Pressemitteilung – 24. Juni 2026, Freising
Forschung der LfL ausgezeichnet: Mit anaeroben Pilzen die Biogasproduktion steigern

Gold für Forschungsarbeiten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Der Deutsche Bauernverband e.V. zeichnete das Interreg-Projekt FUNGAS mit dem Biogas-Innovationspreis im Bereich Wissenschaft in Gold aus. FUNGAS zeigt, wie anaerobe Pilze die Biogasproduktion effizienter machen können. Die Forschenden der LfL brachten dabei ihr umfassendes Wissen zur Wirkung von Enzymen anaerober Pilze bei Biogas in das Projekt ein.

FUNGAS Preis GoldZoombild vorhanden

Dr. Veronika Flad (Aufgabenbereichsleitung Mikro- und Molekularbiologie an der LfL) nahm den Innovationspreis entgegen (Foto: Rainer Heinzel).

Der Preis würdigt innovative Projekte, die das Potenzial haben, die Zukunft der nachhaltigen Biogasproduktion voranzubringen. Die Auszeichnung hebt hervor, dass anaerobe Pilze aufgrund ihrer faserspaltenden Enzyme dazu beitragen könnten, Reststoffe wie Stroh und Mist besser für die Biogasproduktion nutzbar zu machen. Auf diese Weise lässt sich der Einsatz von Energiepflanzen reduzieren. Der Vorteil: Eine höhere Wirtschaftlichkeit in der Biogasproduktion, vor allem bei Kleinanlagen.

"Die Verleihung des Biogas-Innovationspreises in Gold stellt einen wichtigen Meilenstein für das FUNGAS-Projekt dar. Zugleich würdigt die Auszeichnung die langjährige Forschung der LfL zu anaeroben Pilzen, die wir seit 2012 kontinuierlich vorantreiben und nun auch in der Praxis zum Einsatz kommt", so Dr. Veronika Flad, Aufgabenbereichsleitung Mikro- und Molekularbiologie an der LfL.

Das Projekt FUNGAS

Im durch das Interreg Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein (ABH) geförderten Projekt FUNGAS arbeiten Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) als Gesamtprojektleitung, der Universität Innsbruck (UIBK) und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) international zusammen. Dr. Veronika Flad von der LfL nahm als Teilprojektleitung die Auszeichnung stellvertretend für das FUNGAS-Konsortium entgegen.

Die LfL bearbeitet in dem Verbundprojekt zwei zentrale Aufgabenbereiche: Am Institut für Landtechnik untersuchen Dr. Thomas Venus und sein Team, welche landwirtschaftlichen Substrate für die Biogasproduktion in der ABH-Region verfügbar sind und inwiefern anaerobe Pilze dazu beitragen könnten, zusätzliches Potenzial zu erschließen. Zudem erfasst das Team, welche Vorbehandlungsmethoden die landwirtschaftliche Praxis bereits einsetzt und welche kommerziellen Produkte mit vergleichbarer Wirkung zu den Pilzenzymen verfügbar sind.

In der Abteilung Laboranalytik sind Dr. Veronika Flad und ihr Team für die molekularbiologische Charakterisierung der eingesetzten anaeroben Pilze verantwortlich. Sie betreuen die vorhandene Kulturensammlung und charakterisieren neu gewonnene Pilzisolate der Universität Innsbruck. Die so ermittelten Genomdaten werden an die ZHAW weitergegeben, wo darauf aufbauend neuartige anaerobe Pilzenzyme rekombinant hergestellt werden können.

Weitere Informationen:

Zwei Männer und eine Frau am Bild, die Frau nimmt eine Urkunde entgegen.

Dr. Veronika Flad (Aufgabenbereichsleitung Mikro- und Molekularbiologie an der LfL) nahm den Innovationspreis entgegen (Foto: Rainer Heinzel).

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Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist das Wissens- und Dienstleistungszentrum für die Landwirtschaft in Bayern. Sie ist dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus unmittelbar nachgeordnet und erarbeitet Entscheidungsgrundlagen für Landwirte und Berater sowie die Politik und Verwaltung. Die Hauptstandorte der LfL sind Freising und Grub-Poing. Ihre Aufgabenfelder sind die anwendungsorientierte Forschung, die Ausbildung, die Beratung und der Hoheitsvollzug. Mit Ihrer Arbeit unterstützt die LfL eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft sowie eine vielfältige Kulturlandschaft.