Forschungs- und Innovationsprojekt
Nährtierangebot und Nahrungspräferenz von Renken im Starnberger See

Renkenkopf in Planktonwolke

Renkenkopf in Planktonwolke

Im Zuge der Reoligotrophierung haben sich Nährstoffgehalt und -verhältnis im Starnberger See während der letzten Jahrzehnte stark verändert. Dies beeinflusst nicht nur das quantitative Angebot der Fischnährtiere (Zooplankton), sondern führt langfristig auch zu einer qualitativen Veränderung. So wird allgemein von einer Verschiebung der Artenzusammensetzung innerhalb des Zooplanktons ausgegangen, wobei möglicherweise die von Renken bevorzugten Wasserflöhe (Daphnien) abnehmen während Hüpferlinge (Copepoden) zunehmen.
Wasserflöhe und Hüpferlinge im Starnberger SeeplanktonZoombild vorhanden

Zwei Wasserflöhe und zwei Hüpferlinge aus dem Starnberger See

Zooplankton aus dem Starnberger See
von Links: Wasserflöhe (Größe: 0,4 bis ca. 2,5 mm) Daphnia spec. und Bosmina spec.,
von Rechts:Hüpferlinge (Größe: 0,4 bis ca. 1,5 mm) Cyclops spec. und Eudiaptomus spec.

Ziel

Es sollen Nährtierangebot und Nahrungspräferenz der Renken im Starnberger See, sowie ergänzend allgemein beschreibende hydrografische Daten erfasst werden.

Methode

Aufbereitung der Zooplanktonprobe für den ZooscanZoombild vorhanden

Aufbereitung der Zooplanktonprobe für den Zooscan

Die Probennahme findet im zweiwöchigen Rhythmus (April bis September) jeweils getrennt im Nord- und Südteil des Starnberger Sees in Kooperation mit der Fischereigenossenschaft Würmsee statt. Pro Untersuchungstermin sollen wenn möglich 20 Renken beprobt werden. Dazu wird der Schlund und das erste Drittel des Magens herauspräpariert und in einer Zucker-Glycerin-Alkohol-Lösung fixiert. Zusätzlich wird Länge, Gewicht, Alter und die Gonadenentwicklung der Renken aufgenommen. Zum Vergleich mit dem Mageninhalt wird das Zooplanktonaufkommen am jeweiligen Fangort mittels Planktonnetz erhoben.
Bestimmen der gescannten Zooplanktonproben am ComputerZoombild vorhanden

Bestimmen der gescannten Zooplanktonproben am Computer

Planktonzusammensetzung aus den Seewasser- und Mageninhaltsproben werden semiquantitativ mithilfe des Gerätes Zooscan (Hydroptic, Frankreich) analysiert. Dieser hochauflösende Scanner bietet die Möglichkeit das Zooplankton visuell darzustellen und zu kategorisieren.

Ergebnisse

Die Datenauswertung wird Ende 2017 abgeschlossen sein. Es ist beabsichtigt, die Untersuchungen nach Vorliegen der ersten Ergebnisse in den folgenden drei Jahren fortzuführen.
Projektinformationen
Projektleitung: Dr. M. Schubert
Projektbearbeitung: Ch. Vogelmann, S. Härth, Dr. M. Schubert
Laufzeit: April 2017 – Dezember 2017
Projektfinanzierung: Fischereiabgabe
Projektpartner: Fischereigenossenschaft Würmsee