Agrarmärkte
Ökologische Erzeugung

Hinter dem Bio-Siegel: ein Salatkopf auf dem Feld.

Welt- und EU-weit nehmen von Jahr zu Jahr die ökologische Erzeugung und Herstellung sowie der Absatz von Bio-Lebensmitteln kontinuierlich zu. Auch in Deutschland konnte in den Jahren 2020 und 2021 der ökologische Anbau mit 5,8 % und 4,8 % Flächenwachstum wieder zulegen. Ende 2021 bewirtschafteten knapp 14 % der deutschen Erzeugerbetriebe 11 % der landwirtschaftlichen Fläche nach den Kriterien des Ökologischen Landbaus. Im Jahr 2020 kauften deutsche Haushalte für rund 15 Mrd. Euro ökologisch erzeugte Lebensmittel und gaben somit hierfür 22 % mehr aus als im Vorjahr. Diese hohe Wachstumsrate wird direkt auf die Corona-Pandemie zurückgeführt, da die Verbraucher aufgrund der verhängten Restriktionen vermehrt beim Einkauf für die häusliche Essenszubereitung zu Bio-Produkten griffen.

Auch im Jahr 2021 wurde das Konsumverhalten der Verbraucher stark von Corona beeinflusst, es konnte nochmals eine Umsatzsteigerung mit Bio-Lebensmitteln in Höhe von 6 % generiert werden. Besonders große Profiteure waren der Lebensmitteleinzelhandel und der Online-Handel (inkl. Abokisten), deren Umsatz überproportional anstieg. Der Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) konnte im Jahr 2021 62 % des Öko-Umsatzes im Einzelhandel erzielen, somit stellt er nach wie vor den bedeutendsten Absatzweg für Bio-Lebensmittel dar. Der Umsatzanteil im Facheinzelhandel (Naturkost­fachgeschäfte) lag bei knapp 23 %, der der sonstigen Absatzwege bei 15 %. Bei praktisch allen Bio-Lebensmittel­produktgruppen konnten in den letzten Jahren große Absatz- und Umsatzsteigerungen erzielt werden, besonders hoch waren sie bei Geflügel, Fleisch, Mehl, frischem Obst und Gemüse sowie bei Milch und Molkereiprodukten.