Agrarmärkte
Schweine und Ferkel

Schweine
Die Schweineproduktion in der EU ist geprägt durch regionale Erzeugungsschwerpunkte und Handelsströme für Ferkel, Schlachtschweine und Schweinefleisch. Die wirtschaftlich schwierigen letzten Jahre haben den Strukturwandel in der Schweineproduktion und Ferkelerzeugung europaweit beschleunigt. Durch den Ausbau der Mastkapazitäten, vor allem in den nordwestdeutschen Veredelungsregionen, aber auch in einigen anderen Teilen Europas, hat der Ferkelhandel zwischen den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und auch über deren Grenzen hinaus zugenommen. Der Aufbau von Großbetrieben zur Ferkelerzeugung, vorrangig in Dänemark, den Niederlanden und in Ostdeutschland, sowie bessere biologische Leistungen haben das Ferkelangebot dort größer werden lassen. Ein hoher Gesundheitsstatus im Bestand, überdurchschnittliche biologische Leistungen, Kostenreduktion und eine Mäster-Direktanbindung in der Vermarktung sind nach wie vor von großer Bedeutung.
Durch jährlich weiter steigende Ferkel- und Schlachtschweineimporte wuchsen die Schlachtzahlen in Deutschland bis 2011 kontinuierlich an. In 2017 gingen - wie bereits im Jahr 2012 - die Schlachtzahlen jedoch wieder zurück.
Deutschland ist Nettoexporteur. Gute Absatzmöglichkeiten ergeben sich innerhalb der Gemeinschaft traditionell in einigen Mitgliedstaaten, zunehmend aber auch bei den Neumitgliedern in Osteuropa sowie auf Drittlandmärkten. Innerhalb der EU ist Deutschland neben Spanien einer der großen Schweinefleischproduzenten und Exporteure für Schweinefleisch.

Bruttoeigenerzeugung und Verbrauch von Schweinefleisch (Deutschland)

2018 wurden bei 56,8 Mio. Schlachtungen 5,34 Mio. t Schlachtgewicht und damit 2,9 % weniger Schweinefleisch als 2017 erzeugt.
Die Bruttoeigenerzeugung von Schweinefleisch stieg bis 2011 auf 5,1 Mio. t an. Seit 2012 wird jährlich eine konstante Menge von ca. 5 Mio. t Schweinefleisch erzeugt.
Die Bruttoeigenerzeugung von Schweinefleisch nahm ebenfalls bis 2011 auf 47,7 Mio. Schweine zu, 2018 wurden 44,75 Mio. Schweine erzeugt (-0,1% gegenüber 2017). Dabei wird die Anzahl der Schlachtungen vermehrt um die Ausfuhr und vermindert um die Einfuhr lebender Schweine und Ferkel angegeben. Der deutschlandweite Verbrauch von Schweinefleisch lag in den letzten 20 Jahren zwischen 4,4 und 4,6 Mio. t. 2018 sank er - wie in den Vorjahren - weiter auf 4,1 Mio. t. Im Verbrauch sind neben dem menschlichen Verzehr auch Futter, industrielle Verwertung und Verluste enthalten.