Agrarmärkte
Ölsaaten und Eiweißpflanzen

Rapsblüte

In dem zurückliegenden Jahr standen die internationalen Ölsaatenmärkte massiv unter dem Einfluss geopolitischer und handelsstrategischer Konflikte. Besonders der anhaltende und von permanenten Stimmungswechseln gekennzeichnete Handelsstreit zwischen den USA und China, aber auch die Spannungen zwischen Kanada und China in Folge der Festsetzung einer Huawei-Topmanagerin durch kanadische Behörden und nicht zuletzt die Folgen der sich ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest haben die Warenströme nachhaltig beeinflusst und die Preisausschläge zunehmend unkalkulierbarer gemacht. Die Relevanz der rein fundamentalen Marktdaten war in diesem Umfeld oftmals nicht mehr klar erkennbar.

War man im Sommer 2020 noch mit gewissem Pessimismus in die Saison 2020/21 gestartet, auf Basis einer überschüssigen Sojabilanz und einer ausgeglichenen Rapsbilanz kaum Bewegung an der Preisfront zu sehen, so änderten sich die Vorzeichen ab dem 4.Quartal 2020 vollständig. Zum einen wurde zunehmend klar, dass sowohl die Sojabilanz als auch die Raps- und die Sonnenblumenbilanz deutlich ins Defizit rutschen würden. Nach der Wahl von Joe Biden als US-Präsident kam auch wieder mehr Bewegung in die Weltmärkte. Und nicht zuletzt startete China in der Saison 2020/21 eine Importoffensive, wie diese in Form und Umfang niemand erwartet hatte.