Agrarmärkte
Eier und Geflügel

weiße Hühner
Eier eignen sich hervorragend für eine Versorgung mit hochwertigem Eiweiß zu günstigen Kosten. Die Erzeugung von Eiern nimmt daher weltweit kontinuierlich zu. Sie ist in den Industriestaaten von einer hohen regionalen Kon-zentration geprägt. Die durch den Ausstieg aus der konventionellen Käfighaltung von Legehennen ab dem Jahr 2012 verursachte zeitweise Verknappung des Angebotes an Eiern in der EU ist vorbei. Die Eierproduktion in Deutschland und auch der EU liegt mittlerweile über dem Niveau vor dem Ausstieg und der Umstellung auf ausgestaltete Käfige.
Die Hühnerbestände (Legehennen und Masthühner) wuchsen 2015 weltweit mit plus 3,6 % stärker wie in den Vorjahren. Der weltweite Bestandsaufbau von 790 Mio. Hühnern in 2015 entspricht 36 % des Bestandes der EU. Mengenmäßig bedeutende Aufstockungen erfolgten in erster Linie in China. Bestandsaufstockungen gab es auch in Indien, Indonesien und den USA. Seit 2000 weiteten vor allem Schwellenländer ihre Hühnerbestände stark aus. Länder wie Indonesien, Indien und China haben diese mehr als verdoppelt. Die wachsende Bevölkerung, aber auch der zunehmende Wohlstand in diesen Ländern trug hierzu entscheidend bei. Fast 25 % des Welthühnerbestandes werden in China gehalten.

Verbraucherpreise für Schaleneier in Deutschland (HKl. M)

Die Großhandelspreise für Eier der Gewichtsklasse M schwankten in den letzten Jahren in Abhängigkeit von Angebotsmenge, Krisen und den Jahreszeiten zwischen 11,5 Cent für Eier aus Bodenhaltung und 14,5 Cent für Eier aus Freilandhaltung. Die Vogelgrippe hatte jedoch im Gegensatz zum Verbrauchsrückgang bei Geflügelfleisch keine gravierenden Auswirkungen auf den Eierverbrauch. Durch den Fipronil-Vorfall im Jahr 2017 in den Niederlanden ist nur kurzzeitig ein Rückgang des Verbrauchs festgestellt worden, der jedoch eine darauffolgende starke Nachfrage für Eier aus regionaler Erzeugung hatte.
Nach dem Ostergeschäft brechen die Eierpreise saisonüblich wieder ein, setzen dann aber ab Herbst zu einem spürbaren Anstieg wieder an. Von den hohen Preisen profitieren jedoch nur wenige Erzeuger, die ihre Preise nicht über Verträge binden. Insbesondere Freiland- und Bioware wird knapp und tendiert zu steigenden Preisen. Bodenware fällt im Laufe des Jahres im Preis. Insgesamt ist der Preisabstand zwischen Boden- und Freilandeiern wieder größer geworden. Erst Anfang 2017 erhöhte der LEH seine Preise wieder, die Eier verteuerten sich durchschnittlich um 13,5 %, d.h. zwischen 2 und 3 ct mehr pro Ei. Freiland- und Öko-Eier erreichen nun hingegen erfreulicherweise die höchsten Preise seit über 10 Jahren.