Einfluss eines Ergänzungsfutters auf Basis von Hefen, Kräutergrünmehl und Zink auf Futteraufnahme, Leistung und Kotbeschaffenheit von abgesetzten Ferkeln

Ferkel vor Abrufstation
Seit einigen Jahren werden phytogene Futterzusatzstoffe beim Schwein zur Leistungsabsicherung und Leistungssteigerung diskutiert und eingesetzt. Ziel des Einsatzes ist es, die Gesundheit, die Leistung sowie die Futterverwertung zu verbessern. Nicht zuletzt wird dabei auch dem Umweltaspekt Rechnung getragen, da durch die Zulage von bestimmten Futtermittelzusätzen eine Verringerung der tierischen Ausscheidungen und damit eine Reduzierung der Umweltbelastung einhergehen können. In einem Ferkelfütterungsversuch wurde untersucht, wie sich der Zusatz eines speziell entwickelten Produkts aus Hefen und Kräutergrünmehl in Verbindung mit einem leicht erhöhten Zinkgehalt auf Leistung und Kotbeschaffenheit bei Ferkeln auswirkt.

Versuchsdurchführung

Der Fütterungsversuch wurde am Versuchs- und Bildungszentrum Schwarzenau durchgeführt. Dazu wurden 96 abgesetzte, schwanzkupierte Ferkel nach Lebendmasse Abstammung und Geschlecht ausgewählt und gleichmäßig auf folgende Versuchsgruppen aufgeteilt:
  • A: Kontrollgruppe
  • B: 1,0 Prozent des Ergänzungsfutters im Ferkelaufzuchtfutter (= Absetzfutter A) über 12 Tage
  • C: 0,7 Prozent des Ergänzungsfutters im Ferkelaufzuchtfutter (= Absetzfutter B) über 12 Tage
  • D: 0,7 Prozent des Ergänzungsfutters im Ferkelaufzuchtfutter (= Absetzfutter B) über 19 Tage
Die Ferkel wurden in acht Buchten zu je zwölf Tieren auf Kunststoffspalten ohne Einstreu gehalten. Sie waren zu Beginn im Durchschnitt 27 Tage alt und wogen rund 9,2 Kilogramm. Die Futterzuteilung erfolgte über Abrufstationen mit integrierter Futterverwiegung für das Einzeltier.
Der Versuch gliederte sich in zwei Hauptfütterungsphasen. Phase I dauerte 26 Tage inklusive 5 Tage für die Gewöhnung der Ferkel an die Abrufstationen. Phase II lief über 21 Tage. In beiden Phasen wurden nährstoffangepasste Ferkelaufzuchtfutter eingesetzt. Diese bestanden aus Getreide, Sojaextraktionsschrot, Mineralfutter, Sojaöl und Fumarsäure.
Die in den Testgruppen B, C und D eingesetzten Absetzmischungen waren ähnlich aufgebaut wie das Ferkelaufzuchtfutter von Phase1, enthielten aber zusätzlich das Ergänzungsfutter mit Hefen, Grünmehl und Zink.

Ergebnisse

Lebendmasseentwicklung

In nebenstehender Grafik ist der Verlauf der Lebendmasseentwicklung der Ferkel dargestellt. Die Ferkel starteten mit durchschnittlich 9,2 Kilogramm. Nach 12 Versuchstagen zeigte sich mit Werten zwischen 11,7 bis 12,4 Kilogramm kein Effekt. Nach 19 Tagen wurden zwischen der Kontrollgruppe A mit 15,7Kiogramm und den Gruppen C und D mit jeweils 14,7 Kilogramm ein signifikanter Unterschied festgestellt. Gruppe B lag mit 15,1 Kilogramm dazwischen. Zum Zeitpunkt der Futterumstellung auf das Ferkelaufzuchtfutter II am 26. Versuchstag war kein signifikanter Effekt auf die Lebendmassen der Ferkel mit Werten zwischen 18,3 und 19,1 Kilogramm zu erkennen. Zu Versuchsende wurden Lebendmassen zwischen knapp 32 Kilogramm in Gruppe D und exakt 34 Kilogramm in Gruppe A festgestellt. Die Unterschiede waren nicht signifikant.

Tägliche Zunahmen, Futterverbrauch und Futteraufwand

In nachfolgender Tabelle sind die die täglichen Zunahmen, der Futterabruf sowie der Futteraufwand pro Kilogramm Zuwachs dargestellt. In beiden Hauptfütterungsphasen traten keine signifikanten Unterschiede bei den täglichen Zunahmen auf. Im Gesamtzeitraum wurden zwischen 495 Gramm in Gruppe D und 539 Gramm in Gruppe A festgestellt. Die Unterschiede zwischen diesen Gruppen waren statistisch signifikant. In Gruppe B wurden 534 Gramm und in Gruppe C 502 Gramm Tageszunahmen erreicht.
Beim Futterabruf und Futteraufwand traten in beiden Hauptfütterungsphasen sowie im Versuchsmittel keine signifikanten Unterschiede auf. Insgesamt wurde in den Gruppen C und D etwa 50 Gramm weniger Futter pro Tier und Tag abgerufen, was die zum Teil niedrigeren Leistungen verursacht haben könnte.
  Gruppe AGruppe BGruppe CGruppe D
Tägliche Zunahmen (g)Tag 1-26383368349350
Tägliche Zunahmen (g)Tag 27-47743750701683
Tägliche Zunahmen (g)gesamt539534502495
Futterabruf (g/Tag)Tag 1-26590586523573
Futterabruf (g/Tag)Tag 27-471168114911201081
Futterabruf (g/Tag)gesamt860850800811
Futteraufwand (kg/kg)Tag 1-261,571,601,501,67
Futteraufwand (kg/kg)Tag 27-471,591,541,611,59
Futteraufwand (kg/kg)gesamt1,571,561,561,61

Medikamentöse Behandlungen

Während des Versuchs wurden insgesamt 13 Ferkel aufgrund von Durchfall und Gelenksentzündungen behandelt. Allein in der Kontrollgruppe A mussten sechs Tiere wegen Durchfalls behandelt werden. Das war mehr als in den Gruppen B und C mit jeweils einem beziehungsweise in der Gruppe D mit zwei Tieren. Je ein Ferkel aus Gruppe A und B fielen wegen Herz- und Kreislaufversagens aus. Zwei weitere Ferkel aus den Gruppe C und D schieden wegen Verletzungen an Schulter beziehungsweise wegen Minderwachstums aus.

Kotbonituren

In den Versuchswochen 2 und 3 wurde der Kot in den Buchten der Kontrollgruppe A und der Gruppe C weicher eingestuft. In den Buchten der Testgruppe B war ein weicherer Kot in den Versuchswochen 3 und 4 zu erkennen. In Gruppe D wurde der Kot fast durchgängig mit der Note 2 als normal bewertet.

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Im Versuch zeigte sich kein Effekt des Ergänzungsfuttermittels auf Futteraufnahme und Leistung. Die 0,7-prozentige Einsatzmenge über 19 Tage in Gruppe D führte gegenüber der Kontrolle zu signifikant verminderten täglichen Zunahmen. Der Futterabruf lag in allen Testgruppen niedriger als in der Kontrollgruppe. Möglicherweise beeinträchtigte das Ergänzungsfutter den Geschmack des Ferkelfutters negativ. Positiv war der Effekt auf das Durchfallgeschehen. Bei Einsatz des Ergänzungsfuttermittels mussten weniger Tiere medikamentös behandelt werden (1 beziehungsweise 2 Tiere gegenüber 6 Tieren in der Kontrolle).