Agrarmärkte
Ölsaaten und Eiweißpflanzen

Rapsblüte
Ölsaaten dienen einerseits als Rohstoffe für die Produktion von pflanzlichen Ölen, die für die menschliche Ernährung, aber auch in der technischen und energetischen Verwertung eine ständig wachsende Bedeutung erlangen. Andererseits fallen bei der Gewinnung der pflanzlichen Öle Nachprodukte wie Ölkuchen und -schrote an, die meist als Eiweißfuttermittel in der tierischen Erzeugung Verwendung finden. Mit großen Anstrengungen wird jährlich weltweit versucht, der permanent steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Vor allem der Energiemarkt mit einem schwer abschätzbaren Bedarf an pflanzlichen Ölen für die Biokraftstoff-Erzeugung beeinflusst die Märkte mittlerweile nachhaltig und lässt komplexe Konkurrenzsituationen entstehen.
Der internationale Ölsaatenmarkt wird auch im Wirtschaftsjahr 2018/19 komfortabel versorgt sein, darauf weisen viele erwartete Rekorde in den Bereichen Produktion, Verarbeitung, Handel und Verbrauch hin. Auf Basis der größten jemals eingebrachten Ernte mit einem Umfang von geschätzen 604 Mio. t wird der Verbrauch von Ölsaaten mit gut 592 Mio. t ebenfalls einen neuen Höchstwert markieren. Entsprechend dem globalen Bevölkerungswachstum und steigendem Wohlstand soll laut USDA die Nachfrage zur Verarbeitung in Ölmühlen weiter zunehmen und mit 500 Mio. t ein neues Rekordniveau erreichen.

Welt-Ölsaatenerzeugung 2019/20 (2020 geschätzt)

Die weltweite Erzeugung der sieben wichtigsten Ölsaaten beläuft sich nach Schätzung des USDA vom Oktober 2019 im laufenden Wirtschaftsjahr auf 574,9 Mio. t. Dies wäre ein Rückgang gegenüber dem letztjährigen Wert (597,4 Mio. t) um 3,8 %. Die Sojabohnen haben mit 339,0 Mio. t (Vj. 358,8 Mio. t) einen Anteil von 59 % an der gesamten Ölsaatenproduktion. Mit einem Anteil von 11,9 % an der gesamten Ölsaatenproduktion nimmt der Raps weiterhin die zweite Stelle unter den wichtigsten Ölsaaten ein.