Agrarmärkte
Schweine und Ferkel

Schweine

Die Schweineproduktion in der EU ist geprägt durch regionale Erzeugungsschwerpunkte und Handelsströme für Ferkel, Schlachtschweine und Schweinefleisch. Das wirtschaftlich schwierige letzte Jahrzehnt hat den Struktur-wandel in der Schweineproduktion und Ferkelerzeugung europaweit beschleunigt. Innerhalb der EU ist Deutschland nach Spanien der größte Schweinefleischproduzent und Exporteur für Schweinefleisch. Durch den Ausbau der Mastkapazitäten, vor allem in den nordwestdeutschen Veredelungsregionen, aber auch in einigen anderen Teilen Europas, hat der Ferkelhandel zwischen den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und auch über deren Grenzen hinaus zugenommen.

Der Aufbau von Großbetrieben zur Ferkelerzeugung, vorrangig in Dänemark, den Niederlanden und in Ostdeutschland, sowie die besseren biologischen Leistungen haben das Ferkelangebot dort größer werden lassen. Ein hoher Gesundheitsstatus im Bestand, überdurchschnittliche biologische Leistungen, Kostenreduktion und eine Mäster-Direktanbindung in der Vermarktung sind nach wie vor von großer Bedeutung. Durch jährlich steigende Ferkel- und Schlachtschweineimporte wuchsen die Schlachtzahlen in Deutschland bis Mitte des Jahrzehnts auf fast 60 Mio. Schweine an, 2020 waren es nur noch 53,3 Mio., Tendenz weiter abnehmend. Deutschland ist aber weiterhin Nettoexporteur, mit steigender Abhängigkeit vom Export, da der Verbrauch stärker zurückgeht als die Erzeugung. Gute Absatzmöglichkeiten bestanden sowohl innerhalb der EU als auf Drittlandmärkten.
Seit 2019 wird der globale und seit 2020 auch der deutsche Schweinemarkt überschattet von der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Global gesehen brach die Schweinefleischproduktion 2019 aufgrund der dezimierten Schweinebestände in China infolge der ASP deutlich ein, was 2020 und 2021 einen enormen Importbedarf auslöste, der wiederum weltweite Auswirkungen auf den Schweinmarkt hat. Die Preissteigerungen in China und der Importsog befeuerten den EU-Außenhandel.