Achtung – Flugzeit des Asiatischen Laubholzbockkäfers beginnt 2022

Asiatischer Laubholzbockkäfer  Zoombild vorhanden

Asiatischer Laubholzbockkäfer am Ahorn

Mit zunehmenden Temperaturen wird der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) wieder aktiv.

Der Schädling überwintert als Ei oder Larve im Holz seines Wirtsbaumes. Im zweiten Jahr nach der Eiablage erfolgt die Verpuppung im Holzkörper. Zwischen Juni und Oktober schlüpft nach zwei Jahren der fertig entwickelte Käfer. Der ALB frisst sich nach außen durch das Holz und hinterlässt ein kreisrundes, etwa ein Zentimeter großes Ausbohrloch. Der adulte Käfer ist mit seiner Größe von bis zu vier Zentimetern, den auffälligen weißgefleckten Flügeldecken und den langen, schwarzweiß gestreiften Fühlern kaum zu übersehen.

Verwechslungsgefahr

Doch Achtung, nicht jeder große Bockkäfer ist wirklich ein ALB. Es gibt auch einheimische Käfer, die dem ALB zum Teil sehr ähneln. Die sogenannten Handwerkerböcke der Gattung Monochamus gehören dazu. Sie haben die gleiche Größe und auch variable weiße Flecken auf den Flügeldecken. Doch im Gegensatz zum ALB sind sie nicht glänzend schwarz sondern durch die gekörnten Flügeldecken eher matt und dunkelgrau. Sie entwickeln sich vereinzelt an Nadelbäumen und sind häufig im Bergland bis zur Baumgrenze und darüber hinaus zu finden.
Heimischer Moschusbock in Weide Zoombild vorhanden

Heimischer Moschusbock auf Weidenrinde

Der heimische Pappelbock ist zum Beispiel ein solcher großer Käfer, allerdings eher hell und bräunlichgrau. Sein Fraßbild ähnelt dem des ALB und kann durchaus verwechselt werden. Ein dem ALB ähnliches Fraßbild hat auch der heimische Moschusbockkäfer, der mit seinen bis zu 3,5 Zentimeter Körperlänge ebenfalls ein stattlicher Käfer ist. Sein Körper schimmert unverwechselbar metallisch, je nach Lichteinfall meist rötlich bis grünlich oder gar bläulich.
Der heimische Alpenbock ein großer Bockkäfer mit blauschwarzer Zeichnung ist jedoch unverwechselbar. Er ist wie alle heimischen Bockkäfer besonders geschützt und wird in der roten Liste als stark gefährdet aufgeführt. Auch in der FFH-Richtlinie der Europäischen Union über den Schutz von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen als Tierart von gemeinschaftlichem Interesse ist er aufgelistet, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.
Ebenfalls dem ALB-Befall ähnliche Ausbohrlöcher hinterlassen manche heimische Schmetterlingsarten wie Blausieb, Weidenbohrer oder auch Hornissenglasflügler.

Artenschutz: heimische Käfer an der Fundstelle wieder freilassen

Wichtig ist also im Sinne des Artenschutzes, nicht jeden Baum oder Strauch mit Fraßstellen zu Fällen und auch nicht jeden großen Käfer als ALB zu verdächtigen und zu töten. „Fangen Sie den Käfer vorsichtig ein und bewahren Sie ihn an einer schattigen Stelle in einem Einmachglas mit ein paar Luftlöchern im Deckel auf“ empfielt der Pflanzengesundheitsinspektor Gerhard Kraus von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Miesbach. „Schicken Sie uns ein oder besser mehrere möglichst scharfe Fotos des Käfers“, ergänzt sein Kollege Philipp Neumann. Die Bilder schicken Sie bitte mit weiteren Angaben zum Fundort und mit ihren Kontaktdaten per E-Mail (siehe unten). In vielen Fällen kann der Käfer bereits anhand des Bildes bestimmt werden. Sie bekommen meistens innerhalb weniger Stunden eine Antwort. „Wird der Käfer als heimische Art erkannt, entlassen Sie ihn bitte möglichst wieder an der Fundstelle in seinem angestammten Lebensraum in die Freiheit“, bittet auch Martin Fäth, am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen zuständiger Mitarbeiter für die Bekämpfung des ALB im Wald, dem sie ebenso Fotos zuschicken können.

Bilder und weitere Angaben an:
E-Mail: alb@LfL.bayern.de

oder alternativ an:
Martin Fäth, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen
E-Mail: alb@aelf-hk.bayern.de