Agrarmärkte
Getreide

Themenbild Getreide
Die drei schwachen Getreidejahre von 2010/11 bis 2012/13 mit defizitären Weltgetreidebilanzen und entsprechend hohen Preisen sind längst Geschichte. Es folgten mit 2013/14 bis 2017/18 fünf satte Getreideüberschussjahre. Die vormals engen Jahresendbestände konnten aufgefüllt werden und erreichten einen bislang nicht gekannten Höchststand. Die Folge war ein Abwärtstrend der Getreidepreise auf breiter Front. In Chicago notierten in den zurückliegenden Jahren die Weizenkurse über lange Strecken auf einem Niveau unter 500 US-Cent pro Bushel. Europäischer Weizen, gehandelt an der Euronext in Paris (ehemals MATIF), verlor ebenfalls deutlich an Wert und notierte in einem Band zwischen 150 bis 170 €/t. Den geringeren Preisrückgang verdankten die europäischen Bauern im Wesentlichen der Schwäche des Euro. Der Wechselkurs pendelte in den letzten 2 Jahren in einem Band zwischen 1,04 bis 1,24 US-Dollar pro Euro. Da der Welthandel von Getreide auf US-Dollar-Basis abgewickelt wird, fiel der Abwärtstrend der Getreidepreise für die europäische Landwirtschaft in vielen Phasen moderater aus als für die Farmer in den USA. Die Entwicklung des Euro entpuppte sich damit faktisch als Konjukturprogramm. Europa konnte in einem noch nie da gewesenen Umfang exportieren.
Mit Blick auf das aktuelle Wirtschaftsjahr 2018/19 zeigt sich der Markt verändert. Erstmals übersteigt der Verbrauch wieder die Erzeugung.

Getreideanbau in Bayern (einschl. Körnermais)

Die Getreideanbaufläche (ohne Körnermais und CCM) in Bayern ist zur Ernte 2019 mit 980.600 ha um 1,1 % höher ausgefallen als im Vorjahr (969.900 ha). Die größte absolute Anbausteigerung war bei der Wintergerste festzustellen, deren Flächenumfang mit 244.800 ha das Niveau des Vorjahres (228.400 ha) um 16.400 ha oder 7,2 % übertroffen hat. In Verbindung mit einem um 10,8 % höheren durchschnittlichen Hektarertrag (67,8 dt./ha) resultierte daraus mit 1,66 Mio. t eine Erntemenge, die den Wert aus 2018 um gut 260.000 t übertraf.