiten für die Milchkuhhaltung und wurde im Rahmen des von der DBU geförderten Projekts "Praxisnahe Maßnahmen für einen nachhaltigen Klimaschutz in der Milchviehhaltung" erarbeitet.
Datenbasis und Herangehensweise
Die Basis der Broschüre bilden die Ergebnisse des Projekts. Hierfür wurden Datensätze von 30 Praxisbetrieben erhoben, 14 im Östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins und 16 im Berchtesgadener Land in Bayern. Für die Betriebe wurde eine THG-Bewertung erstellt, die Emissionsquellen analysiert und anschließend passende Klimaschutzmaßnahmen identifiziert. Die verschiedenen Quellen der THG-Emissionen in der Milchkuhhaltung werden in der Broschüre erläutert und die Einflussfaktoren aufgegriffen.
Anschließend wurde die Modellierung der THG-Minderungsmaßnahmen mit dem LfL Klima-Check vorgenommen, die Auswertungen der 30 Praxisbetriebe bilden dafür die Grundlage. Die Bewertung der Maßnahmen anhand der Indikatoren wird erläutert. Die Ergebnisse der Maßnahmenmodellierung werden in Form von Steckbriefen dargestellt.
THG-Minderungsmaßnahmen
Die Steckbriefe greifen mögliche Ansätze verschiedener THG-Minderungsmaßnahmen auf sowie den Hintergrund, die Wirkungsweise und betriebliche Voraussetzungen. Weiterhin zeigen sie die damit verbundenen Auswirkungen auf die THG-Emissionen, den Deckungsbeitrag, den Flächenbedarf und die Nahrungskonkurrenz. Die Maßnahmen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Minderungspotenzials, ihrer Wirtschaftlichkeit, ihrer Umsetzbarkeit und ihrer Wechselwirkungen. Einige Maßnahmen bieten sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile, bei anderen entstehen zusätzliche Kosten oder Zielkonflikte. Dabei werden verschiedene Ansatzmöglichkeiten aufgezeigt, die für jede Betriebsausrichtung Optionen bieten. Welche Maßnahmen für welchen Betrieb in Frage kommen, muss individuell beurteilt werden, denn die Milchkuhhaltung ist ein komplexes und vielfältiges System. Zudem sollen die Maßnahmen als Denkanstoß dienen und auf die Emissionsquellen in den verschiedenen Bereichen hinweisen.
Bei den aufgegriffenen THG-Minderungsmaßnahmen handelt es sich nicht um eine vollumfängliche Abhandlung, sondern um eine Auswahl, die aufgrund der Voraussetzungen auf den 30 untersuchten Praxisbetrieben und der Modellierungsmöglichkeiten im LfL Klima-Check getroffen wurde. Ziel war es unter anderem, Maßnahmen zu identifizieren, die wenige Zielkonflikte aufweisen und die im bestehenden System umgesetzt werden konnten ohne die Notwendigkeit von größeren Investitionen. Gleichzeitig sollten die THG-Minderungsansätze nicht ausschließlich auf eine Effizienzsteigerung abzielen.
Die wichtigsten Inhalte im Überblick
Zusammenfassend bietet die Broschüre einen Überblick über mögliche THG-Minderungsmaßnahmen in der Milchviehhaltung und deren Auswirkungen auf den Deckungsbeitrag, Flächenbedarf und Nahrungskonkurrenz. Sie betont die Notwendigkeit einer individuellen Analyse und Beratung, da die Wirksamkeit und Umsetzbarkeit der Maßnahmen stark von den betrieblichen Gegebenheiten abhängt. Ein ganzheitlicher, nachhaltiger Ansatz ist entscheidend, um Zielkonflikte zu vermeiden und die vielfältigen Leistungen der Milchviehhaltung zu erhalten.
Ansprechpartnerin
Vanessa Karger
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Agrarökonomie
Menzinger Straße 54
80638 München
Tel.: 08161 8640-1111
E-Mail: Agraroekonomie@LfL.bayern.de