DigiMilch – Sensorgestützte Ertragsermittlung (DP II): Wissen was man hat

Grashäcksler bei der Arbeit auf einer Wiese

Foto: Fröhner

Demonstrationsprojekt II

Bei der Ernte von Feldfutter (Silomais, Kleegras oder Luzerne) und Grünland wird meist keine moderne digitale Technik zur Ertragsermittlung eingesetzt, da das Erntegut oft nur innerbetrieblich als Futter genutzt wird. Auch werden keine weiteren Parameter wie z. B. der Trockensubstanz- oder Rohproteingehalt bei der Ernte erfasst. Für den Siliererfolg und später für die Rationsplanung der Milchviehherde sind Erkenntnisse über die Menge des Ernteguts und dessen Qualität aber wichtig – denn nur so weiß der Landwirt, ob und wenn ja welches Siliermittel er einsetzen sollte und mit wieviel Grobfutter er bei der Rationsplanung für seine Tiere rechnen kann.

Außerdem hilft ihm die Kenntnis über die tatsächlichen Erträge einzelner Schläge, die Düngung zu optimieren. Des Weiteren lassen sich sanierungsbedürftige Grünlandflächen erkennen und das Pachtmanagement verbessern. Flächen mit geringem Ertragspotential werden geschont indem einzelne Schnitte eingespart werden.

Der intelligente Feldhäcksler

Seit mehreren Jahren steht mit der Ertragserfassung am selbstfahrenden Feldhäcksler eine digitale Technik zur Verfügung, die für innerbetriebliche Zwecke die Trockenmasseerträge pro Hektar beim Grobfutter genau bestimmt. Weiterhin ermöglicht diese Technik in Kombination mit GPS-Daten eine Ertragskartierung für den Schlag, womit sogar verschiedene Ertragszonen identifiziert werden können.

Milchviehbetriebe setzen die Technik jedoch selten ein. Die Gründe sind vielfältig:

  • Fehlende Verfügbarkeit beim Lohnunternehmer
  • Bei 3 bis 5 Schnitten im Jahr muss die Technik bei jedem Schnitt eingesetzt werden, um den Jahresertrag pro Schlag zu bestimmen
  • Eine fehlende Schnittstelle für die Datenübertragung vom Häcksler zur Schlagkartei/Software des Landwirts bzw. von der Auswertesoftware des Häckslerherstellers zum Landwirt bringt Einschränkungen

Ziele des Demonstrationsprojekts

Schwarz-weiss-Zeichnung eines Futterwagens mit Getreide
Zunächst soll die Verbreitung der am Markt verfügbaren Technik für die Erntemengenerfassung verschiedener Hersteller in Süddeutschland erfasst werden. Landwirte kommen zu Wort und erläutern, welche Gründe sie gegebenenfalls daran hindern, verfügbare Technik in ihrem Betrieb einzusetzen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden unter Feldbedingungen süddeutscher Milchviehbetriebe selbstfahrende Feldhäcksler mit Ertragserfassung von uns bei der Ernte begleitet, um die Einsatzerfahrungen der Landwirte und Lohnunternehmer zu erfassen. Zudem sollen deren Genauigkeit, Funktionssicherheit und Zuverlässigkeit sowie Bedienbarkeit in der Praxis Gegenstand der Untersuchungen sein.

Kontakt
Stefan Thurner
Leiter DP II
Tel.: +49 8161 8640-4179
E-Mail: digimilch@lfl.bayern.de


Maria Pechtl
Technische Mitarbeiterin
Tel.: +49 8161 8640-7310


Franz Worek
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel.: +49 8161 8640-7311