Agrarmärkte
Gemüse

Themenbild Gemüse
Der weltweite Handel mit Gemüse ist im Gegensatz zum Handel mit Obst nur wenig ausgeprägt und beschränkt sich auf einige wenige Produkte wie z. B. Knoblauch und Speisezwiebeln, die über weite Entfernungen transportiert werden, und den Handel von frischen Produkten wie Tomaten, Paprika, Artischocken, Avocados zwischen verschiedenen Klimazonen. So beliefern Spanien, Italien und Griechenland die Verbraucherländer in den mittleren und nördlichen Zonen der EU mit frischem Gemüse. Die Tomate ist mit einem Produktionsumfang von 182 Mio. t weltweit, in Europa sowie in der EU die wichtigste Fruchtgemüseart. Der Freilandanbau von Frischgemüse ist in Mittel- und Nordeuropa und damit auch in Deutschland zeitlich nur begrenzt möglich. Das ist u.a. ein Grund für den niedrigen Selbstversorgungsgrad von 40 %, der Importe nach sich zieht. Über 93 % der nach Deutschland importierten Gemüsemengen kommen aus EU-Mitgliedstaaten. Wichtigste Herkunftsländer sind die Niederlande und Spanien.

Mengen- und wertmäßige Entwicklung des Gemüseanbaus in Deutschland

Die Erzeugung von Obst und Gemüse ist witterungsbedingt von 4,2 Mio. t auf 3,9 Mio. t im Jahr 2018 zurückgefallen. Damit flacht die seit der Wiedervereinigung stark angewachsene Gemüseerzeugung mengenmäßig ab. Hat der technische Fortschritt, insbesondere die Bewässerung und die Verwendung von Folien bei vorhandenen Saisonarbeitskräften bis 2018 eine deutliche jährliche Mengensteigerung ermöglicht, so wird seit 2018 die Erzeugung zunehmend durch fehlende Saisonarbeitskräfte begrenzt. Neben der Einführung des Mindestlohns dürfte die schlechtere Verfügbarkeit von Arbeitskräften durch die insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung in den östlichen EU-Staaten, insbesondere Polen verursacht sein. Der Produktionswert des deutschen Gemüseanbaus hat sowohl im Jahr 2018 als auch im Jahr 2019 zugenommen. Hieraus ergibt sich ein in Summe leicht verbessertes Erzeugerpreisniveau in den Jahren 2018 und 2019.